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Studiert die Schönheitengalerie: Finanzminister Markus Söder in den Karl-Theodor-Zimmern von Schloss Nymphenburg.

Sanierung für 17 Millionen

Schloss Nymphenburg hat einen frischen Nordflügel 

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München - Kurfürstliche Kunst in restaurierten Zimmern: In Schloss Nymphenburg ist die Sanierung des Nordflügels nun abgeschlossen. Rund 17 Millionen Euro hat der Freistaat investiert.

Aus drei einstmals schlichten Umkleidezimmern der Kurfürsten sind repräsentative Räume geworden: Mit der Wiedereröffnung der Karl-Theodor-Zimmer in Schloss Nymphenburg ist die Sanierung des Nordflügels nun abgeschlossen. Rund 17 Millionen Euro hat der Freistaat investiert, allein 500 000 in die Karl-Theodor-Zimmer.

Die drei Räume sind die letzte Baumaßnahme, um die Kurfürst Karl Theodor (1724-1799) das Schloss im späten 18. Jahrhundert erweitert hat. Ursprünglich seien sie nicht weiß gestrichen gewesen, sagte Brigitte Langer, Museumsdirektorin bei der Bayerischen Schlösserverwaltung. Einem neuen musealen Konzept folgend, sind sie nun in Blau, Hellgrün und Violett eingefärbt worden.

Im grünen Zimmer hängen zwei prächtige Wandteppiche, die aus dem Audienzzimmer in Karl Theodors Pfälzer Residenz in Mannheim stammen. Zwei Büsten zeigen den Kurfürsten und seine erste Frau Elisabeth Auguste.

Das Paar ist auch im blauen Zimmer auf zwei raumhohen Ölgemälden verewigt. Als 17-Jähriger hatte Karl Theodor Elisabeth Auguste geheiratet. 20 Jahre blieb die Ehe kinderlos, bis der ersehnte Erbprinz endlich zur Welt kam. Der Bub starb schon nach einem Tag. Angesichts dieser Tragödie entfremdete sich das Kurfürsten-Paar, blieb aber verheiratet. Erst als 70-Jähriger, nach dem Tod seiner Frau, heiratete Karl Theodor ein zweites Mal – die erst 18-jährige österreichische Erzherzogin Maria Leopoldine. Die selbstbewusste junge Frau verweigerte sich dem Kurfürsten jedoch, so dass er keinen rechtmäßigen Stammhalter bekam. Maria Leopoldine, die sich später als geschäftstüchtige Gutsherrin einen Namen machte, ist ebenfalls auf einem Ölgemälde im blauen Zimmer zu sehen.

Im dritten, in violett gehaltenen Raum findet sich die sogenannte Schönheitengalerie. Sechs Ölgemälde zeigen Hofdamen aus dem Umfeld des französischen Königshofes, darunter eine Enkelin Ludwigs des XIV. Die Schönheitengalerie hatte einst das Speisezimmer von Kurfürst Max Emanuel geziert. „Als Appetitanreger“, wie Markus Söder (CSU) am Montag scherzte. Der Finanzminister eröffnete die fertiggestellten Karl-Theodor-Zimmer.

Durch die Sanierung sollten die Räume wieder ihrem Ursprungszustand angenähert werden, etwa durch die auch damals üblichen farbigen Papiertapeten. Zuletzt sei vor 50 Jahren renoviert worden, sagte Söder. Die vielen Besucher, Schmutz und Staub hätten Spuren hinterlassen. Gut ein Jahr dauerte die Sanierung der Karl-Theodor-Zimmer, die die zehnjährigen Arbeiten am Nymphenburger Nordflügel beschließen. „Wir freuen uns, dass wir wieder ein Stück Heimat erhalten haben“, sagte er. Das Erbe der Wittelsbacher spiele im Freistaat eine wichtige Rolle. „Die Bayern mögen ihre Königsfamilie.“

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