Christopher Street Day in München: Eine große Straßenparty gibt es wegen Corona auch in diesem Jahr nicht.
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Christopher Street Day in München: Eine große Straßenparty gibt es wegen Corona auch in diesem Jahr nicht.

Selbst Kitas wollen Fahnen

Nach UEFA-Eigentor: Viele Rückenwind für Münchner CSD - „Noch nie so viele Anfragen“

  • VonNina Bautz
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Eigentore prägen die Fußball-EM – und ein Eigentor des Fußballverbandes UEFA hat dem Münchner Christopher Street Day zu ganz neuem Rückenwind verholfen.

München - Der Regenbogen ist derzeit allgegenwärtig in München* – spätestens seit dem umstrittenen Verbot der bunten Beleuchtung des Stadions durch die UEFA. Und wenn an diesem Samstag die Pride Week zum Christopher Street Day (CSD) startet, wird die Stadt bunter denn je. „Ich hatte noch nie so viele Anfragen von Firmen und Privatpersonen, die Flagge zeigen wollen“, sagt der CSD-Geschäftsführer Alxander Kluge. Auch die Stadt beflaggt so intensiv wie noch nie.

Sogar Kita fragt nach Fahnen für den CSD - Ungarn-Spiel wirkt nach

„Mich hat sogar eine Kita gefragt, ob sie Fahnen haben können. Vielleicht ist das noch eine Nachbrennerwirkung vom Ungarn-Spiel“, sagt Kluge zu unserer Zeitung. Der Trend, Solidarität zu zeigen, habe in den vergangen Jahren aber ohnehin zugenommen. Laut Kluge werde sowohl die Allianz Arena* als auch der O2-Tower in Regenbogenfarben erstrahlen, viele weitere, große Firmen hätten angekündigt, sich beteiligen zu wollen. Kluge: „Ich lasse mich überraschen.“

Man werde sich um die Beleuchtung von Wahrzeichen bemühen, kündigte Bürgermeistern Katrin Habenschaden (Grüne) bei der Pressekonferenz zum CSD an. Die Stadt kümmere sich für die queere Szene um die Infrastruktur und die Sichtbarkeit. Man sehe aktuell an den „unsäglichen“ und „entsetzlichen“ Entwicklungen in den Nachbarländern: „Die erkämpften Rechte sind nie gesichert auf alle Zeiten.“

Straßenparty mit Drag Queens, Musik und Alkohol? Nicht beim zweiten Corona-CSD

Regenbogenfarben ja – eine kunterbunte, schrille Straßenparty mit Drag Queens, Musik und Alkohol wird es auch beim zweiten Corona-CSD nicht geben. In der Pride Week 2021 mit den Schwerpunkten Transsexualität und Osteuropa finden zwar über 40 Veranstaltungen statt – davon aber nur wenige auf der Straße.

Die Höhepunkte des CSD-Wochenendes vom 9. bis 11. Juli: Am Samstag ab 12 Uhr wird es eine dezentrale Demo-Aktion vom Sendlinger Tor bis zum Odeonsplatz und vom Stachus bis zum Marienplatz* geben. Dabei zeigen sich an über 60 Positionen jeweils Gruppen von sechs Vertretern der Bewegung. Vergangenes Jahr waren es 45 Demo-Punkte. Auf der CSD-Kulturbühne bei Resls Kollektivgarten auf der Theresienwiese gibt es am Samstag vor 500 Zuschauern von 12 bis 22 Uhr DJs, Drag Shows und Musik von Künstlern, die vergangenes Jahr nur online auftreten durften.

Radl-Demo geht von fünf Startpunkten aus ins Zentrum

Am Sonntag geht es zum zweiten Mal mit der Radl-Demo auf die Straße – ab 13 Uhr von fünf Startpunkten aus ins Zentrum. Die Anzahl der bereits angemeldeten Teilnehmer ist auf 1000 begrenzt. Zusätzlich finden die ganze Woche über etliche Online-Veranstaltungen statt – von Ausstellungen über Diskussionen bis hin zum digitalen Straßenfest (Programm: www.csdmuenchen.de). Von Freitagabend bis Sonntagabend wird es heuer einen noch längeren Live-Stream mit Talk-Runden und Live-Schalten aus dem Bellevue di Monaco geben.

„Natürlich ist es schade, dass die Veranstaltungen auf der Straße so begrenzt sind“, sagt CSD-Geschäftsführer Alexander Kluge – und hofft darauf, dass der CSD 2022 unter normalen Umständen umso schöner wird. - Nina Bautz - *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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