Die Stadt München wird womöglich um ein Geschäft ärmer (Symbolbild).
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Die Stadt München wird womöglich um ein Geschäft ärmer (Symbolbild).

Drohende Schließung

Corona-Schock: Münchner Traditionsunternehmen stellt Insolvenzantrag - „Krise hat uns schwer getroffen“

  • Andreas Schmid
    vonAndreas Schmid
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Corona und die Folgen für die Wirtschaft: Ein Münchner Traditionsunternehmen hat die Krise „schwer getroffen“. Nun musste gar ein Insolvenzantrag gestellt werden.

  • Die Corona-Krise beastet die Wirtschaft schwer.
  • Immer mehr Unternehmen geraten in finanzielle Schieflage.
  • Nun erwischte es ein Münchner* Traditionsunternehmen.

München - Die Folgen der Corona-Krise bekommt die Wirtschaft immer stärker zu spüren. Etliche Unternehmen stehen vor großen finanziellen Problemen. Dabei trifft es neben etablierten Firmen wie Galeria Karstadt Kaufhof*, insbesondere kleinere Betriebe. Nun erwischte es ein weiteres Münchner Traditionsunternehmen. 

Corona in München: Jeans Kaltenbach stellt Insolvenzantrag - „Krise hat uns schwer getroffen“

Das Geschäft Jeans Kaltenbach hat einen Antrag auf Insolvenz im Eigenverfahren gestellt. „Die Folgen der Corona-Krise für den innerstädtischen Einzelhandel haben auch uns schwer getroffen“, wird Geschäftsführer Norbert Kaltenbach in einer offiziellen Mitteilung zitiert. 

Das Traditionsunternehmen betreibt momentan zwei Läden in München* und zählt rund 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Was bedeutet der Insolvenzantrag für sie? Die Angestellten seien über die aktuelle Situation und das weitere Vorgehen informiert worden. Anstelle ihrer Löhne und Gehälter erhalten sie für drei Monate Insolvenzgeld der Bundesagentur der Arbeit. In der offiziellen Mitteilung ist unterdessen nichts von einer Filialschließung zu lesen, doch die Süddeutsche Zeitung berichtet genau von diesem Szenario. 

Jeans Kaltenbach in München bekommt Corona-Krise zu spüren - macht eine Filiale dicht?

Unter Berufung auf Aussagen des Sanierungsexperten Thomas Klöckner, der fortan Teil der Geschäftsführung wird, schreibt die Zeitung, dass einer der Läden schon Ende August schließen müsse. Dabei soll es sich um die Filiale in der Sendlingerstraße handeln. Das Geschäft in der Herzogspitalstraße sei indes nicht betroffen.

Vonseiten des Unternehmens, das seit 1953 Hosen verkauft, gibt man sich unterdessen optimistisch. Der Insolvenzantrag müsse nicht zwingend das Aus für Jeans Kaltenbach bedeuten, denn eine Krise sei auch immer eine Chance: „Unser Ziel ist es jetzt, Jeans Kaltenbach nachhaltig zu sanieren und unsere Tradition als ein attraktiver Anbieter in Sachen Jeans-Kompetenz auch zukünftig fortzusetzen“, erklärt der Geschäftsführer.

Coronavirus in München: Jeans Kaltenbach vor der Insolvenz - Investorenlösung als mögliche Rettung

Damit die Restrukturierung des Unternehmens gelingen kann, stellt sich der Familienbetrieb personell neu auf und holt sich auch externe Unterstützung von der Münchner Kanzlei Lecon ins Haus. Zudem werde über eine Investorenlösung diskutiert, „um auf diese Weise ein oder mehrere Interessenten zu finden, die bereit wären, Mittel für die Zukunft des Unternehmens zur Verfügung zu stellen.“ (as) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks 

Hier finden Sie alle aktuellen Corona-News aus Deutschland.

Das Coronavirus hält die Wissenschaft in Atem. Eine neue Studie der AOK Bayern zeigt jetzt, wie unterschiedlich sich das Coronavirus in einer Stadt wie München ausbreiten kann.*  Am Platzl in München kämpfen außerdem Schuhbeck & Co. ums Überleben - wegen Corona herrscht dort Flaute

Geschlossene Warenhäuser, verrammelte Schaufenster – der Einzelhandel kämpft. Und das nicht erst seit Corona. Immer mehr Läden müssen schließen, freie Flächen stehen länger leer als früher.

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In München kommt es am Donnerstag (9. Juli) zu Verkehrsbehinderungen. Grund ist ein Demonstrations-Zug von Schaustellern und Marktkaufleuten, die auf ihre Situation in der Corona-Krise aufmerksam machen wollen.

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