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Verkehrsexperten schicken Brandbrief an den DB-Chef: „Das Image der S-Bahn München ist desaströs“

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Von: Dirk Walter

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Leider ein gewohntes Bild: Verspätungen bei der S-Bahn München.
Leider ein gewohntes Bild: Verspätungen bei der S-Bahn München. © Matthias Balk / dpa / Symbolbild

Die S-Bahn in München: Oft sorgt sie bei vielen Pendlern für Ärger. Verkehrsexperten kritisieren das öffentliche Transportmittel in einem Brandbrief.

München - S-Bahn-Chaos: die x-te Fortsetzung eines traurigen Kapitels! Jetzt haben Verkehrsexperten mit drastischen Worten gegen die andauernden Störfälle bei der Münchner S-Bahn protestiert. Der Brief, der der tz vorliegt, ist einzigartig massiv! „Das Image der S-Bahn München ist derzeit als desaströs zu bezeichnen“, heißt es in einem zweiseitigen Schreiben, das der Beirat der Bayerischen Eisenbahngesellschaft an DB-Chef Richard Lutz und DB-Infrastruktur-Vorstand Ronald Pofalla geschickt hat.

S-Bahn München: Die meisten Verspätungen durch Technikprobleme verursacht

Die Funktion der S-Bahn „als zuverlässiges Transportmittel für Berufspendler“ sei „nur noch eingeschränkt gewährleistet“, heißt es in dem Schreiben zudem. Die meisten Verspätungen seien dabei durch Technikprobleme verursacht worden, und zwar ohne „dass hierfür außergewöhnliche Wetterereignisse eine Rolle gespielt“ hätten. Weiter heißt es in dem Brief: Infrastrukturprobleme bei der Bahn hätten „ein Ausmaß erreicht“, das „nicht mehr hinnehmbar“ sei. Zudem habe die Zahl der Fahrzeugstörungen stark zugenommen. Die S-Bahn München habe im zweiten Halbjahr 2021 nur noch „stark unterdurchschnittliche monatliche Pünktlichkeitswerte“ erreicht, der November sei dabei der schlechteste Monat der vergangenen Jahre.

Der Brief ist vom Beiratsvorsitzenden Andreas Mäder, dem Chef des Nürnberger Verkehrsverbunds, unterzeichnet. Dem Beirat gehören Vertreter aller Verkehrsverbünde, also auch der MVV, sowie der Wirtschaft, Gewerkschaften und Verbände an. In dem Brief wird die Sicherstellung einer hohen Qualität bei der Baustellenplanung, eine frühzeitige Kommunikation von Baumaßnahmen und eine bessere Instandhaltung des Schienennetzes gefordert. „Die sich bereits seit Jahren andeutende Negativentwicklung muss dringend gestoppt werden.“ Ausdrücklich warnt Mäder vor einer Massenflucht der Münchner Fahrgäste: Die Pannen würden dazu führen, „dass eine nicht unerhebliche Anzahl an Fahrgästen“ dem Schienenpersonennahverkehr „dauerhaft entzogen wird“. Das dürfe nicht sein.

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