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Eine Münchnerin soll eine Autobahn in Portugal befahren haben, ohne dafür zu bezahlen. Drei Jahre später bekam sie Post (Symbolbild).

Experte schätzt Fall ein

Frau kriegt irre Rechnung -  drei Jahre nach Reise: „Wer es darauf ankommen lassen will ...“

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Ihre Reise nach Portugal liegt bereits drei Jahre zurück. Jetzt hat eine Frau aus München eine kuriose Rechnung erhalten.

München - Nur zu gerne denkt Lena K.* an ihre Reise nach Lissabon zurück. Im Sommer 2016 hat sie mit ihrem Freund zehn traumhafte Tage in der portugiesischen Hauptstadt verbracht. Wenn es daheim in München wieder einmal regnet, erinnert sich die 30-Jährige an malerische Gässchen, eine lebendige Streetart-Szene und den Duft von Pasteis de Nata in ihrer Nase. Der kurze Ausflug mit einem Mietauto stand in ihrer Urlaubserinnerung lange Zeit nicht an oberster Stelle. Vor wenigen Tagen hat sich das geändert.

Es ist Ende Juli 2019 - seit der Portugal-Reise sind beinahe drei Jahre vergangen - als K. eine kuriose Rechnung ins Haus flattert. Absender ist der Inkassodienstleister „Euro Parking Collection“ mit Sitz in Großbritannien. K. wird in dem Schreiben aufgefordert, binnen drei Wochen 16,26 Euro zu entrichten. Angeblich habe sie während ihres Urlaubs eine portugiesische Autobahn benutzt, ohne dafür zu bezahlen.

München: Drei Jahre nach Urlaub - Frau flattert kuriose Rechnung ins Haus

Drei Jahre nach ihrem Urlaub in Portugal hat eine Münchnerin eine kuriose Zahlungsaufforderung erhalten.

„Wir sind damals nur einen Tag mit dem Mietauto unterwegs gewesen; gut möglich, dass wir auf der genannten Straße gefahren sind. Dort gab es allerdings keine Möglichkeit, eine Gebühr zu entrichten. Auch später ist niemand mit einer Zahlungsaufforderung an mich herangetreten“, erklärt K. Dass dies nun drei Jahre später durch eine Firma mit Sitz in Großbritannien geschehe, sei schon mehr als kurios, „zumal aufgrund eines eher geringen Betrags“. In ihrem Bekanntenkreis habe die Nachricht für reichlich Belustigung gesorgt, berichtet K.

Auf Anfrage gibt ADAC-Sprecher Johannes Boos eine Einschätzung ab: „Im vorliegenden Fall geht es offensichtlich um eine – aus welchem Grund auch immer – nicht korrekte Entrichtung der Autobahnmautgebühren. Mautgebühren sind in Portugal zivilrechtlicher Natur und können acht Jahre lang eingefordert werden“. Dass der britische Inkassodienstleister EPC mit der Einforderung beauftragt werde, sei nicht unüblich. „Insofern ist die Forderung durchaus authentisch“, konstatiert Boos.

Urlauberin aus München soll nach drei Jahren zahlen: „Wer es darauf ankommen lassen will ...“

Für die betroffene K. gebe es laut Boos nun zwei Möglichkeiten. Zahlt sie den fälligen Betrag, sei der Vorgang erledigt. „Wer es darauf ankommen lassen will, geht auf Risiko“, zeigt der ADAC-Sprecher die zweite Variante auf. Dann bestünde theoretisch die Möglichkeit, dass der portugiesische Autobahnbetreiber oder das Inkassounternehmen den fälligen Betrag hierzulande eintreiben können. „In der Praxis ist uns bislang aber noch kein Fall bekannt geworden, in dem hiervon tatsächlich Gebrauch gemacht wurde“, sagt Boos.

Für die Einschätzung des Experten ist K. mehr als dankbar. Darauf ankommen lassen möchte es die 30-Jährige nicht. „Ich werde bezahlen, den Betrag kann ich gerade noch verkraften“, erklärt sie schmunzelnd. Mit dem kuriosen Schreiben ist sie nun um eine Urlaubserinnerung reicher. „Das werde ich mir auf jeden Fall aufheben“, kündigt die Münchnerin an.

