Die Karte zeigt das Glasfaser-W-Lan von M-net in München. In den blauen Bereichen gibt es schon schnelles Internet.
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Die Karte zeigt das Glasfaser-W-Lan von M-net in München. In den blauen Bereichen gibt es schon schnelles Internet.

Beginn des Ausbaus schon dieses Jahr

Schneller zum schnellem Internet in München: 500 Millionen für das Glasfasernetz

  • Sascha Karowski
    vonSascha Karowski
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Bis zum Jahr 2030 sollen alle Münchner Haushalte an das Glasfasernetz angeschlossen sein. Dazu hat die Stadt mit der Deutschen Telekom eine Kooperation vereinbart.

München - Die Vorstellung der Teilnehmer dauert. OB Dieter Reiter* (SPD) begrüßt zum Anfang der Pressekonferenz im Rathaus Telekom-Chef Timotheus Höttges, Telekom Deutschland-Chef Srinivasan Gopalan, SWM-Chef Florian Bieberbach, Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) und den Sprecher der Geschäftsführung von M-Net, Nelson Killius. „Damit ist sichergestellt, dass alle außer mir was von dem Thema verstehen“, fügt er schmunzelnd hinzu. Das Thema ist der Ausbau des Glasfasernetzes, also des schnellen Internets in München*. Und da drückt die Stadt jetzt aufs Tempo. Die SWM-Tochter M-Net und die Telekom haben sich auf eine Kooperation verständigt.

München: 500 Millionen für den Bau eines eigenen Glasfasernetzes

Bis 2030 will das Bonner Unternehmen 500 Millionen Euro für den Bau eines eigenen Glasfasernetzes sowie für den Ausbau des Mobilfunkstandards 5G aufwenden. Festnetz-Glasfaseranschlüsse mit bis zu einem Gigabit pro Sekunde sollen so für weite Teile der Bevölkerung entstehen, der Empfang von gigabitfähigem Mobilfunk soll zudem im Stadtgebiet und Umland verstärkt werden. Im Gegenzug erhält die Telekom das Recht, das bestehende Glasfasernetz der Stadtwerke mit zu nutzen. Die Telekom wiederum ermöglicht es, künftig auch gigabitfähige Produkte in den bereits erschlossenen Stadtteilen anzubieten. Zudem stehen die M-Net- und Telekom-Netze auch allen anderen Anbietern zur Verfügung.

Insgesamt sind bereits etwa 70 Prozent der Münchner an das Glasfasernetz von SWM und M-Net angeschlossen. Zum Vergleich: Köln gilt mit 72 Prozent deutschlandweit als die Stadt mit dem am weitesten fortgeschrittenen Ausbau des Glasfasernetzes. Die verfügbare Geschwindigkeit erreicht bis zu 400 Megabit pro Sekunde. „Wir bauen seit 2010 Münchens Glasfasernetz aus“, sagte SWM-Chef Bieberbach. Für rund 500 Millionen Euro seien bislang schon gut 600 000 Haushalte an das Netz angeschlossen. „Bis zum Abschluss des kürzlich erweiterten Ausbaus im Jahr 2023 werden wir rund 650 000 Haushalten einen Zugang anbieten können.“

Ausbau Glasfasernetz: Telekom will mit Ausbau im Münchner Süden und Südwesten beginnen

Dass die Telekom für 30 Prozent der Haushalte nun den gleichen Betrag investieren muss wie M-Net für mehr als die doppelte Zahl der Haushalte, liegt an den weiteren Wegen. Es sei natürlich etwas anderes, wenn man in der Innenstadt große Wohnblöcke ans Netz anbinde, oder ob man „in Allach oder Obermenzing ein Haus nach dem anderen anschließen muss“, sagte OB Reiter.

Beginnen will die Telekom mit dem Ausbau aber tatsächlich im Münchner Süden und Südwesten. Bauanträge für die ersten Gebiete befänden sich schon bei der Stadt. Noch in diesem Jahr sollen die Bagger rollen und die ersten von zunächst 147 000 Haushalten an das schnelle Internet anbinden. Reiter: „Das sind insgesamt gute Nachrichten, zum einen für den Wirtschafts- und Hightech-Standort, zum anderen für die Bürger, weil der Ausbau noch schneller voran geht.“

Und nicht zuletzt werde sich auch sein Stadtkämmerer freuen. „Wenn die Telekom 500 Millionen Euro investiert, erreichen wir denselben Effekt des Ausbaus, es entlastet aber auch unseren Haushalt.“ Um den war es ja zuletzt nicht mehr so gut bestellt. Die Stadt muss sparen. Zumindest von diesem Thema versteht dann auch wieder der Münchner Rathaus-Chef etwas. - SASCHA KAROWSKI -*tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. Mehr Nachrichten aus München lesen Sie hier. Unser brandneuer München-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alles, was in der Isar-Metropole passiert.

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