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Anna P. (75) mit ihrer Hündin Mädi (7): Wegen ihr hatte die Seniorin mit ihrem Nymphenburger Mieter gestritten – aber sie gewann vor dem Amtsgericht.

Fall vor dem Amtsgericht

Schockierender Streit: „Mein Mieter hat meine Hündin mit Säure verätzt“ 

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Vermieterin Anna P. (75) wirft einen Mann nach fünf Jahren aus ihrem Haus in Nymphenburg. Mit einer Säure soll der Mieter ihre Hündin verletzt haben. Der Fall landete nun vor  dem Amtsgericht.    

München - Sie sind ein Herz und eine Seele: Täglich kuscheln Anna P. (75, Name geändert) und ihre Hündin Mädi (7) auf dem Sofa oder sind auf langen Spaziergängen unterwegs. Doch am 6. April 2015 ist die Hirtenhündin beinahe gestorben: Ein Mieter der Seniorin hatte Mädi mit einer Flüssigkeit bespritzt. „Sie jaulte laut auf. Wir sind mit dem Taxi sofort in die Klinik gefahren. Der Arzt rief dann die Polizei. Er sagte, das war Säure.“

Immer wieder gab es mit dem Vermieter Ärger

Ein Schock für die Seniorin, die um ihre liebe Hündin bangte - und den Mieter sofort rauswarf. Fünf Jahre lang hatte er in ihrem Nymphenburger Haus gewohnt - und immer wieder für Ärger gesorgt. 

„Einmal hat er im Garten einfach Bäume gefällt“, sagt P. „Er war ein unangenehmer Mensch. Gut verstanden haben wir uns nie. Der Vorfall mit meiner Hündin war dann der Höhepunkt.“

Mit einem Kanister sei der Mieter von außen zum Gartenzaun gelaufen. „Mädi rannte zur Tür und bellte.“

An diesem Lärm hatte sich der Mieter offensichtlich schon länger gestört und das auch seiner Vermieterin schriftlich mitgeteilt, wie am Freitag durch das Amtsgericht im Rahmen des Urteils der Woche bekannt wurde.

Wohl vor diesem Hintergrund soll der Mieter die Flüssigkeit auf die Hündin geschüttet haben. „Ich vermute, es war Batteriesäure. Beweisen kann ich es leider nicht“, sagt Anna P. Ihre fristlose Kündigung akzeptierte der Mann zunächst nicht, aber bot der Vermieterin ein Geschäft an: „Er sagte, er zieht aus, wenn ich ihm die Kaution sofort gebe.“ Anna P. willigte ein, Mitte Juni 2015 räumte der Mieter die Wohnung.

Doch Ruhe kehrte noch längst nicht ein. Nur zwei Tage nach dem Auszug stellte die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen gegen den Mieter ein, den Anna P. wegen Tierquälerei angezeigt hatte. Kurz darauf klagte der Mieter dann gegen sie - und forderte Schadensersatz wegen der angeblich unberechtigten Kündigung: Insgesamt 45728,72 Euro wollte er zurückhaben. Der Fall ging vor das Amtsgericht.

So begründen die Richter ihr Urteil

Dort sahen die Richter aber Anna P. im Recht und wiesen die Klage des Mieters ab. Für ihn hätte es auf der Hand gelegen, die Wohnung nicht zu räumen, wenn er den fristlosen Kündigungsgrund für unwirksam halte. „In diesem Fall wäre ihm auch zur Schadensvermeidung zumutbar gewesen, gegen die Kündigung vorzugehen bzw. sie schlicht nicht zu befolgen“, begründeten die Richter. Stattdessen sei der Mieter „letztendlich freiwillig aus der Wohnung ausgezogen.“

Anna P. habe sich also nichts vorzuwerfen, sagt ihr Anwalt Achim Schulz-Arenstorff. Zwölf weitere Mieter hat die Seniorin in München, dazu ein Mietshaus nahe Augsburg. „Da war nie was. Hat immer gepasst“, sagt sie. Und kann nun endlich wieder lächeln. 

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Mein Nymphenburg/Gern“.

Andreas Thieme

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