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Die älteste Tochter (25) überlebte den Messerangriff nicht.

Staatsanwältin nennt grausame Details

21-Jähriger richtet Blutbad in Wohnung an - Mutter von Ex-Freundin traumatisiert: „Bringt mich innerlich um“

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  • Andreas Thieme
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Dass ihn seine Freundin verlassen wollte, konnte ein 21-Jähriger gar nicht verkraften. In einer Münchner Wohnung richtete er ein Blutbad an.

  • Prozessauftakt in München: Seit Dienstag (10. Dezember) steht ein 21-Jähriger vor Gericht.
  • Dem Angeklagten wird vorgeworfen, ein Blutbad angerichtet zu haben - offenbar nur, weil ihn seine Freundin verlassen wollte.
  • In der Anklageschrift hat die Staatsanwältin grauenhafte Details genannt.

Update vom 10. Januar 2020: Wenn ihre Töchter zum Tanzen ausgingen, sei sie stets in Sorge gewesen, sagte die Mutter am Donnerstag (9. Januar 2020) im Zeugenstand des Landgerichts aus: „Passt gut auf euch auf!“, gab die 55-Jährige ihren drei Mädchen stets mit auf den Weg. „Aber das so was im eigenen sicheren Heim passiert“, sagt Monika C. mit tränenerstickter Stimme, „das bringt mich innerlich um.“ 

Sie mache sich Vorwürfe, dass sie ihre Kinder nicht habe beschützen können. Doch: Die Familie aus Neuhausen hatte an jenem 15. Juni 2018 keine Chance gegen den Täter Lion K. Der damals 19-Jährige hatte versucht, die deutsch-italienische Familie seiner Ex-Freundin Anna-Maria C. auszulöschen – und in der Wohnung in der Jutastraße mit einem Küchenmesser auf die Familienmitglieder eingestochen.

Drama in München: Ein Mann (44) verschaffte sich am Freitag gewaltsam Zutritt zur Wohnung seiner Ex-Frau. Mit einem Messer stach er auf ihren neuen Freund (48) ein - und flüchtete.

Video: Die Tat sorgte bayernweit für Entsetzen

Erst ging K. auf die am Schreibtisch sitzende älteste Schwester los. Die Pädagogikstudentin, 25 Jahre alt, überlebte den Angriff nicht. Das nächste Opfer war die durch den Lärm alarmierte Mutter, dann ihr jüngerer, damals 15-jährige Bruder Giuseppe. Beide wurden durch die Stiche lebensgefährlich verletzt. Wie ein eigenes Kind habe man Lion K. in der Familie aufgenommen, berichtet die Mutter. Ein ruhiger, anständiger junger Mann sei er gewesen. „Es hat mich immer gefreut, dass er mich mit Handschlag begrüßt und mir dabei ins Gesicht geschaut hat“, so Monika C. Alle in der Familie hätten Lion gemocht. 

Schwer gezeichnet sei die Familie, aber daheim werde kaum darüber gesprochen: „Wenn das eigene Kind stirbt – dafür gibt es keine Worte.“ Ein psychiatrisches Gutachten soll nun klären, ob eine seelische Erkrankung vorliegt. Als Hintergrund für die Tat wird die Trennung von der Freundin vermutet. Der Prozess geht weiter.

Weil Freundin ihn verlassen wollte: 21-Jähriger richtet Blutbad in Wohnung in München an

Ursprungsmeldung vom 10. Dezember 2019: 

München - Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, der Blick scheint wirr. So betritt Lion K. (21) am Dienstag in Handschellen den Sitzungssaal B 177 des Münchner Landgerichts. Mehrere Wachtmeister führen den jungen Mann zur Anklagebank – weitere Einsatzkräfte bewachen den Saal. So hat es Richter Stefan Kirchinger angeordnet! Denn Lion K. wird ein ganz abscheuliches Verbrechen zur Last gelegt: Weil seine Freundin ihn verlassen wollte, soll er versucht haben, ihre Familie zu ermorden und erstach die Schwester bestialisch

