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So schick soll der Neubau in Neuhausen werden . Auf sieben Etagen arbeiten im Jahr 2023 dann 1300 Mitarbeitern.

Neues Strafjustizzentrum

305 Millionen Euro Baukosten: Hier entsteht das Mega-Gericht

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39 000 Quadratmeter Nutzfläche, 305 Millionen Euro Baukosten - Bis zum Jahr 2023 wird am Leonrodplatz das neue Strafjustizzentrum gebaut. Über die Probleme am Bau spricht beim Festakt niemand mehr.

München - An Selbstbewusstsein mangelt es Markus Söder derzeit nicht: „Die bayerische Justiz ist die beste“, sagte der Ministerpräsident in seiner Ansprache zur Grundsteinlegung. Dass Bayern das sicherste Bundesland sei, liege auch „an der hervorragenden Arbeit von Polizei und Justiz“. Außerhalb der Freistaats könne man das nicht überall behaupten, fügte Söder noch an und ließ mit einer bemerkenswerten These aufhorchen: „Die Rechtsstaatlichkeit ist in Deutschland nicht überall gegeben.“ Justizminister Winfried Bausback (CSU) fügte mit Blick auf das Baufeld hinzu: „Es ist der Beginn von etwas ganz Großem. So ein Bauvorhaben hat es seit 100 Jahren nicht gegeben in Bayern.“

Neues Strafjustizzentrum kostet 305 Millionen Euro

Faktisch ist das richtig: Bis zum Jahr 2023 investiert der Freistaat insgesamt 305 Millionen Euro, um das neue Strafjustizzentrum am Leonrodplatz zu bauen. Wo aktuell noch ein großer Krater klafft, soll der prächtige Neubau mit 39.000 Quadratmetern Nutzfläche entstehen. Es wird ein Gebäude der Superlative: Alle sieben Münchner Strafjustizbehörden – das Amtsgericht, die Landgerichte München I und II, die jeweiligen Staatsanwaltschaften, das Oberlandesgericht und auch die Generalstaatsanwaltschaft – werden zukünftig dort Platz haben. Ebenso wie 54 Gerichtssäle inklusive neuster Technik, darunter der mit 300 Quadratmetern auch der zukünftig größte Prozess-Saal der Republik. Er bietet Platz für 200 Zuschauer. Insgesamt werden 1300 Mitarbeiter im neuen Strafjustizzentrum ihren Dienst verrichten. „Es ist ein klares Signal für den Justizstandort München“, sagte Ministerpräsident Söder. Während sich sein Justizminister Bausback über den „Meilenstein für München“ freute. 

Probleme bei Bau haben drei Jahre gekostet 

Über die Probleme, die im Vorfeld der Großbaustelle entstanden waren, ging es gestern kaum noch. Dabei waren diese immens: Denn eigentlich sollte das neue Justizzentrum schon drei Jahre früher fertig gestellt werden. Nach dem Spatenstich im Jahr 2015 hatten die Arbeiter auf dem früheren Militärgelände aber gefährliche Schadstoffe im Boden gefunden, zudem Sprengmaterial, das vorsichtig, aber aufwendig entsorgt werden musste. Vor dem Spatenstich mussten, laut Merkur.de, ausführende Architekten sogar unter Polizeischutz gestellt werden. Darüber hinaus zögerte der Rechtsstreit mit einer Baufirma um ein Vergabeverfahren das Bauprojekt beträchtlich hinaus.

39.000 Quadratmeter Nutzfläche, 305 Millionen Euro Baukosten. Bis zum Jahr 2023 wird am Leonrodplatz das neue Strafjustizzentrum entstehen.

Kritische Worte fand gestern aber nur Peter Küspert, der Präsident des Oberlandesgerichts: Im aktuellen Strafjustizzentrum an der Nymphenburger Straße bröckele bereits die Außenfassade, es komme zu „unkontrollierbaren Stromausfällen“ und immer wieder auch zur Verzögerungen in Strafprozessen. Ganz abgesehen vom teils unansehnlichen Inneren des 70er-Jahre-Baus: Dort sind die Wände längst vergilbt, der Platz für das Personal reicht kaum aus. Kurzum: Es wird höchste Zeit für eine Veränderung. Oder, wie Küspert es ausdrückt: Der Neubau sei eine „zukunftsweisende Entscheidung“.

Justizminister Winfried Bausback (li.) wünscht sich auch eine Kita – und legte mit mit Ministerpräsident Markus Söder (Mi.) und OLG-Präsident Peter Küspert den Grundstein.

Während das Haus an der Nymphenburger Straße selbst für die Sanierung wohl zu marode ist, wurden am Leonrodplatz unlängst 10.000 Lastwagen-Ladungen l Schutt ausgehoben. Söder ist sicher: Der Neubau wird „ein Schlaraffenland für die Münchner Justiz.“

Neues Strafjustizzentrum: Die Fakten zum Bau

Im Jahr 2023 soll das Strafjustizzentrum fertig sein. Dafür wird kräftig gewerkelt: Bislang wurden 200.000 Kubikmeter Erde ausgehoben, bis zu zwölf Meter tief. 13.000 Laster Schutt wurden abtransportiert. Etwa 17.000 Quadratmeter groß ist die Grundfläche der Baustelle. Umgerechnet könnte die Baugrube das Kreuzfahrtschiff MS Deutschland aufnehmen. Spannend: 440 000 Kubikmeter beträgt der Rauminhalt des Neubaus (entspricht 550 Einfamilienhäusern). Das Bauwerk umfasst 70.000 Kubikmeter Beton. Das wäre ausreichend für den Bau von 700 Einfamilienhäusern. Verwendet werden 11.500 Tonnen Betonstahl, damit könnte man den Eiffelturm nachbauen. Gesamtgewicht des Gebäudes: 250.000 Tonnen – das ist fünfmal unser Olympiaturm.

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