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Startschuss mit guter Laune: Marcel Huber (re.) schenkte Albert Füracker symbolhaft ein Hotel für Bienen.

Daten werden drei Jahre lang erfasst

Projekt Artenschutz im Schlosspark: Große Bestandsaufnahme in Nymphenburg

Schlösserverwaltung, Umweltministerium und Finanzministerium Bayerns haben am Mittwoch ein Artenschutz-Projekt im Schlosspark Nymphenburg gestartet.

Bis Ende 2019 werden dort alle Tiere und Pflanzen registriert, um ihren
Lebensraum noch weiter zu verbessern.

Tiere und Pflanzen werden registriert

Jochen Holdmann, Vizepräsident der bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung, zitierte an der Amalienburg im Schlosspark Nymphenburg den wohl berühmtesten Naturwissenschaftler Deutschlands: „Albert Einstein sagte angeblich einmal, wenn die Bienen aussterben, sterben vier Jahre später auch die Menschen.“

Holdmann brachte noch ein bildhafteres Beispiel, um speziell auf das Insektensterben hinzuweisen: „Vielleicht erinnern Sie sich: Wenn man früher im Sommer auf der Autobahn fuhr, war danach die Windschutzscheibe voller toter Insekten. Das ist heute nicht mehr so.“ Damit wollte er die Bedeutung des neuen bayerischen Umweltprojektes hervorheben. Denn bis Ende 2019 wollen Holdmann, Umweltminister Marcel Huber und Finanzminister Albert Füracker (beide CSU) mithilfe von Landschaftsarchitekten und Wissenschaftlern herausfinden lassen, welche und wie viele Tier- und Pflanzenarten im Schlosspark Nymphenburg, in der Anlage Rosenau bei Coburg und in der Eremitage Bayreuth einen neuen Lebensraum gefunden haben.

Einzigartige Lebensräume sind im Laufe der Jahre entstanden

Bereits jetzt ist feststellbar, dass sich besonders in denjenigen Gartenanlagen einzigartige Lebensräume entwickelt haben, die einst von Menschenhand geschaffen und gehegt wurden, wie eben im Schlosspark Nymphenburg. Dort wurde etwa festgestellt, dass sich das bayernweit extrem seltene Sonnenröschen festgesetzt hat. Landschaftsarchitekt Matthias Schwahn, einer der Experten, die das Projekt begleiten, erklärt: „Jetzt müssen wir schauen, ob sogar der enorm seltene Sonnenröschen-Bläuling zu finden ist (ein Schmetterling, Anm. d. Redaktion) oder Insekten wie die Zwergwollbiene. Sollten wir sie finden, hätte das zum Beispiel Auswirkungen darauf, wie lange im Schlosspark Disteln stehen gelassen werden. Von denen ernähren sich Zwergwollbienen nämlich.“

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In den kommenden 36 Monaten werden also alle Lebewesen des Schlossparks datentechnisch erfasst: Blumen, Käfer, Pilze, Vögel, Fledermäuse, Schmetterlinge, Grashüpfer, Insekten. Es wird mit modernsten Mitteln gearbeitet. Neben herkömmlichen Fangnetzen steht den Fachleuten zum Beispiel der Bat-Detektor zur Verfügung. Er gibt die Ultraschall-Geräusche der Tiere wieder. Fledermäuse sind schließlich schwer zu fassen. „Ein geschultes Gehör weiß durch die Intensität und die Frequenz sofort, ob es sich um einen Tagsegler oder um das Braune Langohr handelt“, sagt Schwahn.

Dass wir in Zeiten des Artensterbens leben und etwas dagegen getan werden muss, ist schon lange kein Geheimnis mehr und deutlich nachweisbar. Das bayerische Umweltministerium hat darum bereits die zweite Initiative in kürzester Zeit auf den Weg gebracht. Anfang Juni kündigte Huber bereits ein neues Artenschutz-Zentrum in Augsburg an – ein Forschungszentrum, das als Kommandobrücke im Kampf gegen das Artensterben dienen soll. Zum Projekt im Schlosspark Nymphenburg hob Huber ebenfalls die Bedeutung der Insektenvielfalt und -anzahl hervor – und beschrieb zudem eine Kettenreaktion: „Wir haben mittlerweile 60 bis 80 Prozent weniger Insekten als früher. Das bedeutet: weniger Biomasse. Weil Vögel nicht mehr genug zu fressen haben, ist auch deren Anzahl in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen.“

Hüseyin Ince

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Die wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Nymphenburg – mein Viertel“.

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