Der Wittelsbacher Brunnen in München erstrahlt mit giftgrüner Farbe, biologisch jedoch unbedenklich
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Der Wittelsbacher Brunnen in München erstrahlt mit giftgrüner Farbe, biologisch jedoch unbedenklich.

Brunnen erstrahlen in Grün

Aktivisten schrecken München auf - und warnen vor Tragödie von ungeahntem Ausmaß

  • Patrick Freiwah
    vonPatrick Freiwah
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Die Umweltaktivisten von „Extinction Rebellion“ sorgen in München mit einer Protestaktion für Aufsehen. Es ist ein Appell, der über regionale Belange weit hinausgeht.

München - Die Umweltschutzvereinigung „Extinction Rebellion“ hat die Landeshauptstadt am Samstagmorgen ins Visier einer weiteren Protestaktion genommen. Zwei Brunnen der Millionenstadt haben Aktivisten mit giftgrüner Farbe „verunreinigt“.

Während die Polizei Ermittlungen aufgenommen hat, stand relativ schnell fest, welche Motivation hinter der außergewöhnlichen Protestaktion steckt. Es handelt sich zunächst einmal um einen Aufruf gegen Trinkwasserverschmutzung und ist nicht das erste Mal, dass ein Gewässer auf diese Weise „erstrahlt“.

München: Umweltaktivisten warnen vor Trinkwasserverschmutzung und „Ökozid“

In einem Bekennerschreiben hat Extinction Rebellion Stellung genommen - und vor einem drohenden „Ökozid“ gewarnt: Mit der Aktion weist man auf Missstände hin, die nicht nur München* betreffen, sondern für die ganze Welt eine Bedrohung darstellen: die „ungebremste Zerstörung von Ökosystemen sowie die damit einhergehende weltweite Verschmutzung von Trinkwasser“. Im Schreiben werden weitere Umweltvergehen erwähnt, wie Waldrodungen im Amazonas-Gebiet oder auch hierzulande für neue Autobahn-Abschnitte. Umweltzerstörung solle strafbar werden, lautet die Forderung der Initiatoren.

Die Organisation Extinction Rebellion hat in München ein Bekennerschreiben hinterlassen.

München: Umweltschutz-Protest mit giftgrüner Farbe - Uranin biologisch unbedenklich

Wer glaubt, die Protestbewegung hat für die Aufmerksamkeit selbst die Umwelt bzw. das Gewässer verschmutzt, täuscht sich: Bei der grünen Farbe handelt es sich um Uranin - der Farbstoff ist biologisch abbaubar, daher unbedenklich. Forscher nutzten den Stoff früher, um Grundwasserströme zu erforschen.

2019 sorgte ein Vorfall mit dem Farbstoff nahe München für Aufruhr, weil Einsatzkräfte eine radioaktive Substanz befürchteten. Auch die wachstumsgetriebene Finanzwirtschaft ist den Aktivisten ein Dorn im Auge - sie bringe die Menschheit in eine existenzielle Krise:

Stinksauer waren die Aktivisten kürzlich auch auf einen Münchner Gartencenter-Chef, weil 50 Bäume gefällt werden sollten. (PF) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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