BR und ARD heftig kritisiert

Oktoberfest-Serie lässt Wiesn-Wirte toben - „total daneben“ - BR und ARD heftig kritisiert

  • Lucas Sauter-Orengo
    vonLucas Sauter-Orengo
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Geld, Macht Intrigen. Die ARD Serie „Oktoberfest 1900“ zeigt München nicht von seiner schönsten Seite - was jetzt für Ärger sorgt. Die Darstellung der Wiesn erzürnt die Oktoberfest-Wirte.

  • In München findet das Oktoberfest wegen des Coronavirus in diesem Jahr nicht statt.
  • Eine neue ARD-Serie zeigt jetzt die "Wiesn" im Jahr 1900 - was jetzt für viel Ärger sorgt.
  • Wiesn-Wirte empfinden die Darstellung als „daneben und unverfroren“
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München - Es war abzusehen, trotzdem hat es viele wie ein Schlag getroffen, als der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zu Beginn der Coronavirus-Pandemie vor die Presse traten, um dem Oktoberfest 2020 eine Absage zu erteilen. Das Verständnis war in der breiten Masse groß - trotzdem wird der fehlende Anstich im September einigen abgehen, auch wenn die „Ersatz-Wiesn“ vieles verspricht. Noch mehr Melancholie könnte man durch die neue ARD-Serie „Oktoberfest 1900“ empfinden - oder mächtig Ärger. So geht es zumindest den Wiesn-Wirten der Stadt, die sich mächtig über die neue Serie echauffieren.

Oktoberfest in München: ARD-Serie zeigt Wiesn im Jahr 1900

Die ARD-Serie zeigt den gnadenlosen Kampf zweier Brauerei-Gruppierungen, die das große Ziel verfolgen, die absolute Vormachtstellung auf gesellschaftlicher sowie wirtschaftlicher Ebene in München* zu gewinnen. Mišel Matičević (50) spielt dabei einen Brauer, der sich mit unsauberen Mitteln die Gelegenheit verschafft, ein Bierzelt für 6.000 Menschen zu errichten - für viele kleine Brauereien ein Todesstoß. Und tatsächlich: Den großen Kampf der Wiesn-Wirte soll es im Jahr 1898 wirklich gegeben haben. Die ARD-Serie sorgt jetzt in München für mächtig Ärger - gestandene Wiesn-Wirte toben.

Münchner Oktoberfest: Wiesn-Wirte toben wegen ARD-Serie

„Ein Oktoberfest nur auf ein machtbesessenes Milieu zurückzudrehen, um Publikum zu generieren, ist total daneben und unverfroren. Es hat mit der Wirklichkeit nichts zu tun,“ sagt etwa Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner gegenüber bild.de. Doch dabei bleibt es nicht. Auch Christian Schottenhamel, Chef des gleichnamigen Wiesn-Zelts tobt gegenüber der Zeitung: „Das ist rufschädigend. Auch wenn es eine fiktive Darstellung sein soll, ist diese negative Darstellung schlimm.“

Wegen ARD-Oktoberfest-Serie: Münchner Wiesn-Wirte kritisieren ARD und BR

Am meisten Sorgen bereite dem Schottenhamel-Chef die Wirkung auf Zuschauer im In- und Ausland. Er befürchte, dass gewisse Darstellungen „hängen bleiben“. Viele würden meinen, dass die Dinge bis heute so laufen würden. Doch nicht nur die Darstellung sorgt für Ärger. Schottenhamel kritisiert gegenüber bild.de auch den Bayerischen Rundfunk. Schließlich sei dieser so etwas wie der „Hofsender“ des Oktoberfests. Und als wäre das nicht genug, stoßt Wiesn-Chef Baumgärtner auch der Drehort auf, wie er der Zeitung gegenüber gesteht: „Das Oktoberfest wurde in Prag aufgebaut, weite Teile in Prag gedreht. Warum? Hätte man uns einbezogen, hätten wir einiges möglich machen können.“

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Tobias Hase

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