Mehrere Tausend Euro Beute

Falsche Polizisten klauen teuren Schmuck

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Weil er sich als Kriminalbeamter ausgab, wurde eine 74-jährige Rentnerin bis zuletzt nicht misstrauisch. Ihre Gutgläubigkeit hat sie nun um sehr viel Geld gebracht.

München - Am Donnerstag hatte Polizeipräsident Hubertus Andrä noch davor gewarnt, am Freitag wurde ein besonders dreister Fall von Trickdiebstahl in Nymphenburg bekannt. Während die Fahnder den Enkeltrickbetrügern weitgehend das Handwerk gelegt haben, treiben immer mehr falsche Polizisten ihr Unwesen. Ein Unbekannter rief am Montag gegen 20.45 Uhr eine 74 Jahre alte Frau an. Der Mann gab sich als Münchner Kripobeamter aus und sprach von einem Notfall. Sie solle sofort alle Türen und Fenster verschließen. Die beängstigte Frau befolgte die Anweisungen des Mannes, ohne etwas zu ahnen. Als Grund gab der Unbekannte an, dass bei festgenommenen Einbrechern Unterlagen gefunden worden seien, die befürchten ließen, dass man auch in ihr Haus einbrechen würde.  

Um die Frau noch weiter unter Druck zu setzten, erzählte der vermeintliche Kriminalbeamte, dass die Einbrecher vor nichts zurückschrecken würden und verwies dabei auch auf den Raubmord in Königsdorf.

In den folgenden drei Tagen rief der Unbekannte immer wieder bei der Rentnerin an. Laut des Berichts der Polizei dienten diese Anrufe dazu, die Frau weiter einzuschüchtern und sie davon zu überzeugen, ihr Bankschließfach zu räumen. Dessen Inhalt sollte sie dann nach Hause holen. 

Rentnerin sollte Wertgegenstände vor ihre Haustür legen

Am Donnerstagvormittag, kurz vor 10 Uhr, teilte der Unbekannte der 74-Jährigen schließlich am Telefon mit, dass sie ihre gesamten Wertgegenstände in eine Tüte packen und diese vor dem Haus deponieren solle. Ihr befahlt er, Fenster, Türen und Rollläden zu verschließen, da die Polizei bereit stehe, um den Täter auf frischer Tat zu ertappen. 

Nichts ahnend befolgte die Rentnerin die Anweisungen des Unbekannten und packte all ihre Gegenstände, die insgesamt einen Wert von mehreren zehntausend Euro hatten, in einen Schuhkarton. 

Laut dem Bericht der Polizei ahnte die Rentnerin bis zu diesem Zeitpunkt nichts. Erst als ihr Sohn eintraf, erkannte sie den Betrug und verständigte die Polizei.

Zeugenaufruf: Wer hat im angegebenen Zeitraum in der Hubertusstraße Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit diesem Einbruch stehen könnten? Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 65, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen. 

Warnhinweis Ihrer Münchner Polizei: Die Kriminalpolizei warnt insbesondere ältere Menschen dringend davor, unbekannten Personen Wertgegenstände oder Geld an der Wohnungstür zu übergeben! Falsche Polizei- oder Kriminalbeamte verwenden fast immer den Trick, es wäre in der Nachbarschaft eingebrochen worden und sie müssten in der Wohnung Geld- bzw. Schmuckaufbewahrungsörtlichkeiten sehen. Vergewissern Sie sich im Zweifelsfall durch einen Rückruf bei den Polizeidienststellen, ob es sich tatsächlich um einen Polizeibeamten handelt, noch bevor Sie einen Unbekannten in Ihre Wohnung einlassen! Eine gesunde Skepsis ist keine Unhöflichkeit! Ein berechtigter Handwerker oder Polizeibeamter wird für Ihre Nachfragen stets Verständnis haben.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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