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Hier am Bahnsteig der Station Donnersbergerbrücke kam der 48-Jährige ums Leben. Ein Passant hatte noch verzweifelt versucht ihm zu helfen.

Karlsfelder von S-Bahn erdrückt

Nach S-Bahn-Unfall: "Weg vom Ort des Geschehens"

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München - Nach dem Todesdrama an der Donnersbergerbrücke wurden der Zugführer und der Passant, der versuchte, den 48-Jährigen aus dem Gleis zu ziehen, von einem Kriseninterventionsteam betreut. Wie das Team versucht zu helfen. 

Am Tag danach deutet nichts mehr auf das schreckliche Unglück hin, das sich am späten Mittwochabend an der Donnersbergerbrücke ereignet hat: Der 48-jährige Theofilos E. wurde zwischen Bahnsteig und S-Bahn zu Tode gedrückt. Die Feuerwehr konnte ihn zwar noch bergen und reanimieren, doch die Verletzungen waren zu schwer. Der Mann aus Karlsfeld (Landkreis Dachau) starb.

Kurz vor 22 Uhr stand der Grieche Theofilos E. an Gleis 1. Er wartete sehr wahrscheinlich auf die S-Bahn. In Kürze sollte eine Bahn der Linie 2 in Richtung Dachau einfahren. Woher der 48-Jährige kam, ist bisher nicht bekannt. Laut Polizei war er auf jeden Fall alleine unterwegs. Und er war sehr betrunken.

Aus Gründen, die noch nicht genau bekannt sind, stürzte der Karlsfelder in den Gleisbereich. Ein 43-Jähriger, der am Bahnsteig stand, bemerkte die sich anbahnende Katastrophe: Eine S-Bahn näherte sich vom Hauptbahnhof. Auch der Betrunkene auf den Gleisen muss in diesem Moment die S-Bahn bemerkt haben.

Er streckte die Arme nach oben und winkte dem 27-jährigen Zugführer. Gleichzeitig versuchte er, zurück auf den Bahnsteig zu klettern. Doch laut Polizei gelang ihm das aufgrund seiner „nicht unerheblichen Alkoholisierung“ nicht mehr. Der 43-jährige Passant versuchte noch verzweifelt, Theofilos E. von den Gleisen zu ziehen. Vergebens. Auch der Zugführer bemerkte den Mann und leitete sofort eine Notbremsung ein. Doch der Bremsweg der S-Bahn ist zu lang. Der 27-Jährige konnte nicht mehr verhindern, dass der Dachauer von der S-Bahn erfasst und zwischen Bahnsteigkante und Zug eingeklemmt wurde.

Passanten am Bahnsteig informierten sofort die Feuerwehr, die mit 22 Mann anrückte. Mit einem Hebekissen drückten die Einsatzkräfte den schweren Zug zur Seite und bargen den 48-Jährigen. Bewusstlos wurde er auf den Bahnsteig gezogen und reanimiert. Doch die Verletzungen waren zu schwer. Der Mann erlag noch am Unfallort seinen Verletzungen.

Der Zugführer und der 43-Jährige, der den Mann retten wollte, erlitten einen schweren Schock. Sie wurden von der Feuerwehr und dem Kriseninterventionsteam (KIT) betreut. „In diesen Fällen versuchen wir, die Betroffenen erst einmal vom direkten Ort des Geschehens wegzubekommen“, erzählt Peter Zehentner, Leiter des KIT. Häufig komme dann bei den Betroffenen die Frage auf, ob man etwas hätte anders machen können. Die KIT-Mitarbeiter besprechen dies mit den Betroffenen und versuchen, Schuldgefühle zu relativieren. „Dann bereitet man die Personen darauf vor, was in den nächsten Stunden und Tagen auf sie zukommen könntet“, erklärt Zehentner. „Das nennt man Psychoedukation.“

Häufig hätten Menschen, die Zeuge schrecklicher Ereignisse werden, später noch Gerüche des Geschehens in der Nase, Bilder der Situation wieder vor Augen oder würden schlecht schlafen. „Man muss den Betroffenen erklären, dass das nach einiger Zeit wieder vergeht und dies eine normale Reaktion auf eine unnormale Situation ist“. Zudem bekommen Betreute vor Ort Ansprechpartner und Telefonnummern, an die sie sich wenden können, wenn sie weitere Hilfe brauchen.

Theofilos E. betrieb bis 2008 eine Gaststätte in Karlsfeld. Er lebte zuletzt auch in Karlsfeld und war auf Arbeitssuche. Seine beiden Brüder leben ebenfalls im Landkreis Dachau. Verheiratet war der Grieche nicht, auch Kinder hatte er keine.

Am Mittwoch waren alle Gleise zwischen Hauptbahnhof und Laim bis 22.40 Uhr gesperrt. Ab 0.55 Uhr fuhren alle S-Bahnen wieder nach Fahrplan. Im Jahr registriert die Bahn im Bereich der Münchner S-Bahn durchschnittlich etwa 50 Personenunfälle mit Zügen. Nach Angaben eines Sprechers können alle Lokführer, die einen Personenunfall erlebt haben, sich bei der Bahn psychologisch betreuen lassen. Viele schaffen es jedoch laut Peter Zehentner, in ihren Beruf zurückzukehren.

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