Der große Überblick

WLAN-Wüsten in München: Datenverbrauch steigt im Lockdown, doch in vielen Vierteln hapert‘s ordentlich

  • Andreas Thieme
    vonAndreas Thieme
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Die Corona-Krise belastet auch die Internet-Verbindungen - wegen Homeoffice und Streaming. Hält das Netz in München stand? Der Stadtplan zeigt: In vielen Vierteln hakt es.

  • Wegen Corona sollen Arbeitende ins Homeoffice - also digital arbeiten.
  • Aber hat München dafür ausreichend stabiles und schnelles WLAN?
  • Die Karte zeigt, in welchen Stadtvierteln die Verbindung hängt.

München - Die Linie der Regierung ist eindeutig: Künftig sollen mehr Menschen im Homeoffice arbeiten, um Corona* einzudämmen. Wie gut ist dieser Plan in München* umsetzbar? Wie steht es um den Ausbau der Internet-Verbindungen und das Datenvolumen in den Vierteln? Die tz hat sich bei den großen Anbietern umgehört:

Mnet: Seit 2010 bauen die Stadtwerke das Glasfasernetz in München aus, auf das auch große Anbieter wie 1&1 zurückgreifen. Bis 2013 wurde zunächst das Gebiet innerhalb des Mittleren Rings erschlossen (rund 400.000 Haushalte). Bis Ende 2021 dauert die zweite Bauphase, die 2016 begann und auch Gebiete außerhalb des Rings umfasst. Potenziell können bis Jahresende „mehr als 630.000 Haushalte und Betriebe an unser Glasfasernetz angeschlossen sein“, sagt Sprecher Andreas Dietrich.

Internet in München: Viele Stadtviertel sind WLAN-Wüsten

Etwa 70 Prozent der Münchner sowie mehr als 80.000 Gewerbebetriebe könnten Verbindungen im Gigabit-Bereich bekommen. Aktuell ist das aber noch nicht so. Schließlich braucht man zum Aufbau eines WLAN-Netzwerks zunächst einmal eine ordentliche Grundversorgung übers Kabel. 

Die Karte zeigt: Während das Netz in der Innenstadt gut erschlossen ist, geht‘s es am Stadtrand oft zäher: Teile von Oberföhring, Daglfing, Trudering und Ramersdorf sind zum Beispiel noch nicht mit Glasfaser erschlossen – hier gibt es häufig nur ältere DSL-Internetverbindungen und nicht den neuesten Glasfaser-Standard, der bis zu 1 Gigabit bereitstellt (also etwa die hundertfache Geschwindigkeit).

Im Süden sind Harlaching, Fasangarten, Obersendling und Großhadern mitunter noch WLAN-Wüsten. Auch Teile von Pasing, Obermenzing, Allach und Feldmoching, Alte Heide, Am Hart und Freimann sind nicht ideal erschlossen. Hier kann es eng werden, wenn eine Familie mit Kindern gleichzeitig Homeoffice macht, das Homeschooling bewältigen soll und abends noch Netflix geschaut wird.

WLAN in München: Datenverkehr wegen Corona „sprunghaft“ angestiegen

Dazu kommt: Seit Beginn der Pandemie* ist der Datenverkehr für Internet und Telefonie bei Mnet „sprunghaft um rund 50 Prozent angestiegen“, sagt Dietrich. Logische Folge: Der Anteil der Kunden, die Anschlüsse mit mehr als 300 Mbit oder Vertrags-Updates buchen, hat sich innerhalb des vergangenen Jahres nun versiebenfacht. Die meisten Kunden hätten mittlerweile mindestens 100 Mbit-Anschlüsse.

Glasfaser-W-Lan in München

Telekom: Glasfaser bis zum Technikgehäuse, danach Kupferleitung bis ins Gebäude – und bis zu 50 Mbit pro Sekunde: Den FTTC-Ausbau hat die Telekom „weitgehend abgeschlossen“, sagt Sprecher Markus Jodl. Es folgt der FTTH-Standard, also Glasfaser bis ins Gebäude (mit bis zu 10 Gbit). „Wir planen in Bayern unsere Ausbaumenge in diesem Jahr auf rund 180 000 Anschlüsse zu verdoppeln.“ Ausgebaut wird aktuell u.a. in Neuaubing, Neupasing, Schwabing Nord, Freimann, Feldmoching und Riem.

Vodafone: Vodafone hat die Infrastruktur in München ausgebaut und bietet jetzt 400.000 Haushalten Breitband-Geschwindigkeiten von einem Gigabit pro Sekunde an. Sein Kabelglasfasernetz stattete Vodafone dafür von September 2018 bis Oktober 2020 mit gigabitfähigen Netz-Elementen aus. Die Datenmenge einer DVD (4,7 Gigabyte) kann jetzt in weniger als einer Minute heruntergeladen werden.

PYUR: Seit 1987 betreibt die Kabelfernsehen München ServiCenter GmbH ein eigenes Glasfasernetz in München, aktuell seien 300.000 Haushalte angeschlossen. Allerdings nur über Hybridverbindungen und Geschwindigkeiten bis zu 400 Mbit. „Im Laufe des Jahres 2021 planen wir den flächendeckende *tz.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Rubriklistenbild: ©  Sebastian Gollnow/dpa

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