Fiese Masche

Nachbar braucht Medikamente: Einbrecher linken Münchner mit Zettel

Einbrecher haben sich mit einer fiesen Masche Zutritt zu Wohnungen in München verschafft. Sie gaben vor, Medikamente für den Nachbarn zu bringen - ein Zettel spielt dabei eine wesentliche Rolle.

München - Die Münchner Polizei berichtet in ihrem aktuellen Pressebericht von zwei Fällen, bei denen sich Einbrecher jeweils mit der selben Masche Zutritt zu Wohnungen in Neuhausen und Mittersendling verschafft haben. 

1. Fall: 

Am Mittwoch gegen 11.45 Uhr klingelte an der Wohnungstür einer 86-jährigen Münchnerin in der Paussauerstraße ein bislang unbekannter Mann. Er erklärte der Seniorin, dass er von der Apothekenzentrale sei und ein Paket mit Medikamenten an einen Nachbarn liefern müsse. Dieser sei jedoch nicht erreichbar. Daher wollte er diesem einen Zettel hinterlegen. 

Die 86-Jährige holte Stift und Zettel und begab sich mit dem Mann in den Zwischengang vor der Küche. Von dort aus konnte sie die Wohnungstür und den Schlafzimmerbereich nicht einsehen. Nach Befüllen des Zettels bat der Mann, einen Hustenanfall vortäuschend, um ein Glas Wasser. Dies verwehrte ihm die Frau jedoch und überreichte ihm stattdessen ein Taschentuch. Kurz darauf verließ der Mann die Wohnung wieder. 

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein zweiter Unbekannter ebenfalls die Wohnung betreten hat. Als die Münchnerin wieder alleine war, bemerkte sie sofort die offen stehende Schlafzimmertür, die Schränke waren durchwühlt. Der oder die Täter hatten Schmuckstücke im Wert von mehreren 1.000 Euro erbeutet.

2. Fall: 

Am Donnerstag gegen 18 Uhr klingelte wiederum ein bislang Unbekannter an der Wohnungstür einer 77-Jährigen in der Leonrodstraße. Auch hier gab der Mann an, Medikamente an einen Nachbarn liefern zu müssen, den er jedoch nicht erreichen könne. Daher wollte er einen Zettel hinterlegen.

Obwohl sich die Frau überrumpelt fühlte, wollte sie sich hilfsbereit zeigen, setzte sich an den Küchentisch und schrieb den Zettel nach den Anweisungen des Mannes. Sie saß dabei mit dem Rücken zur Küchentür und konnte den Fremden etwa zehn Minuten nicht im Auge behalten. 

Als die Seniorin den Zettel fertig geschrieben hatte, verließ der Mann wortlos ihre Wohnung. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein zweiter unbekannter Täter ebenfalls die Wohnung betreten hatte. Der oder die Täter flohen in unbekannte Richtung.

Nach ca. 30 Minuten bemerkte die Münchnerin mehrere durchwühlte Schränke und Regale und verständigte ihre Tochter. Es fehlen diverse Schmuckstücke im Wert von ca. 2.000 Euro. 

Polizei sucht Zeugen

Wer etwas gesehen hat und sachdienliche Hinweise zu einem Fall oder beiden Fällen geben kann, wird gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat K 65, Tel.: 089 2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

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mm/tz

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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