Grabungsgelände an der Hochbrückenstraße
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Das Grabungsgelände an der Hochbrückenstraße.

Fund erst jetzt vermeldet

Entdeckung mitten in München: Sogar Experten nach Grabungen verblüfft - „Niemand hat das vermutet“

Muss in München gar die Stadtgeschichte umgeschrieben werden? Nach einer überraschenden Entdeckung wollen es Experten nicht ausschließen.

München - Archäologen haben in München* Siedlungsspuren aus der Zeit vor der offiziellen Gründung der Stadt entdeckt. Es sei ein „neuer historischer Siedlungskern“ in der bayerischen Landeshauptstadt gefunden worden, vermeldete das Landesamt für Denkmalpflege am Dienstag (20. Juli). Die archäologischen Funde stammen bereits aus dem Jahr 2020, wurden aber nun erst veröffentlicht. Gemacht wurden sie im Bereich der Hochbrückenstraße (Altstadt-Lehel*).

Experten nach Fund in Münchens Zentrum verblüfft: Ausgrabung fördert Erstaunliches zutage

Als Jahr der Stadtgründung wird in München 1158 angegeben, da aus diesem Jahr die früheste urkundliche Erwähnung stammt. „Die nun gefundenen Reste von Holzbauten, Ofenanlagen und Keramik aber lassen sich nach ersten Auswertungen bereits in das 11. beziehungsweise frühe 12. Jahrhundert datieren“, erklären die Denkmalschützer in Bezug auf den Siedlungskern. Die Funde datieren also mindestens etwa sechs Jahrzehnte vor dem Gründungsdatum.

Bruchstück eines Deckels oder Leuchterfußes aus dem 12 Jahrhundert.

München: Muss Stadtgeschichte nach Entdeckung umgeschrieben werden? „Niemand hat das bisher vermutet“

Das Landesamt wollte nicht ausschließen, dass nun eventuell die Münchner Stadtgeschichte umgeschrieben werden müsse. „Die Auswertung der Funde wirft ein völlig neues Licht. Niemand hat bisher vermutet, dass sich auf einem Gebiet außerhalb der später gebauten Stadtmauern bereits so früh öffentliches Leben abspielte“, gab Bayerns Generalkonservator Mathias Pfeil zu Protokoll.

Die entdeckten Siedlungsreste befinden sich auf halbem Weg vom etwa 300 Meter östlich liegenden Alten Hof, der bislang als Kern der Münchner Stadtentwicklung gelten musste, zur etwa 400 Meter östlich verlaufenden Isar.

Dass bereits vor 1158 im Gebiet des heutigen München Menschen lebten, ist allerdings bereits länger bekannt. „Der tatsächliche Ursprung der Münchner Geschichte liegt in einer im Jahr 782 getätigten Schenkung an das Kloster Schäftlarn“, heißt es in einer Chronik, die das Münchner Stadtarchiv im Internet veröffentlichte. (dpa/lks)

Im Juli 2021 treibt die Münchner neben einer Pandemie das Isar-Hochwasser* um. Jetzt hat sich die Feuerwehr mit einem emotionalen Aufruf* gemeldet. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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