Auf ein Neues? Mit ihrer Bewerbung für die Spiele 2018 scheiterten München und Garmisch-Partenkirchen. 2022 gelten sie als Favorit – doch noch ist nichts entschieden.

Auf ein Neues

Münchens Olympia-Plan: Es hagelt Bürgerentscheide

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München - Bei Bürgerentscheiden in München, Garmisch-Partenkirchen, Traunstein und Berchtesgaden soll am 10. November über eine Bewerbung für Winterspiele 2022 entschieden werden. Doch die Politik lässt sich noch ein Hintertürchen, falls die Bürger in einem Landkreis mit "Nein" votieren sollten.

Bisher waren nur Bürgerentscheide für München und Garmisch-Partenkirchen vorgesehen. Jetzt hat sich Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) mit den Landräten von Berchtesgaden und Traunstein verständigt, auch in den dortigen Landkreisen Entscheide vorzubereiten. So soll die Bewerbung abgesichert werden. „Sonst hätte es ein Bürgerbegehren gegen die Spiele geben können“, sagte Ude unserer Zeitung. „Man kann nur Klarheit schaffen, indem man selbst einen Bürgerentscheid durchführt. Dann kann niemand behaupten, die Bevölkerung sei nicht gefragt worden.“ Am Königssee (Berchtesgadener Land) sind Rodel- und Bobwettbewerbe geplant, in Ruhpolding (Landkreis Traunstein) Biathlon und Langlauf.

Wie berichtet, soll Garmisch bei der neuerlichen Bewerbung weniger belastet werden. So würde etwa das umstrittene Olympische Dorf kleiner ausfallen und Wettbewerbe nach München gehen.

Von den Veränderungen erwartet Ude sich eine breitere Zustimmung in Garmisch - im Mai 2011 hatten die Befürworter Olympias mit 58 Prozent nur eine relativ knappe Mehrheit bekommen. „Wir rechnen jetzt mit einem besseren Resultat“, sagte er. Für Traunstein und Berchtesgaden ist er ohnehin siegesgewiss: „Auch die Gegner wissen, dass die Ergebnisse dort mit einem 7er anfangen werden“, sagte Ude, „und zwar für die Befürworter“.

Mit den größten Problemen rechnet er offenbar daheim, in München. „Die Entscheidung fällt eigentlich in der Bewerberstadt.“´Er warne, „das als einen Spaziergang zu betrachten“. Der Investitionsbedarf werde „auch kritisch gesehen“.

Der Bürgermeister von Garmisch-Partenkirchen, Thomas Schmid (CSB), begrüßte die Entscheidung, vier gleichzeitige Abstimmungen abzuhalten. „Das ist auch eine Frage der Solidarität“, betonte er. „Wenn München Nein sagt, ist es gelaufen“, sagte er aber auch. Sollte Berchtesgaden oder Traunstein gegen Olympia stimmen, sei eine Bewerbung für Winterspiele aber „theoretisch“ weiter möglich.

Auch Ude hält sich eine Hintertür offen, falls in einem der Landkreise die Mehrheit „Nein“ ankreuzt. „Gewinnen wir in Garmisch nicht, entfällt ein ganz wesentlicher Bestandteil. Dann wird es ganz, ganz eng“, sagte er. „Wenn wir aber in Traunstein verlieren, müssen wir prüfen, ob wir das Konzept ändern.“ Axel Doering von „No Olympia“ kritisierte diese Haltung. Aus seiner Sicht müsste ein „Nein“ für alle Bemühungen bindend sein. „Wenn man es ernst meint mit dem Willen der Bürger, dann muss es dann vorbei sein.“ Am 14. November muss kein detailliertes Konzept vorliegen, München könnte seine Bereitschaft erklären, Winterspiele auszurichten, auch wenn kurzfristig ein Ort aus dem Konzept herausgebrochen ist.

Münchens CSU-OB-Kandidat Josef Schmid lobte die Entscheidung, sagte aber auch, man hätte die Abstimmung deutlich früher machen müssen. Von Ude erwarte er jetzt, „dass er sich hinstellt und dafür wirbt“. Davon sei aber nicht auszugehen. „Er hat seinen Landtagswahlkampf und sein grüner Wunsch-Koalitionspartner ist dagegen. Er wird sich neutral verhalten.“

Ob die Entscheidung von DOSB-Präsident Thomas Bach, für den Vorsitz des IOC zu kandidieren, der Münchner Bewerbung „Rückenwind“ gibt, wie Sportminister Ludwig Spaenle (CSU) frohlockt, da ist sich Ude nicht so sicher. „Vielleicht meint einer: Die Germans dürfen nicht alles kriegen“, sagte er. „Und ein anderer will das Land des Präsidenten unterstützen. Ich glaube, da gibt es keinen nachweisbaren Einfluss.“

Von Felix Müller und Matthias Holzapfel

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