Anwohner Werner S. (55) zeigt die Platz- und Schürfwunden. Jugendliche brachen ihm auch die Nase
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Anwohner Werner S. (55) zeigt die Platz- und Schürfwunden. Jugendliche brachen ihm auch die Nase.

Böser Vorfall auf Gewofag-Gelände

Attacke aus heiterem Himmel: Münchner übel zugerichtet - „War immer schön hier, doch seit zwei Jahren ...“

  • Andreas Thieme
    vonAndreas Thieme
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Gewalt-Exzess in München-Neuhausen: Ein Anwohner in einer Gewofag-Anlage wurde von Jugendlichen geschlagen und schwer verletzt. Täter sollen Schüler der nah gelegenen Mittelschule am Winthirplatz sein.

  • Rabiate Jugendliche schlagen in München-Neuhausen einen Mann zusammen.
  • Dabei hatte Werner S. sie eigenen Angaben zufolge nur auf die Müllverschmutzung angesprochen.
  • Die Täter sind flüchtig - die Polizei ermittelt. Wieso ist die Situation so schnell eskaliert?

München - Gebrochene Nase, ausgeschlagene Zähne, Schädelprellung und Schürfwunden am Arm: Das sind die bitteren Folgen eines Streits in der Gewofag-Wohnanlage in der Nodung-Straße (Neuhausen). Dort lebt Werner S. (55) seit seinem 18. Lebensjahr. „Es war immer schön hier“, sagt er. „Doch seit zwei Jahren kommen öfter Schüler aus der nah gelegenen Mittelschule am Winthirplatz in die Anlage und feiern Partys.“

München-Neuhausen: Jugendliche attackieren Mann - Auslöser eine banale Angelegenheit

So wie vor einigen Tagen: „Drei Burschen, zwischen 14 und 16 Jahre alt, saßen wieder bei uns im Innenhof auf den Holzbänken. Sie warfen ihre Getränkedosen und Zigarettenstummel einfach auf den Boden.“ Werner S. ärgerte sich – so wie die übrigen Anwohner, die wenige Meter entfernt gegen 19.45 Uhr gerade Brotzeit machten.

Nur rund 100 Meter vom Tatort entfernt liegt die Staatliche Mittelschule am Winthirplatz.

„Ich ging dann zu den Schülern hin und bat sie, ihren Müll doch bitte mitzunehmen“, sagt der Maler. „Da schlug mir einer sofort mit der Faust ins Gesicht.“ Vor Schreck verteilt Werner S. eine Watschn zurück. „Dann sind auch die anderen zwei auf mich losgegangen. Ich kassierte mehrere heftige Schläge und hatte Schmerzen – dass Schüler mich so angreifen, hätte ich überhaupt nicht gedacht.“

Gewofag für Prügelei im Münchner Westen zuständig? "Fühle mich im Stich gelassen"

Doch die Situation in der Wohnanlage im Weste von München* eskaliert schnell: „Zu dritt prügelten sie auf mich ein, ich versuchte zum nächsten Hauseingang zu flüchten. Doch dort haben sie mich eingekesselt, schlugen und traten immer weiter auf mich ein.“ Erst die Schreie von Werner S.s Ehefrau Heike (54) lenkten die Täter ab – sie hatte längst den Notruf verständigt. Als ein Streifenwagen eintrifft, sind die Schüler schon weg – schwer verletzt kauert Werner S. am Boden. Bis nachts um 0.30 Uhr muss er im Rotkreuzklinikum behandelt werden. Die Polizei bestätigt den Einsatz. „Wir ermitteln wegen Körperverletzung“, sagt Sprecher Ronny Ledwoch. Die Täter seien flüchtig.

„Ich bin froh, dass ich noch lebe“, sagt Werner S. Auch Tage nach dem Vorfall sieht man noch die Blutspritzer am Hauseingang. „Von der Gewofag fühle ich mich im Stich gelassen.“ Firmensprecherin Kirsten Wiese sagt, für den Fall sei die Polizei zuständig: „Als Eigentümerin und Vermieterin haben wir leider keine Durchgriffsmöglichkeit.“ Trotz entsprechender Hinweise komme es „immer wieder vor, dass sich unbefugte Personen in unseren frei zugänglichen Außenanlagen aufhalten“.

In München wurde am Donnerstagnachmittag (30. Juli) eine Leiche aus der Isar geborgen. Der entsprechende Einsatz läuft derzeit noch. Im Hasenbergl kam es an mehreren Tagen zu Gewaltausschreitungen. Zwei Gruppen trafen mehrmals aufeinander, die Situation eskalierte.

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