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Sebastian L. (24) sagt: „Ich war verwirrt.“ Seit den Drohungen sitzt er in der Psychiatrie.

Prozessbeginn

Er wollte die Polizei in die Luft jagen - Neuhauser (24) drohte mit Amoklauf

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Im Dezember 2016 drohte ein 24-Jähriger im Internet mit einem Anschlag - kurz nach dem Amoklauf am OEZ. Nun muss er sich wegen Störung des öffentlichen Friedens verantworten.

Seine Worte hatten die Münchner Polizei in Alarm versetzt. „Morgen gibt’s nen Anschlag“, schrieb Sebastian L. (24) am 22. Dezember 2016 im Internet. Und drohte auch: „Ich weiß nicht wo, wann und wer, aber es wird passieren.“

Seit dem Amoklauf vergangenen Sommer, bei dem neun Menschen ums Leben kamen, werden solche Hass-Kommentare besonders ernst genommen. Zumal Sebastian L. auch konkret der Polizei gedroht hatte. „Ihr seid jetzt schon alle tot“, wütete der arbeitslose Mann aus Neuhausen – und drohte sogar, die dortige Polizeiinspektion zu sprengen. „Sie geht in die Luft“, sagte er voraus.

Dazu kam es zum Glück nicht! Denn in kürzester Zeit hatten die Beamten wegen des angedrohten Amoklaufs die Ermittlungen eingeleitet – und klingelten bei Sebastian L. in der Hilblestraße. Ihn hatten die Beamten schon länger im Visier, da L. bereits mehrfach im Internet die Polizei beleidigt hatte. Seither sitzt er in der Psychiatrie. Und wird nun auch der Störung öffentlichen Friedens beschuldigt. Wegen Androhung von Straftaten muss er sich nun vor dem Landgericht verantworten.

Dieses Foto mit Pistole im Hosenbund hatte Sebastian L. ins Internet gestellt – und drohte, die Polizei-Inspektion an der Landshuter Allee zu sprengen.

In Handschellen betrat Sebastian L. den Gerichtssaal. Die Haare lässig zum Zopf gebunden, dazu trug er ein schwarzes Sakko. „Ich saß am Computer und wollte meinen ganzen Frust raushauen“, sagt der 24-Jährige. „Leider war ich sehr verwirrt.“ Was noch untertrieben ist: Denn laut Gericht leidet L. an einer psychoaffektiven Störung und muss mit starken Medikamenten behandelt werden. Er berichtet zwar geistig klar von seinen Internet-Einträgen, die er angeblich nicht mehr nachvollziehen kann. Doch das Gericht will prüfen, ob Sebastian L. eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt – und dauerhaft weggesperrt werden muss.

Das wird im Prozess an vier weiteren Tagen geprüft – auch, um Nachahmer abzuschrecken. Laut Polizei gibt es technische Mittel, um die Herkunft solcher Hass-Kommentare gezielt aufzuspüren. „Das läuft ähnlich wie bei der Rückverfolgung von Telefonnummern“, sagt Sprecher Michael Riehlein. Jede Bedrohung werde analysiert und nach Dringlichkeit eingestuft. Falls nötig rückt sofort die Kripo aus – so wie im Fall von Sebastian L.

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