Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä.
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Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä.

Polizei-Präsident erschüttert

Drogen-Skandal in München: Razzia bei mehreren Polizeibeamten - nun folgen Konsequenzen

Drogen-Skandal: In München ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen mehrere Polizeibeamten. Auf Wohnungsdurchsuchungen folgten schon bald ernste Konsequenzen.

  • Dorgen-Skandal bei der Münchner Polizei?
  • Die Ermittlungen laufen seit 2018 - am Mittwoch (23. September) durchsuchten die Ermittler verdächtige Wohnungen und Dienststellen in München.*
  • Die Liste an Vorwürfen gegen die Münchner Beamten ist lang: Verfolgung Unschuldiger, Strafvereitelung im Amt - und Schlimmeres.
  • Nun folgten Konsequenzen.

Update vom 23. September, 20.05 Uhr: Nachdem bei mehreren Polizeibeamten Durchsuchungen stattfanden (siehe Erstmeldung), hat der Drogen-Skandal in München nun Konsequenzen. „Wie bereits berichtet, vollzog das Bayerische Landeskriminalamt zusammen mit der Staatsanwaltschaft München I heute gegen mehrere Beamte des Polizeipräsidiums München Beschlüsse v.a. wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und das Antidopinggesetz“, teilt die Polizei nun in einem Pressebericht mit.

Im Fokus der Ermittlungen standen „neun neue Beschuldigte besonders im Fokus“, heißt es weiter. Im Anschluss an die polizeilichen Maßnahmen wurde gegen fünf von Ihnen ein „Verbot der Führung der Dienstgeschäfte“ - eine Suspendierung - ausgesprochen. „Die übrigen Beamten werden ab sofort im Innendienst und auf anderen Dienststellen eingesetzt“, so die Polizei.

Drogen-Skandal in München: Razzia bei mehreren Beamten - Polizei-Präsident über Ausmaße erschüttert

Erstmeldung vom 23. September, 12 Uhr:

München - Die Staatsanwaltschaft München I und das Bayerische Landeskriminalamt ermitteln seit Mitte Juli 2018 gegen insgesamt 21 Beamte des Polizeipräsidiums München. Vor allem wegen des Verdachts von Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Deshalb wurden am Mittwoch (23. September), ab 6 Uhr, die Wohnungen und im Zusammenhang stehende Räumlichkeiten in den Dienststellen der beschuldigten Beamten durchsucht. Von dieser Maßnahme betroffen waren insgesamt neun Polizeibeamte des Polizeipräsidiums München. Nach Abschluss der ersten kriminalpolizeilichen Maßnahmen soll gegen die Beschuldigten ein Disziplinarverfahren eröffnet werden.

Razzia am frühen Morgen: Schwere Vorwürfe gegen Polizisten aus München

Gegen einzelne Beamte werde auch wegen des Verdachts der Verfolgung Unschuldiger oder Strafvereitelung im Amt ermittelt. Aus Sicht der Ermittlungsbehörden wiegt vor allem der Vorwurf der Verfolgung Unschuldiger schwer. Es sollen Anhaltspunkte vorliegen, dass es in einem Fall einen von den Polizisten behaupteten Widerstand gegen Polizeibeamte gar nicht gegeben hat.

In einem anderen Fall soll ein Polizist auf einer Dienststelle verwahrtes Kokain abgezweigt haben (der strafrechtliche Vorwurf lautet auf „Verwahrungsbruch“) und von seinen Kollegen nicht daran gehindert worden sein - was wiederum Strafvereitelung bedeuten würde.

Die Ermittlungen waren 2018 ins Rollen gekommen, nachdem ein mutmaßlicher Drogenhändler, der vor allem Kunden eines Münchner Nachtclubs mit Rauschmitteln versorgt haben soll, vor Gericht Vorwürfe gegen Polizisten erhoben hatte.

Polizei-Skandal in München: Präsident Andrä zeigt sich erschüttert - „Absolut inakzeptabel“

Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä äußerte sich zu den Vorgängen wie folgt: „Für mich ist das hier im Raum stehende Verhalten der betroffenen Polizeibeamten absolut inakzeptabel und muss, wenn sich die Vorwürfe wirklich bestätigen, mit aller gesetzlicher Härte bestraft werden. Wir als Polizeibeamte haben durch unsere Aufgabe eine besondere Stellung in der Öffentlichkeit, die es auch stets zu achten gilt.

Es kann definitiv nicht geduldet werden, dass, wie es die bisherige Ermittlungslage vermuten lässt, wissentlich von Mitarbeitern unseres Polizeipräsidiums Straftaten verübt wurden. Ich vertraue hier insbesondere auf die unabhängige und neutrale Ermittlungsarbeit des Bayerischen Landeskriminalamts, das zusammen mit der Staatsanwaltschaft München I alles daran setzen wird, den Sachverhalt auf das Genaueste aufzuklären.“

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