Krankenhaus-Mitarbeiter nehmen im September 2020 vor dem Klinikum Schwabing an einem Warnstreik teil
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Krankenhaus-Mitarbeiter nehmen im September 2020 vor dem Klinikum Schwabing an einem Warnstreik teil.

Umfangreiche Proteste

Bald könnte wieder Chaos herrschen: Massive Streiks in München bahnen sich an - Diese Bereiche sind betroffen

In München wird in den kommenden Tagen wieder gestreikt: Die Gewerkschaft Verdi kündigt Arbeitsniederlegungen in verschiedenen städtischen Bereichen an. Wir erklären, wo.

  • München* droht zum Wochenbeginn am nächsten Montag (19. Oktober) wieder ein umfangreiches Streik-Chaos.
  • Betroffen sind neben anderen Einrichtungen (wie der Müllabfuhr, siehe Update vom 16. Oktober, 20.14 Uhr) vermutlich auch einige städtische Kitas.
  • Schon an den Tagen zuvor sollen durch die Gewerkschaft Verdi weitere Streiks stattfinden.

Update vom 16. Oktober, 20.14 Uhr: Den Mitarbeitern der Müllabfuhr stinkt’s gewaltig! Deshalb sollen die Abfalltonnen in München im Zuge der Verdi-Warnstreiks im öffentlichen Dienst bis einschließlich Montag nicht geleert werden. Die Wertstoffhöfe bleiben am Samstag geschlossen, wie der Abfallwirtschaftsbetrieb München mitteilt. Auch der Sperrmüllabholdienst, das Giftmobil und das Wertstoffmobil sollen nicht ausrücken.

Schon am Freitag legten rund 1800 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes nach Angaben der Gewerkschaft ihre Arbeit nieder – darunter Müllwerker, Angestellte des Bau- und Sozialreferats, der Stadtbibliotheken und des Klinikum München. In der Klinik Bogenhausen waren zwei Stationen geschlossen und in Harlaching konnten einige OP-Säle nicht in Betrieb genommen werden. An einer Kundgebung auf der Theresienwiese beteiligten sich zirka 300 Arbeitnehmer.

Mit den Warnstreiks will die Gewerkschaft auch auf die Leistung der systemrelevanten Beschäftigten während der Corona-Krise aufmerksam machen. Mit auf niedrigem Niveau eingefrorenen Gehältern würde man Leistungsträger demotivieren und keine zusätzlichen Fachkräfte gewinnen können, warnt Norbert Flach von Verdi. Daher sind am Montag weitere Warnstreiks geplant, so etwa in Einrichtungen des Sozialreferats, in den Jobcentern und der Agentur für Arbeit, in städtischen Krippen, Kitas, Tagesheimen und Horten. Im Klinikum München soll nur die Notfallversorgung sichergestellt werden. Auch die Bildungsgewerkschaft GEW kündigt für Montag Warnstreiks an .

Bald könnte wieder Chaos herrschen: Massive Streiks in München bahnen sich an - Diese Bereiche sind betroffen

Update vom 16. Oktober, 10.59 Uhr: Die Stadt München hat die angekündigten Streiks im öffentlichen Dienst am kommenden Montag, 19. Oktober, konkretisiert: Die Gewerkschaft Verdi hat die Tarifbeschäftigten der Landeshauptstadt München zu einem ganztägigen Warnstreik an den städtischen Kitas aufgerufen.

Es ist daher möglich, dass Kitas ganz geschlossen bleiben oder nur teilweise geöffnet haben. Weil spontan gestreikt werden kann, liegen dem Referat für Bildung und Sport vorab keine Erkenntnisse vor, in welchem Ausmaß die städtischen Kindertageseinrichtungen bestreikt werden. Den Eltern wird deshalb dringend empfohlen, direkt bei der jeweiligen Kita-Leitung nachzufragen, ob die Einrichtung voraussichtlich normal geöffnet sein wird, ein Teilbetrieb möglich ist oder ob die Einrichtung komplett geschlossen wird.