Mit ruhiger Stimme verliest Staatsanwältin Karin Garnreiter am Dienstag die Anklageschrift – es sind 13 Seiten voller Grauen. Demnach war Lion K. mit Anna-Maria C. liiert, ging aber fremd und öfter auch ins Bordell – zudem soll der Angeklagte die junge Frau mehrfach vergewaltigt und geschlagen haben. Aus diesem Grund wollte sie Lion K. verlassen. Für den 15. Juni 2018 war ein Treffen geplant, bei dem sie mit ihm reden wollte. Doch das konnte der damals 19-Jährige nicht akzeptieren – und wollte Anna-Maria C. laut Anklage dadurch bestrafen, dass er ihre Familie umbringt. 

21-Jähriger im Blutrausch: Messerattacke in Münchner Wohnung

Ermittler der Polizei am Tatort in der Jutastraße in Neuhausen. 

Von den Trennungsabsichten wusste die Familie nichts und ließ K. gegen 15.42 Uhr in ihre Wohnung in der Jutastraße. In Neuhausen kam es in den folgenden Stunden zu einem tödlichen Blutrausch. Unter dem Vorwand, Kleidung von Anna-Maria zu holen, ging Lion K. unbeobachtet in die Küche und griff ein Messer. Die 27 Zentimeter lange Klinge rammte er deren Schwester Sonja laut Anklage „wuchtig und ohne Vorwarnung“ zunächst in den Rücken. Mit weiteren Stichen ins Gesicht, in Hals, Brust und Bauch soll K. die Schwester regelrecht niedergemetzelt haben. Sie verblutete. Doch Lion K. hörte nicht auf. 

Er stach auch Familienhund Jack ab, der die gellenden Schreie der jungen Frau gehört hatte. Und griff danach auch Mutter Monika C. an: Ihr stach er das Messer laut Anklage in Kopf und Oberkörper, um sie zu töten - ebenso wie dem Bruder Guiseppe C., der K. das Messer aber schließlich abnehmen konnte, obwohl er selbst schwer verletzt wurde. Beide konnte der Notarzt retten, während Lion K. in die Innenstadt floh. Dort wurde er gegen 20.15 Uhr festgenommen. 

München: Weil die Freundin ihn verlassen wollte - Mann richtet Blutbad an

Vor Gericht starrte der mutmaßliche Mörder am Dienstag nur zu Boden. Teilweise schüttelte er auch mit dem Kopf, als die Staatsanwältin Details zur Beziehung mit Anna-Maria C. vorlas. Doch allzu viel erfuhr man darüber nicht: Während der Aussage von Lion K. wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Richter Kirchinger begründete diese Maßnahme damit, dass der Angeklagte nicht bloßgestellt werden soll, wenn es um intime Details aus seinem Privatleben geht. Verteidigerin Birgit Schwerdt hatte zuvor einen entsprechenden Antrag zum Ausschluss der Öffentlichkeit gestellt. 

Die Staatsanwältin gab zu verstehen, sie wäre mit einem teilweisen Ausschluss einverstanden. Polizisten, Ersthelfer und Angehörige dürfe die Öffentlichkeit in dem Mordfall sehr wohl hören. Warum Lion K. mutnaßlich zum Mörder wurde und was ihn antrieb: Das wird man nun wohl nie erfahren. Die Staatsanwaltschaft sieht niedere Beweggründe in seinem Handel. Womöglich, sagte Richter Kirchinger, muss Lion K. in die Psychiatrie. Für den Rest seines Lebens.

Video: Im Dezember kam es zu einer weiteren Bluttat aus Eifersucht

Auch in Neuburg an der Donau ereignete sich eine tödliche Messer-Attacke. Die Indizien führen in diesem Fall zur Mitbewohnerin des Opfers.

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