Zwei Frauen in Lederhosen sitzen auf einer Balustrade und stoßen mit Bier an
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Abschiedsprost: Die Wirtinnen Kristina und Ninja Höfler verlassen das Schiller Bräu.

Nachricht auf Facebook verbreitet

Münchner Wirtinnen hören auf - Verkündung sorgt für Wirbel: „Kann mir nicht erklären, warum das so eskaliert“

Die Wirtinnen Kristina und Ninja Höfler verlassen das Schiller Bräu. Schon diese Nachricht schockiert viele Gäste. Noch mehr allerdings, wie diese verbreitet wurde.

München - Schluss mit Schiller Bräu, heißt es ab 20. Dezember. Name und Standort des Lokals im Bahnhofsviertel bleiben, die Gesichter am Tresen aber nicht: das junge Wirtsehepaar Kristina und Ninja Höfler geht. Ein Schock für Stammgäste, immerhin haben die die Neuigkeit über einen Beitrag auf der Facebookseite des Lokals erfahren - und der kam nicht von den Höflers selbst, die die Wirtschaft samt Hotel und Brauerei schon seit über vier Jahren betreiben.

„Die Wirtinnen haben kürzlich das Restaurant Zum Alten Markt übernommen“, steht im Beitrag, unterschrieben von Johanna Lindner und Arno Sonderfeld von der Unternehmensgruppe Lindner aus dem niederbayerischen Arnstorf. „Somit haben wir uns entschieden, die Zusammenarbeit in gutem Einvernehmen zu beenden und im Schiller Bräu getrennte Wege zu gehen.“

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Von „gutem Einvernehmen“ zeugen die Kommentare der Stammgäste jedoch gar nicht. Jochen Hencke etwa fragt: „Wie kommt man auf die Idee, die Wirtinnen von der Facebookseite zu entfernen, bevor der Laden übergeben wurde?“ Eine berechtigte Frage, immerhin endet der Pachtvertrag der Höflers erst am 31. Dezember.

Doch die Marke Schiller Bräu und auch die Facebookseite gehören der Lindner Gruppe, wie Johanna Lindner der tz auf Nachfrage erklärt. „Wir wollten mitteilen, was sich ab Januar verändert“, sagt sie. „Die Zugriffsrechte der Wirtinnen haben wir entfernt und den Beitrag gepostet.“

„Da sind die Emotionen wohl übergekocht“

Was folgte, war ein emotionaler Kommentar von Ninja Höfler, den Lindner prompt löschte - während sie mit Kristina Höfler telefonierte. „Ich kann mir nicht erklären, warum das so eskaliert ist. Da sind die Emotionen wohl übergekocht“, sagt sie. Zumindest Kristina Höfler hat nun ihre Zugriffsrechte wieder.

Das Lokal lief gut, die Höflers haben das Schiller Bräu zu einer bekannten Adresse gemacht. Ein Rauswurf aus Neid also, wie viele Stammgäste vermuten? Das dementiert Lindner vehement. Die Wirtinnen wollten sich dazu nicht äußern. Sie richten den Blick nach vorn, auf ihr neues Herzensprojekt - und nehmen das ganze Team mit. (sco)

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