Die Band Gov’t Mule.

So war der Auftritt

Gov’t-Mule-Konzert im Backstage: Kritisch und pulsierend

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Vor ausverkaufter Halle spielten am Freitag die Band „Gov’t Mule“ im Backstage an der Friedenheimer Brücke.  In ihren Songs üben sie Systemkritik - vor allem an US-Präsident Donald Trump.

München - Wenn jemand Dresche bezieht wie ein „Government Mule”, also ein Regierungsmaultier, dann wird er gemäß einer in den US-Südstaaten gebräuchlichen Redensart so richtig verprügelt. Gleichzeitig ist das geschundene Tier auch der sinnbildliche Amtsschimmel, dessen Dickkopf so manches Anliegen erschwert. Dieser im Bandnamen verankerte Seitenhieb auf die Gepflogenheiten in Amtsstuben und Regierungssitzen mag nur eine Randnotiz sein. Dennoch hilft er, die Geisteshaltung von Ex-Allman-Brother Warren Haynes zu verstehen. Immer wieder finden sich Stellen in den Songs seines Quartetts, die hintergründig Kritik am System üben, vor allem seit Donald Trump Präsident spielt.

Und auch sonst ist man gut beraten, auf die Zwischentöne zu achten. Eintöniges Mucker-Geköchel wäre sowieso nicht die Sache von Haynes, der in einem Rolling-Stone-Ranking auf Platz 23 der besten Gitarristen weltweit kam. Sein Rock bekennt sich durchaus zum Blues, erweitert diesen in guter alter Southern-Rock-Tradition um vielfältige Einsprengsel. Allein innerhalb der ersten Stunde gab’s beim Konzert im rappelvollen Backstage Werk heftig pulsierenden Rock mit der Durchschlagskraft einer überheizten Dampflok, reggaegestützten Grooverock, swingenden Southern Rock, schmierigen Blues und gefühlvollen Countryrock zu erleben – bei besten Sound-Bedingungen.

Glasklar konnte man sich da die singenden Soli des sympathischen Meistergitarristen unter die Haut gehen lassen. Und dabei einiges entdecken: Mal verneigte er sich darin mit perlenden, im Bluegrass wurzelnden Skalen vor Dickey Betts, mal vor Duane Allman. Nur, dass er es immer ein bisschen weiter treibt: Er zieht die Saiten extremer, treibt das Slide über gewagtere Distanzen auf dem Griffbrett und singt dabei - fast nebenbei - noch so gefühlvoll, dass man bisweilen meint, der kürzlich verstorbene Allman-Brother Gregg wäre mit auf der Bühne.

Doch bei allem Vergleich sind Gov’t Mule eine ganz eigene Hausnummer mit massig Stücken im Ärmel, die das Zeug zum Genre-Klassiker haben. Neben The Magpie Salute und der Tedeschi Trucks Band sicherlich eine der besten Rock-Bands, die man derzeit live erleben kann.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Neuhausen – mein Viertel“.

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