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Wird neu verglast: das Palmenhaus im Botanischen Garten in Nymphenburg.

„Uns blutet das Herz“

Darum muss der Botanische Garten für sechs Monate schließen

Die Glaseinheiten des Palmenhauses im Botanischen Garten müssen altersbedingt ausgetauscht werden. Sechs Monate lang sind bald alle dortigen Gewächshäuser geschlossen. Der Rest bleibt offen.

München - Seit den 1970er-Jahren musste der Botanische Garten seine Türen nicht mehr so lange am Stück schließen. Anstehende Sanierungsarbeiten sind schuld. Sie beginnen am 12. März. Denn die veraltete, 2000 Quadratmeter große Glasfront muss erneuert werden. „Sie ist 40 Jahre alt und noch mit Drähten durchzogen. Heutzutage nutzt man moderneres Sicherheitsglas. Die Drähte braucht man nicht mehr“, sagt Ehrentraud Bayer, stellvertretende Leiterin des Botanischen Gartens.

Das neue Glas wiegt fünf Kilogramm pro Quadratmeter und hält einem Druck von 25 Kilogramm je Quadratmeter stand. Bayer zählt noch einen weiteren großen Vorteil auf: „Wir haben bereits die Glasfront im Nutzpflanzenhaus ausgetauscht. Und das ist jetzt deutlich heller. Das wird toll aussehen und unseren Pflanzen guttun!“ Gemeinsam mit der Glasfront lässt der Botanische Garten auch die veraltete Heiz- und Elektrik-Anlage erneuern.

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Zahlreiche Pflanzen können nicht umgesiedelt werden

Etwa 800.000 Euro wird der gesamte Umbau kosten. Dafür muss aber eine logistische Herausforderung bewältigt werden. „Wir können all die tropischen und subtropischen Pflanzen nicht einfach vorübergehend umsiedeln. Einige sind sehr empfindlich und würden das nicht überleben“, sagt Bayer. Besonders sensibel seien Exemplare wie der Balsaholzbaum aus Südamerika, der Ledermantelbaum und der berühmte Bambus des Botanischen Gartens, ein Publikumsmagnet. Er ist etwa 30 Meter hoch und muss für die Umbauarbeiten stark gestutzt werden, damit der Gläsertausch von innen stattfinden kann.

Ende September bis Mitte Oktober sollen die Arbeiten bewältigt sein. Die monatelange Schließzeit fällt genau in die Phase der Hauptbesuchszeit über Frühjahr und Sommer. „Uns blutet schon das Herz“, sagt Bayer, „aber es ist nicht anders möglich, damit all die seltenen Pflanzen überleben. Manche gehen schon kaputt, wenn es kälter als zehn Grad Celsius ist.“ Daher habe man sich für eine Umbauphase zwischen Ende Februar und August entschlossen, da hier die Temperaturen normalerweise über dieser Marke liegen.

Ein Lichtblick bleibt am Ende: Obwohl umgebaut wird, finden die Rosen-, die Kakteen- und die Orchideen-Schau statt.

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Hüseyin Ince

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