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Die Polizei fährt in den Parks Patrouille

Entspannung statt Angst

Sind wir schon zu sorglos? Corona-Krise zum Trotz - Münchner genießen zu Ostern die Sonne

  • Stéphanie Mercier
    vonStéphanie Mercier
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Das Coronavirus breitet sich auch in Bayern weiter aus. In München ist die Zahl der Infizierten deutlich gestiegen. Doch nicht wenige Münchner nutzen das schöne Wetter trotzdem für einen Ausflug in die Sonne.

Das Coronavirus* breitet sich weiter aus.In Bayern gilt eine Ausgangsbeschränkung* - in München genossen trotzdem viele Menschen das schöne Wetter für ein Sonnenbad. Hier finden Sie die Corona-News aus Deutschland. Außerdem finden Sie hier aktuelle Fallzahlen in Bayern als Karte*. Derzeit gibt es die folgenden Empfehlungen zu Corona-Schutzmaßnahmen.

München - Noch nicht mal die Virologen sind sich einig: Wie viel Lockerung ist jetzt in Ordnung? Wie schnell kann man den Ausgangsstopp zurückfahren? Bereits in den vergangenen Tagen hatte es da heiße Debatten gegeben. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte ein Machtwort gesprochen und klargestellt: Ein Buch auf der Parkbank lesen ist in Ordnung, solange man den Sicherheitsabstand einhält. Die Polizei hatte das zuvor anders gesehen… Gerade jetzt sind die Ausgangs­regeln in aller Munde: Bestes Frühlingswetter wird die Münchner an den Ostertagen sicher nach draußen locken – wie schon am Freitag, als vor allem der Westpark gut besucht war. Und wer die Sonnenan­beter am Eisbach oder die Jogger im Park sieht, kann sich fragen: Sind wir schon zu sorglos? Zumal die Bundeskanzlerin gerade mahnt, man dürfe jetzt nicht leichtsinnig werden.

Corona-Krise: Münchner genießen trotzdem die Sonne 

Die Münchner Polizei lobt die Bürger zwar mehrheitlich, stellte auf der anderen Seite am Mittwoch und Donnerstag insgesamt fast 500 Verstöße in Sachen Corona-Beschränkungen fest. Und der freie Sonnen-Freitag ist da noch gar nicht eingerechnet… 

Wie geht’s weiter in München? Sind wir vielleicht schon jetzt zu sorglos? Sabine Porzig zum Beispiel, die am Freitag mit ihren Kindern im Englischen Garten spazieren ging, ist sich da nicht so sicher. Sie hat festgestellt, dass bei vielen „die erste Angst weg“ ist. Das Problem sei, dass das zu Kettenreaktionen führen könnte: „Es ist okay, zur Eisdiele zu gehen, aber wenn es immer mehr machen, dann stehen da plötzlich meterlange Schlangen…“ Alle müssten weiter verzichten, damit das Kontaktverbot funktioniere. Student Marco (25) liegt ein Stückl weiter weg in der Sonne und liest ein Buch. „Solange ich hier mit genügend Abstand liege und niemanden berühre, finde ich das okay.“ Er merkt aber auch: Einige wenige rebellieren. „Ungefähr ein Prozent der Gesellschaft mit einem starken Freiheitsgefühl ist das“, sagt Marco. 

Drohneneinsätze in Coronazeiten

Coronavirus in München: „Hier fährt so viel Polizei herum, da halten sich eigentlich alle an die Regeln“

Wie streng die Regeln eingehalten werden, hänge auch mit den Kontrollen zusammen, finden Julia Fischer und Andreas Beck, die mit ihrem Hund Carus fast täglich in den Englischen Garten gehen. „Hier fährt so viel Polizei herum, da halten sich eigentlich alle an die Regeln“, sagt Julia. „Weiter draußen sind die Leute etwas nachlässiger“, meint sie. Am Osterwochenende können die Münchner den Gegenbeweis antreten – entspannt, aber dabei hoffentlich nicht sorglos.

München: User beschwert sich in Corona-Krise über vollen Englischen Garten - das Beweisfoto hält einen Twist bereit.

*tz.de/Merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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