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Die Angeklagte jobbte als Kellnerin in der Café Bar Mellow in der Dachauer Straße, griff dort ihren Chef an.

Beide standen unter Drogeneinfluss

Kellnerin sticht Chef nieder - Keiner kann sich erinnern

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München - Eine Kellnerin stach ihren Chef nieder und wird nun wegen versuchten Totschlags angeklagt. Vor Gericht kann sich keiner der beiden an die Tat erinnern.

Eine junge Hilfskellnerin (25) wird von ihrem 60-jährigen Chef wieder und wieder begrapscht. Im September 2015 greift die Frau nach Schichtende nach einem 32 Zentimeter langen Küchenmesser und sticht vier Mal auf den 60-Jährigen ein. Der blutüberströmte Mann ruft noch selbst den Sanka und überlebt. Jetzt sitzt die angehende Erzieherin auf der Anklagebank. Der Vorwurf: versuchter Totschlag.

Im Gerichtsaal kann sich die Angeklagte, damals vollgepumpt mit Schnaps und harten Drogen, nicht an die Stiche erinnern. Auch dem Opfer fehlt jede Erinnerung an die Tat. Nina Z. lässt ihren Verteidiger Thomas Pfister eingangs erklären: „Dass sie zugestochen hat, lässt sich nicht bestreiten.“ Wie und vor allem: warum – darüber herrscht im Saal Unklarheit. Auch die Überwachungskamera in der Bar hilft nicht weiter: Sie fiel kurz vor der Tat um.

Die angehende Erzieherin Nina Z. wird wegen versuchten Totschlags angeklagt.

Die Vorgeschichte: Z. arbeitet auf 450-Euro-Basis in der Café Bar Mellow in der Dachauer Straße. Mit dem Chef Manfred K. (alle Namen geändert) versteht sie sich gut, beide bestätigen das. Nach einigen Schichten zeigt die neue Kellnerin K. ihre Brüste. Er versteht das als Aufforderung, begrapscht sie an mindestens sechs Abenden. Einmal fasst er ihr von hinten in den Schritt. Da wendet sich Z. an K.’s Geschäftspartnerin und damalige Lebensgefährtin. Die stellt K. zur Rede, die Übergriffe enden, er entschuldigt sich, man versteht sich wieder.

Am Tatabend steht Nina Z. unter Drogen: Tags zuvor konsumierte sie Marihuana und Ketamin, ein starkes Pferdeberuhigungsmittel. Um die durchzechte Nacht wettzumachen, putscht sie sich mit Amphetamin auf. K. erscheint im Lokal, er hat Liebeskummer und weint sich bei Z. aus. Als die letzten Gäste gegangen sind, trinken beide 20 oder mehr Stamperl Schnaps. Gegen vier Uhr steht Nina Z. auf und nimmt das Messer. Beide haben keine Erinnerung an die Attacke. Lediglich über das viele Blut herrscht Einigkeit. Z. entschuldigt sich im Gerichtssaal bei ihrem Exchef. Der hatte im Vorfeld erklärt: „Ich würde gern ein gutes Wort für sie einlegen. Auch wenn ich blöd bin.“

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