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Mit der U9 ginge es von Sendling nach Fröttmaning ohne Umsteigen.

Es wird alles teurer als gedacht

Arnulfsteg und U9: Bauprojekte lassen Kosten explodieren

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Der Arnulfsteg wird um einiges teurer als gedacht und auch für die U9 zur Entlastung der Innenstadt muss wesentlich mehr investiert werden als ursprünglich angenommen.

In diesem Steg ist der Wurm drin: Erst kündigt die mit dem Bau beauftragte Arbeitsgemeinschaft (Arge), dann musste die Stadt neu ausschreiben, rechnet eh schon mit vier Millionen Euro Mehrkosten – und jetzt wird der Arnulfsteg so richtig teuer: 26 Millionen Euro soll der 242 Meter lange gläsernen Weg über die Stammstrecke (zwischen Hacker- und Donnersbergerbrücke) kosten. Er soll die Landsberger Straße mit dem Arnulfpark verbinden. Der Stadtrat hatte ihn 2015 grundsätzlich genehmigt. Eine Arbeitsgemeinschaft hatte die Ausschreibung für sich entschieden, dann allerdings festgestellt, notwendige Spezialteile nicht anfertigen zu können. Daraufhin erfolgte die Kündigung des Auftragnehmers, mit dem die Stadt seitdem juristisch im Clinch liegt. Es geht um Regressanforderungen von 4,7 und 8,4 Millionen Euro – je nachdem, ob der Steg noch gebaut wird.

Die Brücke über die Stammstrecke soll 26 Millionen kosten

Genau das entscheidet der Bauausschuss am Dienstag. Sollte dort und in der Vollversammlung im Dezember keine Entscheidung fallen, wird es schwierig, den Zeitplan einzuhalten. Bisher wird mit Baubeginn im Juli und der Fertigstellung 2020 kalkuliert.

U9: Sogar zwei Milliarden mehr!

Die U9 zur Entlastung der Innenstadt wird deutlich teurer als ursprünglich angenommen. Die Kämmerei rechnet mittlerweile mit Kosten von bis zu 3,5 Milliarden Euro. In der ersten Grobplanung war noch von einer Milliarde die Rede. Das ist ein ähnliches Volumen, wie es für den Bau der Zweiten Stammstrecke veranschlagt wurde. Doch das Stadtsäckl ist längst nicht mehr so prall gefüllt. „Wir haben viele große Infrastrukturprojekte vor uns“, sagt CSU-Chef Manuel Pretzl. „Alles werden wir uns nicht leisten können, daher brauchen wir eine Priorisierung.“ Wo dort die U9 landen wird, ist offen.

Auf der Wunschliste der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) jedenfalls genießt die Spange Priorität. Die MVG hatte sich bisher nie zu den Kosten geäußert, nun geht man von etwa drei Milliarden Euro aus. Doch wer soll das bezahlen? Die Kämmerei kalkuliert wie berichtet bereits für das Jahr 2018 mit einem Minus von rund 300 Millionen Euro im Haushalt…

Zum Schlüssel wird das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG), also Fördermittel des Bundes für den Bau neuer U- oder Trambahnen in den Kommunen. Die Mittel fließen aber bisher leichter, wenn mit den neuen Gleisen Neuland erschlossen wird. Denn ein Faktor für die Zuweisung ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis, was sich daran bemisst, wie viele Pendler durch eine neue U-Bahn oder Tram auf das Auto verzichten. „Allzu viele zusätzliche Umsteiger werden wir aber in München nicht mehr generieren“, sagt SPD-Chef Alexander Reissl. MVG-Sprecher Matthias Korte ergänzt: „Die Mittel sollten künftig noch zielgerichteter für Erweiterungen gewährt werden können, die Engpässe in bestehenden Netzen reduzieren.“

Thema im Rathaus wird die U9 wohl Anfang nächsten Jahres. OB Reiter sagte zur tz: „Der Grundsatzbeschluss sollte innerhalb des nächsten Quartals verwaltungsintern abgestimmt sein und dann schnell dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt werden.“

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