Die Besuchsgebühren und das Verpflegungsgeld für ausgefallene Betreuungstage werden den Eltern automatisch erstattet.

Update vom 15. Oktober, 19.01 Uhr: Geht es nach der Gewerkschaft Verdi, dann streikt am Montag halb München, denn die Proteste im Öffentlichen Dienst werden ausgeweitet. Betroffen sind:

Streiks im Öffentlichen Dienst in München: Diese Bereiche sind von den Protesten betroffen

  • das Baureferat (Gartenbau, Tiefbau, Straßenbeleuchtung)
  • Einige Einrichtungen im Sozialreferat, in den fünf Sozialbürgerhäusern soll es Versammlungen geben
  • Verschiedene Kinderkrippen, Kitas, Tagesheime und Horte
  • der Abfallwirtschaftsbetrieb (Einsammeldienst, Werkstatt, Verwaltung)
  • die Straßenreinigung
  • die Stadtentwässerung
  • die Stadtbibliotheken
  • die Stadtwerke (Bereich Versorgung, inklusive Außenstellen)
  • die städtischen München Kliniken: Schwabing, Bogenhausen, Harlaching, Neuperlach, Thalkirchner Straße
  • die Agentur für Arbeit
  • das Jobcenter der Stadt
  • Landratsamt München
  • das Isar-Amper-Klinikum Haar

In München wird wieder gestreikt: Verdi drängt Arbeitgeberseite zu Angebot

Bleiben in München am Montag viele Kitas geschlossen? Verdi plant angeblich einen Streik.

Laut Gewerkschaft waren in den ersten beiden Verhandlungsrunden keine Angebote der Arbeitgeber vorgelegt worden. „Wenn es am Montag zu einer Ausweitung der Warnstreiks kommt, dann tragen einzig und allein die öffentlichen Arbeitgeber die Verantwortung“, sagt Verdi-Geschäftsführer Heinrich Birner. „Ich fordere die Arbeitgeberseite eindringlich auf, bei der Fortsetzung der Verhandlungen am 22./ 23.10.2020 ein Angebot vorzulegen, mit dem eine Einigung erzielt werden kann.“

Erneut Warnstreiks in München: OB Reiter warnt wegen Kitas - Auch Nahverkehr betroffen

Ursprungsartikel vom 15. Oktober: Das wird Eltern und Kinder wenig freuen: Am kommenden Montag (19. Oktober) soll es einen Warnstreik bei den 430 städtischen Kitas geben. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) gab am Mittwoch auf Facebook bekannt, dass die Gewerkschaften für diesen Tag einen Streik ankündigen.

Münchens OB beruft sich auf Informationen aus dem städtischen Bildungsreferat. Dieses rät den Eltern: „Wir empfehlen Ihnen dringend, bei der Leitung nachzufragen, ob die Einrichtung normal geöffnet wird, ob ein Teilbetrieb möglich ist oder ob die Einrichtung wegen des Kita-Streiks komplett geschlossen wird. Wir bedauern sehr, wenn es für Sie während des Warnstreiks der Gewerkschaften zu Unsicherheiten und Unannehmlichkeiten kommt.“ Die zuständige Gewerkschaft Verdi wollte diese Arbeitsniederlegungen am Mittwoch gegenüber der tz nicht bestätigen.

Streik-Wochenende in München: Müllabfuhr, Bibliotheken und städtische Kliniken betroffen

Bereits bestätigt hat Verdi, das vor kurzem bereits mit einem Streik im öffentlichen Nahverkehr für Aufruhr sorgte, mehrere Warnstreiks bis inklusive Sonntag. Davon betroffen sind am Freitag unter anderem die Müllabfuhr, die Stadtbibliotheken sowie die städtischen München Kliniken Schwabing, Bogenhausen, Harlaching, Neuperlach und Thalkirchner Straße – sowie am Samstag die Wertstoffhöfe.

Hans Sterr von Verdi Bayern sagte außerdem zur tz: „Auch im Nahverkehr wird es wieder etwas geben.“ Weitere Streik-Details wollte er aber nicht nennen. *tz.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

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