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Sie haben gekämpft und einen Etappensieg errungen: Anwohner vor dem Adam-Haus an der Prinzenstraße.

In Denkmalliste eingetragen

„Weiße Rose“: Nach drohendem Abriss ist das Adam-Haus jetzt ein Denkmal

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Die Villa an der Prinzenstraße 30 in Nymphenburg wird in die Denkmalliste aufgenommen. Anwohner hatten dafür gekämpft, weil das Gebäude, in dem sich einst auch Mitglieder der Weißen Rose trafen, abgerissen werden sollte. Nun fordern die Anrainer dort eine Gedenkstätte.

Neuhausen-Nymphenburg - Der Münchner Maler Professor Richard Benno Adam hatte die Villa erbauen lassen. Das Gebäude an der Prinzenstraße 30 verdankt dem Künstler auch seinen Namen, der Maler bewohnte ab 1911 das Adam-Haus mit seiner Familie. Ab 1940 war die Villa zudem zeitweise Wohnort von Liselotte Fürst-Ramdohr. Die wiederum hatte über Alexander Schmorell engen Kontakt zur Widerstandsgruppe Weiße Rose. In der Wohnung Ramdohrs trafen sich Mitglieder, es wurde dort Material der Gruppe gelagert, zudem versteckte sich Alexander Schmorell hier im Februar 1943 bei seinem Fluchtversuch. Und daher steht das Haus jetzt unter Denkmalschutz. „Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege hat die Villa in der Prinzenstraße 30 in die Denkmalliste nachgetragen“, teilte die Behörde am Freitag mit.

Generalkonservator Mathias Pfeil spricht von einem Haus, das „wichtige künstlerische, gesellschaftliche und geschichtliche Entwicklungen in der Stadt München“ widerspiegelt. Weiter heißt es: „Denkmäler wie dieses Gebäude sind authentische Zeugnisse der Vergangenheit, deren Erhalt erst Geschichte sichtbar werden lässt.“ Gerade an solchen Gebäuden mit ihrem bewegten Leben zwischen Kunst und Widerstand gegen ein Terrorregime werde deutlich, wie wichtig es ist, Überlieferungen nicht nur in textlicher Form zu haben, „sondern sie als authentische Orte der Geschichte auch greifbar erleben zu können.“

Dem Haus drohte der Abriss

Anwohner hatten sich für die Aufnahme in die Denkmalliste stark gemacht. Denn im Februar dieses Jahres hatte unsere Zeitung aufgedeckt, dass dem historischen Haus der Abriss droht. Den hatte der neue Eigentümer bei der Lokalbaukommission beantragt, um an der Prinzenstraße ein Mehrfamilienhaus nebst Tiefgarage zu errichten. Die Verwaltung schaltete den Denkmalschutz ein. Weil auf dem Grundstück bereits zwei Bäume entfernt worden waren, läuft derzeit zudem ein Bußgeldverfahren.

Sensibilisiert durch die Vorfälle rund um das Uhrmacherhäusl in Giesing hatte die Verwaltung zudem mit Zwangsgeldern gedroht, sollten Bau- oder Abbrucharbeiten vorgenommen werden. Außerdem hatte die Polizei auf Wunsch des Referates verstärkt Streifen zu dem Areal geschickt.

„Wir sind nach wie vor gewappnet“

Egon Minar von der Bürgerinitiative ist glücklich über die neue Entwicklung. „Das ist ein erster Schritt, aber wir sind nach wie vor gewappnet“, sagt er. Auch Minar weiß um das Uhrmacherhäusl in Giesing, das ebenfalls unter Denkmalschutz stand. Wie es in Nymphenburg nun weitergeht, ist offen. Der Eigentümer hatte unserer Zeitung vor Wochen gesagt: „Wenn die Villa unter Denkmalschutz gestellt wird, bauen wir eben nicht.“ Minar hätte da schon eine Idee, sollte der Eigentümer nun das Interesse an dem Objekt verlieren: „Die Stadt könnte das Gebäude kaufen und dort eine Gedenkstätte für die Weiße Rose einrichten.“

„Eine schöne Idee“, sagt Grünen-Stadträtin Anna Hanusch, die zudem Vorsitzende des Bezirksausschusses Neuhausen-Nymphenburg ist. „Man müsste erst klären, ob die Planungen der Eigentümer sich nun zerschlagen haben.“ Sie sei zunächst aber sehr glücklich darüber, dass das Gebäude nun unter Denkmalschutz steht. „Damit ist es gesichert.“ 

Sascha Karowski

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