38-Jährige erstochen

Ehefrau wegen Handynachricht ermordet: Polizei nennt erschütternde Details zu Tat in Münchner Villenviertel

  • Stefanie Wegele
    vonStefanie Wegele
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Ein Mord im Stadtteil Nymphenburg schockt München. In der Nacht auf Dienstag hat ein Mann seine Ehefrau getötet. Nun gibt es Details zum Tathergang - und dem Motiv des 36-Jährigen.

  • In einer Wohnung in der Nähe des Nymphenburger Kanals in München* wurde eine Frau ermordet aufgefunden.
  • Ihr Ehemann stellte sich zuvor selbst der Polizei und führte die Beamten selbst zum Tatort.
  • Mittlerweile gibt es mehr Informationen über die Hintergründe, die zur schrecklichen Tat geführt haben.

Update vom 14. Oktober, 17.52 Uhr: Tatmotiv: Eifersucht! Nach der Bluttat in Nymphenburg hat die Polizei neue Details bekannt gegeben. Demnach ist ein Streit unter den Eheleuten eskaliert, weil der 36-Jährige eifersüchtig war. In seiner Vernehmung legte der Mann ein Geständnis ab. Der freiberufliche IT-Experte sitzt nun wegen des Vorwurfs des Totschlags in Haft. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen geht die Polizei davon aus, dass der Mann, der aus dem Kreis Pfaffenhofen stammt, seine Ehefrau im Affekt getötet hat. Das Paar war seit zwei Jahren verheiratet.

München-Nymphenburg: Mann tötet Ehefrau wegen Nachrichten im Handy

In der gemeinsamen Wohnung der beiden in einem Mehrfamilienhaus in der Nähe des Nymphenburger Kanals fanden die Beamten die 38-Jährige tot auf. Bei der Tatwaffe handelt es sich um ein 25 Zentimeter langes Küchenmesser.

In der Nähe des beschaulichen Nymphenburger Kanals in München hat ein Mann seine Ehefrau getötet.

Der Mann gab in seiner Vernehmung an, er habe im Handy seiner Frau Nachrichten entdeckt, die ihn vermuten ließen, sie habe einen Liebhaber gehabt. Gegen 0.30 Uhr griff der 36-Jährige zum Messer und stach mehrfach auf seine Frau ein. Die Ermittler haben bislang jedoch keinen konkreten Hinweis darauf, dass die gebürtige Münchnerin tatsächlich einen anderen Mann kennengelernt hatte.

Mord in München-Nymphenburg: Täter kommt auf Polizeiwache und stellt sich selbst

München - Am Tag danach deutet in dem noblen Villenviertel am Nymphenburger Kanal nichts auf die grausame Tat hin, die sich hier nur wenige Stunden zuvor zugetragen hat. Herbstliche Stille liegt über den von Bäumen gesäumten Straßen, den prachtvollen Villen und Häusern. Kinderlachen von einem Spielplatz an der Südlichen Auffahrtsallee durchbricht gelegentlich die Ruhe. Mütter mit Kinderwagen flanieren am Kanal entlang, Jogger laufen Richtung Nymphenburger Schloss und zurück. „Dass in unserem gemütlichen Nymphenburg ein Mord passiert sein soll – das kann man sich gar nicht vorstellen“, sagt eine Spaziergängerin schockiert.

Was genau in dieser Nacht passiert ist, versuchen die Ermittler der Münchner Mordkommission jetzt herauszufinden. Fest steht bislang, dass ein 36-Jähriger in der Nacht auf Dienstag um zwei Uhr früh bei der Polizeiinspektion Neuhausen (PI 42) an der Landshuter Allee klingelte und den Beamten erklärte, dass er gerade eben seine Ehefrau getötet habe. Diese liege in der gemeinsamen Wohnung. Sofort fuhren Polizisten zu der angegebenen Adresse in der Nähe des Kanals im Münchner* Nordwesten.

„Wir konnten die 38-jährige Münchnerin mit einer Vielzahl von Stichverletzungen nur noch tot auffinden“, sagt Polizeisprecher Werner Kraus. Noch in der Nacht rückte die Spurensicherung an und untersuchte den Tatort. Nach ersten Erkenntnisse stach der 36-Jährige, der aus dem Landkreis Pfaffenhofen stammt, mit einem Messer zu. Dieses hatte er nicht dabei, als er bei der Polizei erschien. Über weitere Details zu der Bluttat hält sich das Präsidium derzeit sehr bedeckt. Im Moment seien die Hintergründe, Umstände und das Motiv laut Kraus noch völlig unklar. Der Ehemann sei am Dienstag weiter vernommen worden, zunächst habe er keine näheren Angaben gemacht. Der zuständige Ermittlungsrichter erließ Haftbefehl.

In dieser Polizeiinspektion in Neuhausen gestand der Täter den Mord an seiner Frau.

Mord in München: Obduktion soll jetzt die genauen Todesumstände klären

Sowohl der 36-Jährige als auch die gebürtige Münchnerin sind bisher polizeilich nicht in Erscheinung getreten. Es sind laut Werner Kraus keine Einsätze vermerkt, die etwa auf häusliche Gewalt hindeuten. Der 36-Jährige und seine Frau, die als Selbstständige gearbeitet hat, hatten keine Kinder.

Der Leichnam der 38-Jährigen wurde ins Institut für Rechtsmedizin gebracht. Eine Obduktion soll nun die genauen Todesumstände klären. Die Ermittler versuchen nun zu rekonstruieren, was sich in der Nacht genau in dem Mehrfamilienhaus nahe dem Nymphenburger Kanal abgespielt hat. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen eines Tötungsdeliktes.

Im vergangenen Jahr verzeichnete das Präsidium München in seinem Zuständigkeitsbereich sieben vollendete Tötungsdelikte. In den allermeisten Fällen kamen die Täter aus dem direkten Umfeld des Opfers. Die am häufigsten verwendete Tatwaffe sind Messer. *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Eine Münchnerin stirbt wenige Wochen nach einem Sturz von einer Rolltreppe*. Jetzt sucht die Polizei nach Zeugen.

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