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Umsatz-Einbußen oder Lockdown? Münchner Gastronomen befürchten katastrophale Zukunft

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Von: Phillip Plesch

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Kein Verständnis für Lockdown und 2G+ hat Gregor Lemke.
Kein Verständnis für Lockdown und 2G plus hat Gregor Lemke. © Marcus Schlaf

Wie geht es für die Gastronomie in der Corona-Pandemie weiter? Diese Frage treibt die Wirte in München um, denn nun steht sogar wieder ein Lockdown im Raum.

München - Die aktuelle Situation ist düster, die Aussichten „katastrophal“. Die Gastronomie leidet derzeit mal wieder enorm unter der Corona-Pandemie* und ihren Folgen. Aktuell gilt 2G und eine Sperrstunde ab 22 Uhr. Für die Gastronomen macht´s das nicht leicht, doch es könnte noch schlimmer kommen. Sogar ein Gastro-Lockdown ist wieder ein Thema. Das neue Infektionsschutzgesetz der Ampel-Koalition soll den Ländern wohl ermöglichen, Restaurants und Cafés komplett zusperren zu dürfen. Kommende Woche soll das entsprechende Gesetz verabschiedet werden.

Münchner Wirte kämpfen gegen Corona-Einbußen

„Wir wissen nicht, wie es weitergeht, und was richtig ist“, sagt Paulo Batista. Er ist Geschäftsführer des Café Pini in der Klenzestraße im Herzen Münchens*. Fakt ist: Die Umsätze sind enorm zurückgegangen. „Mit 30 bis 40 Prozent des normalen Verdiensts können wir die Mitarbeiter kaum bezahlen“, klagt er. Bei der Sperrstunde um 22 Uhr würden die Leute abends schon nicht mehr weggehen. „Wir sind ab 20 Uhr quasi leer.“

Bar Pini
Ziemliche Einbußen hat Paulo Batista vom Café Pini zu verzeichnen. © Jens Hartmann

Davon kann auch Christian Schottenhamel, Wirt des Paulaner am Nockherberg und Dehoga-Kreisvorstand, ein Lied singen. Statt 300 Gästen begrüßt er abends noch so 40 bis 50. Er spricht von einem „Quasi-Lockdown“. Denn bei gleichbleibenden Ausgaben für Miete, Strom und Personal seien die Einnahmen um mehr als die Hälfte gesunken. Dazu kommen die abgesagten Weihnachtsfeiern und die Ungewissheit, wie Silvester ablaufen wird. Wäre ein Lockdown mit Wirtschaftshilfen vom Staat also vielleicht sogar besser?

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München: Wirte stehen vor ungewisser Zukunft

Gregor Lemke, Sprecher der Münchner Innenstadtwirte, sieht das nicht so. „Dezember ist die Hauptjahreszeit, um Geld für die nächsten Monate zu verdienen“, sagt er. Er glaubt daher nicht, dass im Falle eines erneuten Lockdowns staatliche Hilfen ausreichen würden. Noch dazu herrscht bei den Wirten große Unsicherheit, wie das mit der Überbrückungshilfe vier überhaupt weitergehen soll.

Verunsicherung und Einbußen - Besserung ist nicht in Sicht – so oder so stehen die Gastronomen vor keiner leichten Zeit. Die Notwendigkeit eines Lockdowns sehen sie aber nicht. „Die Inzidenz sinkt“, sagt Christian Schottenhamel. Und Gregor Lemke erklärt: „Wir kanalisieren, wir kontrollieren. Die Wahrscheinlichkeit, sich in der Gastro anzustecken, ist gering.“ Nach Paulo Batistas Meinung, „wäre es gut gewesen, wenn die Politik sich gekümmert hätte, im Sommer mehr Menschen zu impfen, damit die Krankenhäuser jetzt nicht so voll wären.“ Leidtragende sind nun einmal mehr die Gastronomen. *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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