Geplanter Auftritt 

Politiker protestieren gegen Kollegah-Konzert in München - umstrittener Rapper nimmt Stellung

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Skandal-Rapper Kollegah will für ein Konzert nach München kommen. Nun formiert sich Widerstand gegen den Besuch des 35-Jährigen.

  • Wirbel um Konzert in München: Der geplante Auftritt von Skandal-Rapper Kollegah erhitzt die Gemüter.
  • Dem 35-Jährigen wird vorgeworfen, antisemitische und homophobe Texte zu produzieren.
  • Mehrere Politiker haben den Veranstalter aufgefordert, das Konzert abzusagen.

Update 15. November, 9.30 Uhr: Der umstrittene Rapper Kollegah (35) hat Antisemitismus-Vorwürfe gegen ihn erneut entschieden zurückgewiesen. „Ich hab' mit Antisemitismus nichts zu tun, davon distanziere ich mich“, sagte er nach Angaben seines Managements am Donnerstagabend bei einem Auftritt in Leipzig. „Einer meiner besten Freunde ist Jude.“ Der „Vorwurf der Frauenfeindlichkeit, der Homophobie, des Antisemitismus' und haste alles nicht gesehen“, der ihn immer wieder treffe, sei falsch, sagte er auf der Bühne, wie aus Videos hervorgeht, die sein Management verschickte.

Derweil geht die Suche nach einem vermissten Münchner Studenten weiter. Er war nach einer Nacht in Heidelberg verschwunden.

Antisemitismus-Beauftragter vor Kollegah-Besuch entsetzt - „Kann ja nichts verbieten, aber ...“

Update 14. November, 15 Uhr: Bayerns Antisemitismus-Beauftragter Ludwig Spaenle (CSU) hat seiner Kritik am geplanten Konzert des umstrittenen Rappers Kollegah in München Nachdruck verliehen. „Ich kann ja nichts verbieten, aber ich kann jeden Veranstalter nur auffordern, das mit der nötigen Sensibilität zu sehen“, sagte Spaenle am Donnerstag in München. 

Aus Sicht Spaenles hat Kollegah sich nie ausreichend von Antisemitismus-Vorwürfen gegen ihn distanziert. „Der sendet Signale“, sagte Spaenle. „Man könnte das geistige Brandstiftung nennen.“ Kollegahs Management war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. 

dpa

Skandal-Künstler sorgt mit Plan für Entrüstung - deutliche Warnungen vor umstrittener Show

Erstmeldung 14. November, 8.30 Uhr:

München - Grundschullehrer zucken zusammen, wenn sie seine Texte hören. Skandal-Rapper Kollegah gilt als Verfechter der expliziten Sprache. Immer wieder wird dem 35-Jährigen vorgeworfen, antisemitische, frauen- und schwulenfeindliche Inhalte zu bedienen. 

Bei der Echo-Verleihung 2018 hatte Kollegah gemeinsam mit seinem Rap-Kollegen Farid Bang für einen Skandal gesorgt. Nachdem die beiden umstrittenen Musiker ausgezeichnet worden waren, gaben renommierte Künstler wie Marius Müller-Westernhagen ihre Preise zurück. Bundesaußenminister Heiko Maas hatte die Prämierung der Skandal-Rapper seinerzeit als „beschämend“ bezeichnet.

Kollegah in München: Politiker wollen Auftritt verhindern

Auch Ende des Jahres 2019 wird Kollegah nicht überall mit offenen Armen empfangen. Am Dienstag (12. November) hatte Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker gegen ein Konzert des 35-Jährigen protestiert. „Wer versucht, unsere Toleranz zu missbrauchen, der ist kein Vertreter von Meinungsfreiheit, sondern von Dummheit“, hatte Reker in einer emotionalen Ansprache deutlich gemacht. Den Auftritt des 35-Jährigen verhinderte das nicht.

Nun regt sich auch in München Widerstand. In der bayerischen Landeshauptstadt soll Kollegah am 14. Dezember seine Hits zum Besten geben - für diesen Tag ist ein Konzert des Deutsch-Kanadiers in der Event-Location „Backstage“ angekündigt. Zwei Münchner Politikern hat es angesichts dieser Aussichten die Vorweihnachtsstimmung gründlich verhagelt. Bild (Vorsicht, Bezahlschranke) berichtet über ihre Befürchtungen. Auch in Offenbach betrachtet man Kollegahs bevorstehenden Gig skeptisch, wie op-online.de* berichtet. Der umstrittene Rapper wird hier vier Tage nach dem Konzert im Münchner Backstage auftreten.

München: Wirbel um geplantes Kollegah-Konzert - „eindeutig frauenverachtend und homophob“

„Ich sehe das Konzert sehr kritisch. Die Töne, die man von Kollegah hört, sind eindeutig mit antisemitischen Signalen und Stereotypen kontaminiert“, äußert sich CDU-Mann Ludwig Spaenle, Bayerns Antisemitismus-Beauftragter. 

Münchens Grünen-Chef Dominik Krause bläst ins gleiche Horn. Er fordert den Veranstalter auf, das Konzert abzusagen. „Es sollte nicht im Backstage stattfinden vor so vielen Jugendlichen“, warnt Krause. Kollegahs Texte erscheinen dem 29-Jährigen „eindeutig frauenverachtend und homophob“  sowie mit „kruden KZ-Vergleichen“ gespickt.

lks

Skandal-Rapper Kollegah gilt als großer Fußballfan. Mit einem Instagram-Post hat sich der 35-Jährige einst vor FC-Bayern-Star Robert Lewandowski verneigt, wie tz.de* berichtet. Auch dem Shisha-Business steht der Musiker offen gegenüber. In seiner neuen Bar dauerte es bis zur ersten Razzia allerdings nicht lange.

*tz.de und op-online.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa / Matthias Balk

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