Bluttat: Mehrere Menschen in Finnland niedergestochen

Bluttat: Mehrere Menschen in Finnland niedergestochen
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Robin L. (43) drückte seine Mutter zum Abschied. Minuten zuvor hatte das Landgericht den Mörder gestern zu lebenslanger Haft verurteilt.

Hier verabschiedet er sich von seiner Mutter

Lebenslang für den Mörder von Gern – Anwalt legt Revision ein

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Laut Richter Norbert Riedmann ermordete Robin L. seine Ehefrau Sylvia heimtückisch – aus Angst, dass sie sich trennen will. Am Donnerstag fiel das Urteil, L.s Anwalt hat Revision eingelegt.

München - Es sind zärtliche Berührungen – nach einer grauenvollen Tat. Seine Frau hatte Robin L. (43) mit dem Messer niedergemetzelt. Seine Mutter aber schloss er liebevoll in die Arme. So endete am Donnerstag der spektakuläre Mordprozess vor dem Landgericht!

Um 10.35 Uhr sprach Richter Norbert Riedmann sein Urteil gegen den Nachhilfe-Lehrer aus Gern: „Der Angeklagte ist schuldig des Mordes.“ Weil er Sylvia Z. am 13. April 2016 in der Klugstraße mit 35 Stichen getötet hatte! Jetzt muss Robin L. lebenslang hinter Gitter.

15 Minuten lang begründete der Richter sein Urteil. Danach gab er der Mutter des Mörders noch Gelegenheit, sich von ihrem Sohn zu verabschieden. Mit eisigem Blick ging sie zur Anklagebank und versank weinend an seiner Schulter. Für seine Mama war Robin L. sogar aus dem Rollstuhl aufgestanden und strich ihr tröstend über den Rücken. Ein letzter Kuss. Ein leises „Servus, Mama“. Dann führten die Wachtmeister ihn ab.

Laut Richter Riedmann hatte Robin L. heimtückisch gemordet – aus Angst, dass seine Frau Sylvia sich trennen will. Tatsächlich wollte sie nur eine Auszeit, weil L. schon länger psychische Probleme hatte und sie „beinahe das Kindermädchen für ihn war“.

Bilder: Tödliches Ehe-Drama in Gern

Als sie am Vorabend der Tat mit ihrer Mutter telefoniert hatte, hörte L. heimlich mit – und stellte Sylvia Z. frühmorgens zur Rede. Sie gab zu, dass sie vorübergehend ausziehen wolle. Da drehte Robin L. durch: Von hinten schlug er seine Frau mit einer Weinflasche und trat noch bis zu zwölf Mal auf ihren Schädel, bis er brach. Benommen kroch sie vom Flur ins Schlafzimmer. Dort stach Robin L. 35 Mal mit einem Messer auf sie ein, das er aus der Küche geholt hatte. Und legte sich neben seine sterbende Frau, bis sie nicht mehr atmete. Dann stürzte er sich aus dem Fenster im dritten Stock, aber überlebte knapp – und wird wohl für den Rest seines Lebens behindert bleiben.

Dennoch sei Robin L. voll schuldfähig, urteilte der Richter. Er sah „eine direkte Tötungsabsicht“ sowie das Mordmerkmal der Heimtücke als erwiesen an, was Robin L.’s Verteidiger bestreiten: „Wir werden Revision einlegen“, sagte Prof. Eckhart Müller zur tz.

Andreas Thieme

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