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Schwabing-Film für Liebhaber: Warum Alt-OB Christian Ude auf dem Siegestor vor der Kamera steht

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Von: Klaus Vick

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Alt-OB Christian Ude stand auf dem Siegestor in München vor der Kamera.
Alt-OB Christian Ude stand auf dem Siegestor in München vor der Kamera. © Facebook

Er ist Schwabinger durch und durch: Alt-OB Christian Ude musste keine Sekunde überlegen, ob er als Interviewpartner für einen „ehrgeizigen Schwabing-Film“ zur Verfügung steht.

München - Geboren ist Christian Ude am Kurfürstenplatz, seit Jahrzehnten lebt er am Kaiserplatz. Der Münchner Alt-OB ist Schwabinger durch und durch, kennt viele Künstler und Kulturschaffende aus dem Viertel, hat die Schwabinger Krawalle 1962 miterlebt. Kurzum: Der 73-Jährige ist ein Zeitzeuge par excellence. Und ein guter Geschichtenerzähler sowieso.

Kein Zufall also, dass Ude ein wesentlicher Protagonist für ein aktuelles Filmprojekt ist. Es geht um einen „ehrgeizigen Schwabing-Film“, wie der Alt-OB unserer Zeitung verrät. Die Produktionsgesellschaft Media Future Team um Regisseurin Birgit Rätsch dreht gerade eine große Dokumentation vom Schwabing des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Im Fokus stehen die Künstlerszene, die Schwabinger Salonkultur, die politischen Unruhen der 60er- Jahre, das Hochschulviertel, aber auch der aktuelle Immobilienwahnsinn. Das Dritte Reich wird ebenso wenig ausgeklammert.

Film über München-Schwabing: Schon zum Jahreswechsel 2020/21 gab es mehrere Drehtage

Gedreht wird an vielen bekannten Plätzen, Orten und historischen Gebäuden Schwabings. Ob er lange überlegt habe, sich als Interview-Partner zur Verfügung zu stellen? Ude lächelt und sagt: „Null.“ Schon zum Jahreswechsel 2020/21 gab es mehrere Drehtage. Zum Beispiel im und auf dem Siegestor. Kaum zu glauben: „Da hab ich schon als Schüler wilde Partys gefeiert“, erzählt der SPD-Politiker. So ganz wohl sei ihm damals aber nicht in seiner Haut gewesen. „Da drin war es dunkel und staubig.“ Und oben auf dem Siegestor drohte akute Absturzgefahr.

Gemeinsam mit dem Sänger, Musikprofessor und Buchautor Anatol Regnier erzählt Ude im Antiquariat Kitzinger (in vierter Generation!) vom Schwabing der Jahrhundertwende um 1900. Regnier ist ein Enkel des Schriftstellers und Dramatikers Frank Wedekind (1864 bis 1918). Den Sohn der berühmten und lebenslustigen „Schwabinger Gräfin“ Franziska zu Reventlow (1871 bis 1918), Rolf Reventlow (1897 bis 1981), hat Ude noch kennengelernt. Eine schillernde Persönlichkeit, die im Spanischen Bürgerkrieg auf der Seite der Sozialisten kämpfte, die NS-Zeit im Exil überstand und danach SPD-Parteisekretär in München wurde. Auch mit Marya Delvard (1874 bis 1965), Mitgründerin der legendären „Elf Scharfrichter“, des ersten politischen Kabaretts in München, hatte Ude noch persönliche Begegnungen in seiner Jugendzeit.

Film über München-Schwabing: Authentische Erinnerungen vieler Originale

Es sind authentische Erinnerungen vieler Schwabinger Originale, die in dieser Produktion zusammengefügt werden. Geplant sind laut Ude zwei Filme mit einer Länge von jeweils 90 Minuten. Erst vor einigen Tagen war der Alt-OB auf einem weiteren Dreh, bevor er in sein Urlaubsdomizil auf Mykonos entflog.

Die Dreharbeiten dauern an. Eine Ausstrahlung – es steht noch nicht fest, auf welchem Sender oder in welchem Format – werde es erst Ende 2022 geben, sagt Christian Ude. Er verspricht aber schon jetzt: „Es wird ein Schwabing-Film für Liebhaber.“ KLAUS VICK - *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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