Ein Münchner Schaufenster ist im Internet viral gegangen.
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Ein Münchner Schaufenster ist im Internet viral gegangen.

„Denkt nach“

Mitten in der Stadt: Aushang in Münchner Laden schlägt hohe Wellen - „Da werden einem ja die Augen geöffnet“

  • Lucas Sauter-Orengo
    vonLucas Sauter-Orengo
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Die Coronavirus-Pandemie war und ist ein Schlag für den Einzelhandel. Probleme, die es schon vor der Krise gab, wurden jetzt weiter verstärkt. In München schlägt ein Laden-Aushang jetzt hohe Wellen.

  • Die Coronavirus-Krise hat der Wirtschaft besonders im Einzelhandel und der Gastronomie schwer geschadet.
  • Viele Herausforderungen, die schon vor der Krise bedrohlich waren, haben sich jetzt weiter verstärkt.
  • Ein Münchner Buchladen hat jetzt auf bemerkenswerte Art und Weise seine Sorgen kund getan.
  • Alle News und Infos rund um München finden Sie immer aktuell in unserem tz-München-Ressort*.

München - Durch die Covid-19-Pandemie haben viele Menschen den Online-Handel für sich entdeckt. Selbst Lebensmitteleinkäufe wurden besonders zu Lockdown-Zeiten immer beliebter. Des Freud vieler Internet-Händler, wie beispielsweise der Platzhirsch Amazon, ist jedoch das Leid vieler Einzelhändler, die schon vor der Pandemie mit der virtuellen Konkurrenz zu kämpfen hatten. Ein Münchner Buchladen hat jetzt seinem Ärger kundgetan - die Aktion ging jetzt im Internet völlig durch die Decke.

München: Drastische Botschaft geht viral - „Amazon will die Welt beherrschen“

„Amazon will die Welt beherrschen“. Mit diesen drastischen Worten beginnt der Aushang am Münchner Buchladen. Wie dem viral gegangenen Posting auf LinkedIn über die Kommentare zu entnehmen ist, handelt es sich dabei um die Buchhandlung „Lentner“ in der Balanstraße. „Wir kennen und lieben unsere Kunden, Amazon nur Ihre Daten“, heißt es dann weiter. Buchhändler arbeiten mit einer 25 %-Spanne, Amazon will 60% von den Verlagen. Wir bezahlen in unserer Stadt Steuern und Abgaben, Amazon nicht." Der Aushang, der auf der Plattform LinkedIn geteilt wurde, hat mittlerweile über 100.000 Menschen erreicht. Die Kommentare darunter zeigen ein größtenteils einhelliges Stimmungsbild.

Ein Buchladen in München hat eine eindeutige Botschaft.

Zettel in München schlägt hohe Wellen - „Bedaure all die jungen Menschen ...“

„Ich bedaure all die jungen Menschen, die keine Zeit mehr finden, in einen Buchladen zu gehen und Literatur zu spüren“, meint etwa ein User. Ein weiterer teilt die Ansicht, sieht jedoch trotzdem ein Problem: „Schöner Gedanke, das Problem aus meiner Sicht. Das lesen nur die Kunden, die sowieso schon vor dem Laden stehen. Falsches Zielpublikum“. Für eine Userin gleichen die Worte einer Erleuchtung: „Da werden einem ja die Augen geöffnet!“ Doch nicht nur Freunde des klassischen Einzelhandels sammeln sich unter die Kommentare. Es gibt auch User, die die Vorteile eines Online-Händlers wie Amazon sehen: „Der Einkauf bei Amazon könnte noch andere Ursachen haben: die einfache Möglichkeit der Rücksendung, die Möglichkeit Bewertungen von anderen zu lesen....“

Klar ist: Einzelhändler stehen vor großen Herausforderungen. Zumindest Menschen, die in der Balanstraße an diesem Buchladen vorbeigehen, werden über die analoge Botschaft auf die Sorgen einer Branche hingewiesen.

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