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Münchner Herz-Professor erklärt Davies-Schock: Was dem Bayern-Star droht

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Von: Andreas Beez

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FC Augsburg - Bayern München
Münchens Abwehrspieler Alphonso Davies hält sich die Hände vor das Gesicht. © Matthias Balk/dpa
Renommierter Kardiologe: Professor Dr. Alexander Leber vom Isarklinikum in der Münchner Sonnenstraße.
Renommierter Kardiologe: Professor Dr. Alexander Leber vom Isarklinikum in der Münchner Sonnenstraße. © Achim Frank Schmidt

Wegen einer Herzmuskelentzündung muss Bayern-Star Alphonso Davies wochenlang pausen. In tz und Münchner Merkur erklärt ein Münchner Herz-Professor die Schock-Diagnose.

Sechs Wochen Sofa statt Stadion

Sechs Wochen Sofa statt Stadion, obwohl ihm gefühlt nichts fehlt – für einen blutjungen und pfeilschnellen Turbo-Sportler wie Phonzie muss das die Höchststrafe sein. Aber aus ärztlicher Sicht ist die lange Pause unvermeidlich, andernfalls würde der 21-Jährige sogar mit seinem Leben spielen: „Wenn man eine akute Herzmuskelentzündung übergeht, kann sich daraus eine schwere Herzschwäche entwickeln. Es drohen auch Herzrhythmusstörungen, die tödlich verlaufen können“, erklärt der renommierte Kardiologe Professor Alexander Leber vom Isarklinikum.

Ein ähnlicher Fall hatte im Frühjahr die tz-Leser schockiert. Damals war ein Fußballer (20) im Schlaf sehr wahrscheinlich an den Folgen einer Herzmuskelentzündung gestorben – ausgelöst wie bei Davies durch eine Corona-Infektion.

MRT-Untersuchung erhärtet Verdachtsdiagnose

Doch anders als bei Corona-Opfer Pascal wurde die Myokarditis bei Davies früh entdeckt. Nach tz-Infos erhärtete sich die Verdachtsdiagnose bei einer speziellen Magnetresonanztomografie (Herz-MRT). Bei dieser Untersuchung kommt der Patient in die Röhre. Doch anders als bei einer Computertomographie, die zur Beurteilung der Herzkranzgefäße und Einschätzung des Herzinfarktrisikos dient, liefert die MRT Erkenntnisse über den Zustand des Herzmuskels. „Bei einer akuten Myokarditis bilden sich Flüssigkeitsansammlungen, die sich auf den MRT-Bildern als helle ­Flecken herauskristallisieren. Außerdem lassen sich mit Kontrastmittel Vernarbungen auf der Oberfläche des Herzmuskels darstellen, die durch chronische Entzündungsprozesse entstehen“, erläutert Leber.

Herz-Professor Leber: „Viren schlagen gerne aufs Herz“

Oft wird eine Herzmuskelentzündung von Viren verursacht, darunter Corona-, aber auch ganz banale Erkältungsviren. „Deshalb gilt bei fiebrigen Erkältungen die goldene Regel, dass man keinen Sport treiben sollte. Denn Viren schlagen gerne aufs Herz“, warnt Leber. „Dann muss man sich schonen, bis die Myokarditis abgeheilt ist. Medikamente sind in der Regel nicht nötig.“ Allerdings braucht nicht jeder Corona-Patient eine Herz-MRT. „Sie ist nur dann sinnvoll, wenn sich zuvor ein konkreter Myokarditis-Verdacht ergeben hat, etwa bei einer Ultraschalluntersuchung“, so Leber.

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