Eine Trambahn der aktuellen Generation in der Nähe des Maximilianeums in München
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Eine Trambahn der aktuellen Generation in der Nähe des Maximilianeums in München.

Grün-Rot stellt die Weichen

Neue Tramstrecken in München: Sechs Trassen sollen den Verkehr entlasten - Das sind die Pläne

  • Sascha Karowski
    vonSascha Karowski
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Ausbau-Offensive für die Tram in München: Sechs neue Trassen wird die Koalition beantragen. Wann die Strecken fertig sein sollen - und wie die Routen verlaufen.

  • München* hat eine Entlastung des Verkehrsgeschehens dringend nötig. Es gibt konkrete Pläne.
  • Die Rathaus-Koalition plant einen Ausbau des Straßenbahn-Netzes - in diversen Stadtbezirken.
  • Das Trambahn-Netz der Stadt soll um sechs Routen erweitert werden. Wir stellen die Pläne vor.

München - SPD und Grüne planen eine Ausbau-Offensive für die Tram. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) soll Machbarkeitsstudien in Auftrag geben. Wunsch ist, die Trassen bis 2035 zu realisieren.

Eine neue Tram Y-Nord könnte auf teilweise bereits bestehender Gleisstruktur vom Hauptbahnhof in den Norden führen und über die Haltestelle Hochschule München, das Nordbad, den Petuelring und entlang der Schleißheimer Straße fahren. Anschließend folgt eine Verzweigung in Form eines „Y“ – nach Nordwesten Richtung des Stadtentwicklungsgebiets Nord sowie in östliche Richtung zur U-Bahnstation „Am Hart“.

München: Neue Trambahn-Projekte sollen U-Bahnen entlasten und Autos ersetzen

Eine weitere Straßenbahn könnte sich an der Linienführung des stark frequentierten Metrobus 55 orientieren. Der Ausbau würde zunächst bis Neuperlach Zentrum erfolgen. Die Möglichkeit zur Verlängerung über Waldperlach bis nach Putzbrunn soll aber in den Planungen berücksichtigt werden.

Ferner stellen sich Grüne und SPD eine Tram-Südtangente vor, die über die Brudermühlbrücke die Buslinien X30 und 54 entlasten könnte. Denkbar sei eine Streckenführung Waldfriedhof (Fürstenrieder Straße) – Harras – Candidplatz – Tegernseer Landstraße (Neubaustrecke) mit Weiterführung in Richtung Ostbahnhof (und einer Neubaustrecke entlang der Welfenstraße).

Eine weitere Trasse, die Tram Wasserburger Landstraße, könnte ab der heutigen Haltestelle Kreillerstraße entlang der Wasserburger Landstraße stadtauswärts schließlich sogar bis nach Haar führen. Sie würde eine Aufwertung und Kapazitätserweiterung der stark nachgefragten ÖPNV-Achse im Münchner Osten darstellen.

Unter dem Arbeitstitel Tram Parkstadt-Solln soll das ÖPNV-Netz südlich der U3 ertüchtigt werden, das bisher nur aus Bussen besteht. Eine schienengebundene Kapazitätserweiterung entlaste die Buslinien und erschließe gleichsam die Entwicklungsgebiete entlang sowie südlich der Drygalski-Allee.

München: Im Nordosten soll ein Ringschluss zwei Trams zusammenführen

Überdies ist Wunsch der Rathausmehrheit, zur Erschließung des Gebietes der SEM Nordost einen Ringschluss zwischen der Tram 17 über Johanneskirchen mit der von Süden kommenden Tram 20 zu erreichen. Das soll durch Verlängerung der Trasse über die Eggenfeldner/Rappelhofstraße und Rennbahnstraße geschehen.

„Um die ehrgeizigen Ziele der Verkehrswende zu erreichen, braucht es dringend Trambahn-Tangenten“, sagt SPD-Stadtrat Nikolaus Gradl. „Mit einer Trambahn-Bauoffensive wollen wir die Weichen für einen Trambahnring und schnellere Verbindungen stellen.“ Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher ergänzt: „Die Überlastung der U-Bahn, die Abkehr vom Auto und die Notwendigkeit, rasch wachsende Gebiete am Stadtrand besser an den öffentlichen Verkehr anzuschließen, machen den Bau neuer Tramstrecken zu einer dringenden Aufgabe der Münchner Verkehrspolitik.“

Ist München bald eine Radl-Hauptstadt? Großoffensive wird eingeleitet - Doch es gibt Zweifel. *tz.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

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