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Fit fürs Leben: Ulla Schniewind liebt das Laufen und vermittelt das auch den Kunden.

Vorbereitung für den Stadtlauf

"Auf keinen Fall beim Schuh sparen"

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Jetzt, wo es wärmer wird, sieht man sie überall – im Englischen Garten, an der Isar und in anderen Grünanlagen der Stadt sind die Läufer unterwegs.

Der Sport ist beliebter denn je, die Auswahl an Schuhen, Kleidung und Accessoires groß. Doch was braucht man wirklich?

Ulla Schniewind ist selbst Läuferin und Fachberaterin in der Frauen-Laufabteilung bei Sport Scheck in der Kaufingerstraße. Die 62-Jährige weiß, wovon sie spricht, wenn sie Kunden berät. Gerade hat sie wieder einen Marathon hinter sich gebracht, 42,2 Kilometer, auf dem Rennsteig im Thüringer Wald. Es wird nicht der letzte sein heuer. Wobei ihr der Triathlon mittlerweile lieber ist. Da ist ihr selbst die Langdistanz nicht fremd: 180 Kilometer Radfahren, 42 Kilometer Laufen, 3,9 Kilometer Schwimmen. „Ein bisschen verrückt muss man da schon sein“, sagt sie und lacht.

Mentale Stärke

Sport gemacht hat sie schon immer. Mit knapp über 40 begann sie mit dem Laufen, vor acht Jahren mit Triathlon – „da wurde mir das Laufen allein zu anstrengend“. An den langen Distanzen liebt sie vor allem „die mentale Stärke, die man bekommt und die einem in jedem Lebensbereich hilft“.

Knapp 30 Jahre arbeitet sie schon bei Sport Scheck, steckt mit ihrer Leidenschaft für den Sport auch die Kunden an. Viele kommen auf Empfehlung einer Freundin extra zu ihr. Frauen, die schon länger laufen und nun höhere Ziele anstreben, ältere Frauen, die nach einer Krankheit den Sport für sich entdeckt haben. „Meine älteste Kundin war bestimmt um die 80“, sagt Ulla Schniewind.

In der Beratung macht das keinen großen Unterschied. Es geht darum, für jeden die passende Ausrüstung zu finden. Dabei sollte man am wenigsten beim Laufschuh sparen. Er ist das wichtigste Ausrüstungsteil – und muss auf jeden Einzelnen und seine Bedürfnisse angepasst sein. Zunächst wird daher Grundsätzliches geklärt: „Wie oft und lange läuft man, gibt es Probleme mit Füßen oder Gelenken?“, erklärt Schniewind. „Dann schaue ich mir Füße und Fußstellung an und wähle drei verschiedene Modelle aus.“ Wichtig für Freizeitläufer: eine gute Dämpfung. „Man braucht ein angenehmes, weiches Gefühl am Fuß.“ Per Laufbandanalyse kontrolliert sie auch das Abrollverhalten. Zwischen 90 und 140 Euro muss man für gute Laufschuhe einplanen.

Funktionelle Fasern

Bei der Kleidung wird es bunt: Wilde Muster und kräftige Farben haben nicht nur bei den Schuhen Einzug gehalten. Sich im guten alten Baumwollshirt ins Training zu stürzen, wird auf Dauer wenig Freude bereiten. „Man schwitzt, der Stoff nässt durch, klebt am Körper und man kühlt schnell aus“, sagt die Expertin. Besser ist Funktionsmaterial aus Polyesterfasern. Doch muss es immer das Teuerste sein? „Das hängt von den eigenen Ansprüchen ab und wie oft und lange man läuft“, sagt Schniewind. „Gute Qualität erkennt man an den Nähten, Reißverschlüssen, den feineren Fäden – das hat seinen Preis.“ Dafür habe man auch länger was davon. „Eine gute Laufhose hält ewig.“

Ein wichtiger Tipp: Nicht zu warm anziehen! „Selbst bei Regen ist eine wasserdichte Jacke nur in Ausnahmefällen sinnvoll.“ Besser auf ein Funktions- Unterhemd, eine Weste oder bei Regen auf eine Windjacke zurückgreifen. „Man schwitzt damit nicht so stark“, sagt die Beraterin. Grundsätzlich gelte: immer fünf Grad draufpacken. „15 Grad fühlen sich beim Laufen nach einiger Zeit wie 20 an.“

Sinnvoll komprimiert

Baumwolle ist nicht nur obenrum tabu. Auch bei Unterwäsche und Socken sollte man darauf aus genannten Gründen verzichten. Was bei vielen Läufern nicht mehr zu übersehen ist, weil es sie mittlerweile sogar in knalligen Neonfarben gibt: Kompressionsstrümpfe. Doch bringen die wirklich was? „Der leichte Druck hilft dabei, die Muskeln besser mit Sauerstoff zu versorgen, man regeneriert schneller“, weiß Schniewind. Kompression gibt es auch ohne Fußteil, nur für die Wade. Und auch in vielen Kleidungsstücken ist Kompression eingearbeitet. „Vor allem bei Frauen ist Kompression super fürs Bindegewebe.“

Laufapps und Uhren

Was bei Ulla Schniewind auffällt: die große Sportuhr am Handgelenk, mit allerlei Funktionen, die für Profis wie sie durchaus sinnvoll sind. Für alle anderen reicht es auch eine Nummer kleiner. Sogenannte Fitness Tracker sind groß in Mode – Armbänder, die unter anderem Puls und Schritte aufzeichnen. Seine Laufergebnisse kann man via App auf dem Handy oder Computer analysieren. „Das ist sinnvoll, wenn man auf ein Ziel hintrainiert wie den Stadtlauf“, erklärt Schniewind. Andere nützliche Laufaccessoires: kleine Taschen im Rücken, in denen man Handy und Schlüssel verstauen kann, Caps bei starker Sonne und Trinkgürtel bei längeren Distanzen.

Viel Wert auf ihr Outfit legen nach Ulla Schniewinds Erfahrungen übrigens die Männer. „Da muss alles top sein, während Frauen oft viel pragmatischer rangehen.“ Insgesamt sei Laufsport sehr angesagt. „Und das ist gut“, sagt die Expertin. „Denn nur wenn man dem Körper Arbeit gibt, bleibt er fit und gesund.“ Sie selbst ist das beste Beispiel.

Verlosung zum Stadtlauf

Am 25. Juni findet der Sport- Scheck-Stadtlauf in München statt. Der Münchner Merkur verlost zehn Startplätze. Wer gewinnen will, ruft heute an unter der Nummer 01378/ 80 66 33 (Telemedia, 50 Cent aus dem Festnetz) und nennt das Kennwort „Stadtlauf“.

Alle Infos zum Stadtlauf in München gibt es hier.

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