Video: Kommt nun die Kilometer-Maut?

lks

Vor wenigen Wochen fand ein Münchner unweit des Nordbads einen ungewöhnlichen Zettel auf seinem Wagen, die Botschaft darauf mehr als eindeutig: „Dein Wagen verbraucht zu viele Rohstoffe. Dein SUV ist weder cool noch sexy.“ Binnen kürzester Zeit hatte der Getadelte eine handschriftliche Antwort auf seinem SUV fixiert - und die begann so:  „Lieber Klimaschützer ...“

Kurioser Schnappschuss aus München: Ein junger E-Scooter-Fahrer bereichert die Mobilitätswende um eine höchst kuriose Dimension.

*Name von der Redaktion geändert.

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Kommentare

PeterRealAntwort
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Euro Parking Collection ltd ist für mich nicht seriös, sondern ein "europäisches" Inkassounternehmen in eigener Sache. Kaufen berechtigte und unberechtigte Forderungen günstig im Paket um sie zu Geld zu machen. Je mehr einfach bezahlen, desto höher der eigene Gewinn.
Zahlt man die 16,26€ einfach hat man was auch immer anerkannt und ob danach weitere Forderungen nachkommen wäre ich mit nicht so sicher.

Bei einem Mietwagen ist man nicht der Halter.

Ich würde erst einmal nachweislich beim damaligen Autovermieter nachfragen, was es mit der Sache auf sich hat und um eine Kopie des Beleges der angeblich offenen Viavende (und des Mietvertrages, sofern nicht noch vorhanden) bitten.
Gab es überhaupt keine Mautstation geht es um e-toll und die hat der Halter/Autovermieter zu tragen und sind mit der Automiete bezahlt.

Viavende wird eigentlich direkt der Kreditkarte oder EC-Karte im nachhinein belastet, die man als Sicherheit hinterlegt hat, sollte da was auf evtl. Freifahrspuren angefallen sein. Dann wäre man aber an einer Mautstation durch eine Freifahrspur vorbeigefahren.
Stünde im Mietvertrag drinnen, dass man die Freifahrspur nicht nutzen darf, dann wäre die Forderung nebst vereinbarter Bearbeitungsgebühr und aufgelaufenen Mahnkosten mittlerweile höher als 16,26€.

Auch erst einmal die eigenen Kontoauszüge von damals nochmals durchsehen.
Der Autovermieter muss keine Adresse ermitteln lassen. Er hat sie ja. Außer man hätte falsche Angaben gemacht.
Gleichzeitig würde ich bei Euro Parking Collection ltd Auskunft über die gespeicherten Daten und deren Löschung verlangen, da du ggf. nur an den damaligen Autovermieter direkt bezahlen wirst, sollte die Forderung sich als berechtigt herausstellen und sie damals vergessen wurde dem vereinbarten Konto zu belasten.

Als Schlusssatz noch einen Verweis auf den bevorstehenden brexit und PIGS-Staaten im allgemeinen, wenn man ganz gemein ist. Und darauf hinweisen, dass es auch viele schöne andere Urlaubsländer gibt, die nicht erst nach drei Jahren nachträglich zusätzliches Geld fordern wollen ;)

catAntwort
(0)(0)

Die Daten sind bei der Mietwagenfirma gespeichert. Ohne die bekommt man bekanntlich kein Auto.
Der Rest ging übers Autokennzeichen.

cat
(0)(0)

Die Euro Parking Collection kassiert auch norwegische Mautgebühren. Die Firma ist also seriös. Vor Antritt der Reise kann man sich dort registrieren und bekommt die Rechnung nach Hause bzw. die angefallenen Mautgebühren werden der Kreditkarte belastet. Die Abrechnung kann schon bei einer normalen Registrierung ein paar Monate dauern.
Beim Befahren eines mautpflichtigen Abschnitts wird das Kennzeichen erfasst.
Das es in dem beschriebenen Fall sich um einen Mietwagen gehandelt hat, hat die Euro Parking Collection sich an den Vermieter gewandt, anhand des Datums kann man den Mieter ermitteln und der hat jetzt die Rechnung bekommen, wo ist also das Problem? Hat eben durch die Ermittlungen etwas gedauert.
Vielleicht sollte man sich über eventuelle Mautpflicht im Urlaubsland informieren, auch wenn man „nur“ einen Tag einen Mietwagen fährt, das könnte einige Irritationen verhindern.
Auf keinen Fall ist das ein Grund, sich gleich an die Presse zu wenden.