„Wir lieben Kino“: Unterstützer von Lichtspielhäusern demonstrieren für das Kino in Corona-Zeiten in München.
+
„Wir lieben Kino“: Unterstützer von Lichtspielhäusern demonstrieren für das Kino in Corona-Zeiten in München.

Sie dürfen öffnen - aber viele Fragen bleiben

Hilferuf für die Münchner Kinos: Unterstützer fordern übersichtliche und klare Öffnungspolitik

  • VonLeoni Billina
    schließen

Popcorn auf dem Schoß und Hollywood auf der Leinwand: Lange gab es das nicht mehr in Münchens Lichtspielhäusern. Nun dürfen sie öffnen - doch viele Unklarheiten bleiben.

München - Wir lieben Kino! Das steht auf den Schildern der Wartenden, die sich am Montagabend vor den „City Kinos“ an der Sonnenstraße in einer Schlange aufgereiht haben. Auf was sie warten? „Auf den nächsten Film!“, sagen sie. Unter dem Motto „Montag ist Kinotag“ versammeln sich seit ein paar Wochen immer Montags Kino-Fans vor unterschiedlichen Kinos, um ein Zeichen für die Filmtheater zu setzen.

Das sprichwörtliche Warten auf den nächsten Film ist zwar während Corona ins Leben gerufen worden, soll aber generell auf die prekäre Situation von Kinos aufmerksam machen. „Es ist eine Aktion von Kino-Besuchern für die Kinos“, sagt Dunja Bialas (51), Mitorganisatorin der Aktion. Das Schlangestehen sei ein gutes Symbol. „Es ist ein Zeichen unserer Zeit geworden. Ob vor dem Testzentrum oder dem Bäcker, wir stehen Schlange. Deswegen nutzen wir es als Demonstrationssymbol.“

Situation für Kinos ist noch immer unübersichtlich

Die Situation für München* Kinos ist allem voran immer noch eines: unübersichtlich. Theoretisch dürfen sie ab Dienstag (11. Mai) öffnen, was unter den Rahmenbedingungen für viele aber nicht machbar ist. Sie sind sich einig: Wir brauchen eine langfristige Öffnungsperspektive. So auch Holger Trapp (51), Theaterleitung der „City-Kinos“: „Wir sind in einer dauernden Warteposition.“ Wird er diese Woche noch aufsperren? „Unter den aktuellen Bedingungen halte ich das für nicht sinnvoll. Alles ist noch so unklar.“

Mit der Aktion wollen die Cineasten und Kino-Betreiber keinen Druck ausüben, auf Teufel komm raus zu öffnen – ihnen geht es um eine sinnvolle Öffnungsperspektive. Und zum jetzigen Zeitpunkt gebe es die leider noch nicht. Durch Abstandsregeln dürfen die Kinos maximal 30 Prozent ihrer Auslastungskapazität nutzen – kaum umsetzbar, meint auch Kerstin Schmidt, Theaterleitung des „Rio Filmpalasts“ (Haidhausen). „Vor allem, wenn im Kino nichts verzehrt werden darf. Das ist eine ganz wesentliche Einnahmequelle.“

„Wir machen erst auf, wenn es klare und verbindliche Regelungen gibt“

Auch Christian Pfeil, Betreiber des „Monopol Kinos“ (Schwabing-West) und des „Arena Filmtheaters“ (Glockenbachviertel), ist skeptisch: „Wir machen erst auf, wenn es klare und verbindliche Regelungen gibt. Und vor allem sinnvolle!“ Ihn ärgert das Vorgehen der Entscheidungsträger. „Es werden Regeln beschlossen und uns vorgesetzt, ohne einmal mit uns zu reden, was sinnvoll ist und was nicht.“ Klar ist, dass er seine Kinos erst bei einer stabilen Inzidenz unter 100 aufmachen wird. „Wir können es uns nicht leisten, erst auf- und dann gleich wieder zuzumachen.“

Noch eine Angst treibt die Kino-Besitzer um: Dass die potenziellen Besucher durch Streaming und Zuhausesein bequem geworden sind. Und: Dass viele erst mal in den Biergarten wollen, statt ins Kino zu gehen.

Optimistischer sieht das Kurt Schalk von der Kinopolis Gruppe, die das „Mathäser“ (Ludwigvorstadt) und den „Gloria Filmpalast“ (Altstadt) betreibt. „Wir glauben nach wie vor an die Magie des Kinos und freuen uns schon sehr auf unsere Gäste.“ *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare