+
Die Verdi kritisiert den Verkauf der Posthalle im Münchner Stadtteil Neuhausen.

Rund 1000 Mitarbeiter sind betroffen

„Ökologischer Wahnsinn“: Verdi kritisiert Verkauf von Posthalle in München

Die Posthalle im Münchner Stadtteil Neuhausen wurde verkauft. Das ruft scharfe Kritik der Gewerkschaft Verdi hervor. 

München - Noch vor einem Jahr wurde den Mitarbeitern der Posthalle in Münchner Stadtteil Neuhausen versichert, dass sie nicht aus der Halle ausziehen müssen. Nach dem Verkauf steht der Umzug des Briefzentrums jetzt allerdings fest. Das wird von der Verdi scharf kritisiert.

Die Verdi bezeichnet den Verkauf der Halle als reine Profitgier. Das Vertrauen der Mitarbeiter werde gründlich verspielt, so David Merck, Leiter des Fachbereichs Postdienste bei der Verdi Bayern. 

Die Post hat die Halle in Neuhausen an den Immobilieninvestor Büschl verkauft. Insgesamt sind rund 1000 Mitarbeiter davon betroffen. 

Nach Verkauf der Posthalle in Neuhausen: Neues Briefzentrum wohl in Germering

Das neue Briefzentrum soll laut br.de in Germering im Landkreis Fürstenfeldbruck entstehen. Vor allem dieser Umzug wird von der Verdi kritisiert. Die alte Posthalle in der Arnulfstraße sei mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar gewesen. Außerdem hätten viele der Angestellten direkt in der Nähe gewohnt. 

Durch den Verkauf müssen diese aber voraussichtlich ab 2020 ins Umland fahren und hätten so einen längeren Weg zur Arbeit. Laut Anton Hirtreiter, Lan­des­be­zirks­fach­be­reichs­lei­ter bei der Verdi Bayern, seien vor allem für Frauen, die in Teilzeit arbeiten, betroffen.

Neues Briefzentrum in Germering: Auch für die Umwelt ein Problem

Laut David Merck führe der Umzug nach Germering auch zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen. Mehrere Millionen Briefe täglich aus München ins Umland zu fahren, um dann viele davon wieder zurück in die Stadt zu transportieren, bezeichnet er als „ökologischer Wahnsinn“, da die Umwelt unnötig belastet würde.

Der Umzug ins Umland könne außerdem bedeuten, dass sich die Zustellung beim Empfänger verzögert. Auch frühere Leerungen von öffentlichen Briefkästen könnten laut Verdi die Folge sein. „Die Beschäftigten haben den Schaden, die Kunden haben von allem nichts“, so Merck.

Posthalle in Neuhausen: Das sind die Pläne des Käufers

In die ehemalige Posthalle in Neuhausen soll voraussichtlich ein Stadtteilzentrum einziehen. Die Pläne dazu seien allerdings noch nicht konkret, so Ralf Büschl, Chef der Unternehmensgruppe Büschl, welche die Halle gekauft hat.

Vor dem Verkauf war unter anderem der Einzug einer Ikea-Filiale im Gespräch. Auch der Umbau des Daches zu Wohnungen wurde vorgeschlagen.

Die Posthalle in München ist nicht das einzige Briefzentrum, das von der Post aufgegeben wird. Auch das Zentrum in Schorn im Landkreis Starnberg wurde an die Büschl-Gruppe verkauft, wie Merkur.de* berichtet.

sch

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Polizei verfolgt Vater von drei Kindern - in seiner Wohnung macht sie schockierenden Fund
Es sollte eine Routinekontrolle durch die Polizei werden. Doch die endete mit einem Fluchtversuch und einem unglaublichen Fund.
Polizei verfolgt Vater von drei Kindern - in seiner Wohnung macht sie schockierenden Fund
Oktoberfest 2018 im Live-Ticker: Vielleicht die letzte Chance für einen Tisch im Zelt
Das 185. Oktoberfest startet am Samstag (22. September). Um 12 Uhr wird Münchens Oberbürgermeister die Wiesn mit dem Anstich des ersten Bierfasses eröffnen. Lesen Sie …
Oktoberfest 2018 im Live-Ticker: Vielleicht die letzte Chance für einen Tisch im Zelt
Flohmärkte in München: Hofflohmärkte-Saison geht zu Ende - diese finden noch statt
Jedes Wochenende ist in München volles Programm - da ist es schwer, die Übersicht zu behalten. Hier finden Sie die größten, wichtigsten und schönsten Flohmärkte im …
Flohmärkte in München: Hofflohmärkte-Saison geht zu Ende - diese finden noch statt
Peinliche Panne bei Münchner Musikschule: Behörde zieht seit 2016 keine Gebühren ein
Seit zwei Jahren bereits verschickt das Referat keine Gebührenscheine. Für die Schüler der Münchner Musikschule eine unangenehme Situation, für die Schule selbst eine …
Peinliche Panne bei Münchner Musikschule: Behörde zieht seit 2016 keine Gebühren ein

Kommentare