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Albert I. hatte mehr als 50 Waffen und Sprengstoff bei sich daheim gehortet. Am Freitag stand er vor Gericht.

Milde Bewährungsstrafe

Reichsbürger hortete Sprengstoff, Gewehre und Pistolen: Waffennarr verlässt Gericht als freier Mann

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Wegen Volksverhetzung sowie illegalem Besitz von Waffen und Sprengstoff musste sich Albert I. am Freitag vor Gericht verantworten. Er verteidigte sich dabei selbst und kam am Ende glimpflich davon.

München - Albert I. (60) stößt die Tür auf. Vom Strafjustizzentrum tritt er mit grimmigem Blick hinaus auf die Nymphenburger Straße – hinaus in die Freiheit. Denn das Amtsgericht ließ den Reichsbürger am Freitag laufen. Mehr als 50 Waffen hatte Albert I. in seiner Wohnung im Fasangarten gehortet. Dazu verbreitete er im Internet rassistische Hetze. Doch das Gericht verurteilte ihn nur zu zehn Monaten Haft auf Bewährung. Seelenruhig spazierte der Waffennarr danach aus dem Gericht. Vorher hatte Albert I. dort einen filmreifen Auftritt hingelegt.

Tiefe Furchen ziehen sich durch sein Gesicht, die Unzufriedenheit hat Albert I. gezeichnet. „Ich bin kein Reichsbürger, ihr seid die Reichsbürger“, schreit er durch den Gerichtssaal. Und herrscht den Richter an: „Sie sind gar nicht für mich zuständig.“

Wegen Volksverhetzung sowie illegalem Besitz von Waffen und Sprengstoff muss sich Albert I. am Freitag vor Gericht verantworten. Die Vorwürfe weist er zurück und meckert: „Hier wird eindeutig Recht gebrochen.“ Einen Anwalt lehnte der Handwerker ab. Er verteidigt sich zwei Stunden lang selbst – im Stehen, denn auch den Gang auf die Anklagebank verweigert er. Den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft hat er dann aber recht wenig entgegenzusetzen.

Mehr als 50 Waffen, darunter sechs illegale Schusswaffen, hatte Albert I. (60) in seiner Wohnung im Fasangarten gehortet. Im Internet hetzte er rassistisch. Trotzdem verurteilte ihn das Amtsgericht nur zu einer Bewährungsstrafe. 

Laut Anklage schrieb Albert I. im April 2016 etliche rassistische Kommentare im Internet. Darin beleidigte er Juden, dunkelhäutige Menschen und Muslime. Ein Nutzer des Kurznachrichtendienstes Twitter zeigte den 60-Jährigen deshalb an. Daraufhin durchsuchten Polizei und Staatsanwaltschaft am 19. Juli 2016 die Wohnung des Reichsbürgers. Ergebnis: Mehrere Schusswaffen, Messer, Schlagringe und Patronen mussten die Beamten beschlagnahmen – darunter eine geladene Pistole im Eingangsbereich.

Angeblich alles nur zur eigenen Verteidigung, behauptet Albert I. Aber das Gericht glaubt ihm nicht – und verurteilt ihn zu einer Bewährungsstrafe. Wegen Volksverhetzung muss I. zusätzlich 1500 Euro Geldstrafe zahlen. So glimpflich kommt der Reichsbürger auch deshalb davon, weil er bislang nicht vorbestraft war.

Bereits vor Wochen hatte die Staatsanwaltschaft die konfiszierten Waffen auf einer Pressekonferenz präsentiert. Sie bleiben unter Verschluss – auch, wenn Albert I. nicht ins Gefängnis muss.

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