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München: Corona-Test-Marathon zum Schulstart 2022 - So lief Tag eins nach den Weihnachtsferien

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Von: Phillip Plesch

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Coronavirus - Lollitests in Münchner Kita
Testen gehört für die Schüler zum Alltag. © Peter Kneffel

Am Montag war der erste Schultag nach den Weihnachtsferien. Trotz der sich ausbreitenden Omikron-Variante fand der Unterricht in Präsenz statt. Das stößt auf Zustimmung.

München - Am Montag war es so weit: Nach den Weihnachtsferien stand der erste Schultag an. Für die einen hieß das, endlich Freunde wiedertreffen. Anderen aber fiel das frühe Aufstehen nach der freien Zeit noch schwerer als sonst. Mit gepacktem Schulranzen und geschmiertem Pausenbrot ging es los. Bestimmt wurde der Schulstart aber von der Corona-Pandemie*. Denn bevor der Unterricht startete, war erst mal Testen angesagt – und zwar für alle.

Für die Grundschüler sogar gleich doppelt. „Wir haben am Morgen einen Selbsttest und einen PCR-Pooltest gemacht“, berichtet die achtjährige Zweitklässlerin Sophia Stenger. „Das sind wir schon gewohnt. Insgesamt werden wir pro Woche sechs Mal getestet.“

Noch nie ohne Maske in der Schule: Sophia geht mittlerweile in die zweite Klasse und ist das Testen schon gewohnt.
Noch nie ohne Maske in der Schule: Sophia geht mittlerweile in die zweite Klasse und ist das Testen schon gewohnt. © ACHIM FRANK SCHMIDT

Viele Kinder waren zudem dem Aufruf des Kultusministeriums gefolgt und hatten sich sicherheitshalber am Wochenende schon mal getestet. Die Angst vor der Omikron-Variante versetzt die Schulen in Habacht-Stellung.

München: Schulen öffnen nach den Weihnachtsferien - Nur einer von knapp 600 Tests positiv

Michael Hoderlein-Rein, Rektor der größten Münchner Grundschule an der Berg-am-Laim-Straße 142, beruhigt. „Nirgends wird eine Gruppe der Bevölkerung so straff und viel getestet wie an den Grundschulen“, sagt er. Knapp 600 Schüler wurden dort gestern getestet. Nur ein Schnelltest fiel positiv aus. Für das Kind ging´s anschließend mit der Mutter in die Apotheke, um einen zertifizierten Test zu machen*.

Schulleiter Michael Hoderlein-Rein.
Schulleiter Michael Hoderlein-Rein. © Privat

„Ich bin zufrieden, dass der Unterricht stattfindet“, sagt Hoderlein-Rein. Heilfroh seien auch Lehrer und Eltern, lautet das Feedback, das bei ihm ankommt. Für den Schulleiter ist wichtig, dass es nun einmal Kontinuität gibt. Und den Schulen sollte mehr Vertrauen entgegengebracht werden. „Wir machen das schon“, versichert er.

Ramona Knapp (42) würde ihre Tochter Lenina (10) lieber Zuhause lassen. „Das ist zwar anstrengend, aber angenehmer“, sagt sie. „Zum Glück wird unsere Tochter heute schon das zweite Mal geimpft.“ Knapp ist Risikopatientin und hat schon ein bisschen Angst davor, zu erkranken. „Sobald in der Klasse etwas ist, lassen wir unsere Tochter daheim. Sie ist gottseidank sehr vorsichtig.“ Vertrauen in die Schnelltests hat die 42-Jährige nicht – gerade jetzt mit Omikron. Für die Kinder sei das auch nicht schön, findet sie. „Die werden jeden dritten Tag getestet, viele haben deswegen schon Nasenbluten“, sagt Knapp.

Sorgen bleiben: Ramona und Lenina Knapp.
Sorgen bleiben: Ramona und Lenina Knapp. © ACHIM FRANK SCHMIDT

München: Corona-Tests und Maskenpflicht in Schulen - „Stressig, unwohl und nervig“

„Ich finde die aktuelle Situation stressig und fühle mich unwohl“, sagt Florentina Paun (39). Die Kinder hätten sich an den neuen Alltag gewöhnt, aber für die Eltern komme immer wieder was Neues. „Da wünsche ich mir eine bessere Kommunikation“, sagt Paun. Zumindest gibt´s eine WhatsApp-Gruppe der Eltern, in der Infos ausgetauscht werden.

Wünscht sich bessere Kommunikation: Florentina Paun mit Sohn Gianni.
Wünscht sich bessere Kommunikation: Florentina Paun mit Sohn Gianni. © ACHIM FRANK SCHMIDT

Für Simone Fleischmann, Vorsitzende des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes, ist derzeit noch zu vieles unklar – vor allem, wenn es um coronabedingte Schulschließungen geht. Sie fordert: „Wir brauchen einen klaren Rahmen mit knallharten Parametern, die den Gesundheitsämtern zur Verfügung gestellt werden von der Staatsregierung. Und die entscheidet dann dezentral, ob die eine Schule offenbleibt und die andere geschlossen wird.“

Sophia Stenger freut sich, dass der Unterricht stattfindet. „Dass wir Maske tragen müssen, nervt am meisten“, schimpft sie. Vor allem beim Sport. „Ich bin jetzt in der zweiten Klasse und war noch nie ohne Maske in der Schule.“ Cool findet sie dagegen: „Beim Lollitest stellen wir uns vor, dass er einen bestimmten Geschmack hat.“ *tz.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

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