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In Münchens Schulen sollen die Internetverbindungen besser werden.

Stadt investiert

Besseres Internet für Münchens Schulen

Veraltete Technik, zu wenige Computer und quälend langsames Internet: Die IT-Systeme an Münchens Schulen sind schon lange als marode bekannt. Das soll sich nun ändern: Die Stadt investiert Millionen in schnellere Verbindungen und neue Computer-Arbeitsplätze für Lehrer und Erzieher.

Dem Bildungsreferat zufolge soll allein das schnellere Internet (1 Gigabit pro Sekunde) an den Schulen und Kitas insgesamt knapp 52 Millionen Euro kosten – in diesem Betrag sind die laufenden Kosten bis ins Jahr 2022 eingerechnet. Am Dienstag wurde das Thema bereits im Kinder- und Jugendhilfeausschuss durchgewunken, gestern stand es im Bildungs- und Bauausschuss erneut auf der Tagesordnung.

An allen 230 Schulstandorten in München soll die Datenanbindung im Verwaltungsnetz von mageren zwei Megabit pro Sekunde (Mbit/s) auf 100 Mbit/s erhöht werden. Das sogenannte pädagogische Netz – also der Bereich, der von Lehrern und Schülern gemeinsam genutzt wird – soll an 230 Schulstandorten auf einen Gigabit pro Sekunde erhöht werden. Die entscheidende Maßnahme: Die veralteten Kupferanbindungen werden durch zeitgemäße Glasfaserkabel ersetzt. Insgesamt sollen 169.000 Schüler, Lehr- und Verwaltungskräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie pädagogische Fachkräfte an Tagesheimen davon profitieren.

Doch nicht jeder im Stadtrat ist mit den Details des Beschlusses zufrieden. Sowohl die SPD-Fraktion als auch die CSU haben noch am Dienstag Änderungsanträge eingereicht. Beide Fraktionen bemängeln die lange Dauer des geplanten Ausbaus. Erst 2022, also in sechs Jahren, sollen die Bildungseinrichtungen vollständig auf Vordermann gebracht sein.

„Die neuen Übertragungsraten von heute sind in fünf Jahren vielleicht schon wieder veraltet“, sagt CSU-Stadträtin Beatrix Burkhardt. „Es kann nicht sein, dass die Bürokratie in den Schulen laufend steigt, aber gleichzeitig die Rahmenbedingungen nicht stimmen.“

Auch die bildungspolitische Sprecherin der SPD- Fraktion Birgit Volk fordert eine Beschleunigung des Prozesses. „Zur Not sind auch Übergangslösungen denkbar“, sagt sie. In ihrem Änderungsantrag schlägt sie vor, die Kupferanbindungen einiger Standorte zunächst so weit zu ertüchtigen, dass sie übergangsweise eine Datenrate von 50 Mbit/s leisten können, bevor sie in ein paar Jahren durch Glasfaserkabel ersetzt werden.

Mit schnellerem Internet allein ist es freilich nicht getan. Neben der Breitbandanbindung hat der Stadtrat sich diese Woche noch mit einer zweiten Initiative zur Verbesserung der IT-Infrastruktur an Münchner Bildungseinrichtungen befasst. Das Bildungsreferat möchte auch die Verwaltungsarbeitsplätze für Lehrer und Erzieher an den Schulen und Kitas aufstocken. 1916 zusätzliche Computer-Arbeitsplätze sollen stadtweit entstehen. Während sich in Münchens Realschulen bislang im Schnitt 37 Vollzeit-Lehrer einen Computer teilen, sind es an den Gymnasien ganze 69. In den Mittelschulen sind es immerhin 21, in den Grundschulen 15.

In der Vergangenheit waren die nötigen Arbeitsstationen sogar so knapp gewesen, dass das Bildungsreferat in seinem eigenen Hauptgebäude provisorische Verwaltungscomputer bereitstellte, an denen die Lehrer Zeugnisse erstellen, Schulstatistiken erheben und andere Aufgaben erfüllen konnten, für die die Zeit an den umkämpften Schul-PCs nicht reichte. Billig wird die neue IT-Ausstattung allerdings nicht. Fast 21 Millionen Euro soll sie kosten, rund zwei Jahre soll die Umsetzung des Vorhabens dauern. Beatrix Burkhardt betrachtet den teuren Ausbau als alternativlos. „Die Kinder müssen endlich in den Genuss neuer, IT-gestützter Lernmethoden kommen“, sagt sie. „Auch die Lehrer müssen unbedingt neue PC-Ausstattungen bekommen.“

Dabei ist das Problem der mangelhaften Computer-Ausstattung an den Schulen und Kitas lange bekannt. Das aktuelle Vorhaben des Bildungsreferats basiert auf Stadratsbeschlüssen aus den Jahren 1999, 2000 und 2001. Schon damals entschied dieser, alle Bildungseinrichtungen modern auszustatten und mit einer Breitbandverbindung ans Internet zu koppeln.

Marian Meindel

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