Oldtimer stehen als Kulisse für die Netflix-Produktion Munich vor der Feldherrnhalle
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Zurück ins Jahr 1938: Vor der Feldherrnhalle verkehrten plötzlich Oldtimer.

Es geht um eine Literaturverfilmung

Mitten in der Münchner City: Netflix dreht große Produktion in der Stadt - mit echter Star-Besetzung

  • Stéphanie Mercier
    vonStéphanie Mercier
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Ein Teil von Münchens Zentrum taucht für ein paar Tage in die Vergangenheit und ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte ein. Denn dort wird eine Netflix-Produktion gedreht.

  • München ist für einige Tage die Kulisse für eine Netflix-Produktion.
  • Deshalb wurde ein Teil der Stadt zurück ins Jahr 1938 versetzt.
  • Neben deutschen Stars gehören auch internationale Größen zum Cast.
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Update vom 19. November, 13.06 Uhr: Eine Hakenkreuzflagge weht am Münchner Königsplatz an der Musikhochschule, ehemals der „Führerbau“ der NSDAP. Doch es geht nur um die aktuell stattfindenden Dreharbeiten (siehe Erstmeldung): In München entsteht derzeit der Netflix-Film „Munich“.

Netflix-Dreh in München: Musikhochschule meldet sich - und stellt eins direkt klar

„Die Hochschule für Musik und Theater München ist dem demokratischen System der Bundesrepublik Deutschland verpflichtet und steht für Werte wie Diversität, Internationalität, Freiheit der Kunst und der Wissenschaft, Respekt und Toleranz“, teilte die Musikhochschule vorsorglich auf ihrer Seite mit. Der Film greife historische Begebenheiten auf - deshalb seien an der Fassade des Gebäudes für kurze Zeit bis zum 20. November verfassungsfeindliche Symbole zu sehen.

„Die Veränderungen an der Fassade des Hauptgebäudes werden auf den unbedingt nötigen Zeitraum beschränkt und sofort nach Beendigung des Drehs wieder rückgebaut.“ Das historische Gebäude verpflichtet die Hochschule aber auch, dieses als historischen Originalschauplatz für Dreharbeiten zu Verfügung zu stellen.

Erstmeldung vom 19. November 2020

München - Das Jahr 1938 versteckt sich gleich hinter abgehangenen Bauzäunen. So zumindest am Mittwoch, als der Odeonsplatz zwischen Hofgarten und Feldherrnhalle für Dreharbeiten der Netflix-Produktion „Munich“ gesperrt war.

Wer einen Spalt zum Spähen fand, dem offenbarte sich eine Reproduktion des Vorkriegs-Münchens: Oldtimer aus den Dreißigern, eine Litfaßsäule, die mit Hakenkreuzen plakatiert ist und Marktstände. Der Politthriller soll voraussichtlich 2021 auf Netflix erscheinen.

Neugierig: So manche Passantin riskierte trotz der blickdichten Plane einen Blick.

Netflix-Produktion in München: Es geht um ein Vorspiel zum Zweiten Weltkrieg

„Wir haben schon in Berlin und Potsdam gedreht und auch mit München* sind wir jetzt so gut wie durch“, sagt eine Sprecherin einer PR-Agentur, die den Film betreut, gegenüber der tz. Als Vorlage für den Spielfilm dient Robert Harris’ 2017 erschienener Thriller „München“, der das Münchner Abkommen vom 29. September 1938 behandelt. Der Beschluss bestimmte die Abtretung des überwiegend von Deutschen bewohnten Sudetenlandes durch die Tschechoslowakei ans Deutsche Reich und gilt als Gipfelpunkt der Appeasement-Politik Großbritanniens und Frankreichs.

Ziel war, einen neuen Krieg in Europa zu verhindern. Am Verhandlungstisch saßen Adolf Hitler, die Premierminister Großbritanniens und Frankreichs, Neville Chamberlain und Édouard Daladier, sowie der italienischen Regierungschef Benito Mussolini.

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Netflix-Produktion in München: Starbesetzung mit internationalem Einschlag

Der deutsche Filmemacher Christian Schwochow (42, Paula, Deutschstunde) führt Regie für die deutsch-britische Netflix-Produktion, die mit einer Starbesetzung daher kommt. Im Mittelpunkt der Handlung stehen die fiktiven Charaktere Hugh Legat (gespielt von George McKay), Privatsekretär Chamberlains, und der deutsche Diplomat Paul von Hartmann (Jannis Niewöhner), der Mitglied des Widerstands gegen Hitler ist. Die Studienfreunde beschließen im Vorfeld der Konferenz in München, alles dafür zu tun, damit das Abkommen zustande kommt und ein Krieg verhindert wird.

Die Rolle Chamberlains übernimmt Oscar-Preisträger Jeremy Irons (Die Affäre der Sunny von B.), außerdem sind Liv Lisa Fries (Babylon Berlin), Sandra Hüller und August Diehl dabei. Gedreht wird in Deutschland und England. (Stéphanie Mercier) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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