Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsministerin Melanie Huml (vorne li.) vor dem Gesundheitsamt
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Wichtige Schritte in der Corona-Krise: Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsministerin Melanie Huml (vorne li.) vor dem Gesundheitsamt.

Infektionszahlen steigen sprunghaft

Lage verschärft sich: Söder schickt Corona-Fahnder nach München - Reiter warnt vor „allerletzter Maßnahme“

  • Sarah Brenner
    vonSarah Brenner
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In München nehmen die Zahlen der Corona-Infektionen rasant zu. Nun sollen Virus-Fahnder einen wichtigen Job übernehmen, um die Ausbreitung wieder einzudämmen.

  • Die Zahlen der Corona-Infektionen steigen rasant an - das erschwert die Kontaktnachverfolgung.
  • Deshalb stellt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder 2000 seiner Mitarbeiter ab.
  • Derweil geht es schon wieder um einen zweiten Lockdown.

München - Wenn sich Stadt, Staat und Land zusammenschließen, kann das eigentlich nur eins bedeuten: Die Lage ist ernst. Sehr ernst: Die Corona-Zahlen schnellen weiter in die Höhe - sprunghaft, unkontrolliert. Auch bei uns in München. Allein am Donnerstag ist die Zahl der Neuinfektionen um 290 gestiegen.

Damit sind in der Stadt aktuell 14.297 Fälle bestätigt. Um das Infektionsgeschehen langfristig einzudämmen, will die Politik nun verstärkt auf das sogenannte Contact-Tracing, die gezielte Kontaktpersonen-Nachverfolgung setzen.

Der Chef schaut höchstpersönlich vorbei: Ministerpräsident Markus Söder (r.) und Münchens OB Dieter Reiter (l.) besuchen die Corona-Fahnder.

Corona-Krise in München: Söder stellt 2000 Mitarbeiter für Kontaktpersonen-Nachverfolgung ab

Ministerpräsident Markus Söder kündigte bei einer Pressekonferenz im Münchner Gesundheitsamt an, bayernweit rund 2000 Mitarbeiter aus seinen eigenen Reihen - der Staatsverwaltung - mit dieser ganz besonderen „Detektivarbeit“ beauftragen zu wollen. Außerdem soll die Bundeswehr die Corona-Task-Force weiterhin unterstützen, um die Gesundheitsämter zu entlasten.

In München sind aktuell bereits um die 500 Menschen damit beschäftigt, Anrufe von (möglichen) Infizierten entgegenzunehmen. Klingelt das Telefon, heißt es erst einmal: Fakten-Check! Liegt bereits ein positiver Corona-Test* vor? Zeigt der Infizierte Symptome? Wenn ja, welche? Und vor allem: Zu wie vielen Menschen hatte der Infizierte Kontakt? Rund 5200 Erkrankte und knapp 14.000 Kontaktpersonen hat das Team mittlerweile kontaktiert, aufgeklärt und beraten.

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„Ziel ist es“, so Söder, „die Infektionskette zu unterbrechen.“ Denn: Das Tückische an diesem Virus* ist, so der Ministerpräsident weiter, dass Infizierte die Krankheit auch ohne Symptome* weitergeben können. An einen, 20 oder sogar mehrere 100 Menschen. Die gelte es möglichst schnell ausfindig zu machen - mithilfe des Contact-Tracing.

Gesundheitsministerin Melanie Huml sprach am Donnerstag von einer „Mammutaufgabe“. Schließlich gehe es nicht nur darum, telefonisch die Fakten zu klären. Sondern auch darum, den Anrufern ihre Sorgen zu nehmen. „Und dann von Fall zu Fall zu entscheiden, wie es weitergeht.“ Die Zahlen, ist sich Söder sicher, werden in den kommenden Tagen noch steigen. Aber: Ein zweiter Lockdown, teilte Oberbürgermeister Dieter Reiter mit, müsse „die allerletzte Maßnahme sein“. (S. Brenner) *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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