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Stephan Zinner als Markus Söder und Christoph Zrenner als Horst Seehofer alias Gretchen beim Nockherberg 2014.

Paulaner-Chef Andreas Steinfatt

Gibt es bald eine zweite Nockherberg-Aufführung?

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München - Paulaner-Chef Andreas Steinfatt freut sich über die euphorischen Reaktionen auf das Politiker-Derblecken. Er denkt darüber nach, das Nockherberg-Singspiel zu wiederholen.

Update vom 09.Februar 2015: Ein Ereignis bei dem kein Politiker kneifen darf: drückt sich dann doch einer, gilt er allgemein hin als Feigling. Noch schlimmer als nicht zu erscheinen, ist es jedoch gar nicht erst in den Reden oder Singspielen vorzukommen. Denn das wäre gleichzusetzen mit politischer Bedeutungslosigkeit. Desto mehr über einen hergezogen wird, desto besser also. Wen es dieses Jahr auf dem Nockherberg besonders treffen wird, erfahren Sie bei uns.

Andreas Steinfatt ist gut gelaunt, wenn auch ein wenig verkatert aufgewacht am Morgen nach dem Salvatoranstich am Nockherberg. Der Paulaner-Chef freut sich über die euphorischen Reaktionen auf das Politiker-Derblecken. So sehr, dass er mit dem Gedanken spielt, das Singspiel vom Mittwoch noch einmal aufzuführen. Er will die Zusammenarbeit mit dem Team Marcus H. Rosenmüller und Thomas Lienenlüke und auch mit „Bavaria“ Luise Kinseher auf jeden Fall fortsetzen.

Herr Steinfatt, am Mittwochabend waren alle dermaßen in Feierlaune - sind Sie schon wieder fit?

Hört man etwa was? (lacht) Die Stimme ist etwas belegt, stimmt, wir haben noch a bissl gefeiert. Das muss man auch an so einem Abend, wenn alles von einem abfällt.

Hätten Sie gedacht, dass die Reaktionen so euphorisch ausfallen? 

Wir haben’s uns sicher gewünscht. Aber dass es tatsächlich so viel Lob von allen Ecken gab, das hat uns schon überrascht - und richtig gefreut.

Und das, obwohl es teilweise grotesk zuging. 

Ja, so ist er halt, der Rosi. Und wer seine Filme kennt, der weiß: Das gehört bei ihm dazu: Schräge, skurrile Dinger hat er schon drin gehabt, aber die geben dem Ganzen ja auch die Würze. Und die Musik von Gerd Baumann und Wastl Horn war wirklich großartig.

Haben Sie Angst, dass die Kreativen sagen könnten, für sie ist der Nockherberg „ausgereizt“, weil sie jetzt alles gemacht haben, was dort möglich ist? 

Ich kann Ihnen sagen: Die haben bei ihrem ersten Nockherberg zehn Ideen gehabt. Mindestens. Und auch bei diesem Nockherberg hatten sie so viele. Und ich glaube, Autor Thomas Lienenlüke hat schon wieder mindestens zehn Ideen fürs nächstes Mal. Wir wünschen uns, dass es weitergeht mit allen Beteiligten. Für die ist das ja auch ein Riesen-Thema, von daher sollten wir es schon wieder übereinander kriegen. Wir planen auch wieder mit Luise Kinseher. Never change a winning team, sage ich mal auf gut Bairisch.

Viele Politiker fanden Luise Kinsehers Rede zu brav. Können Sie das nachvollziehen? 

Eigentlich nicht. Ich fand die Rede großartig. Sie war feinsinnig, hintergründig. Dass natürlich die Singspiel-Truppe nochmal einen drauflegen konnte zum fulminanten Auftakt vom letzten Mal, ist schon großes Kino. Es ist die Art, wie Luise vorträgt - vielleicht muss sie energischer werden. Aber: Wie du’s machst, machst du’s verkehrt. Wenn einer da oben steht und runterschreit, dann ist es nix, wenn einer feinsinnig ist, ist es auch nix. Eine Gratwanderung.

Ist es am Ende ein Geburtsfehler der Mama Bavaria, dass selbst ihre bösen Pointen nicht treffen, weil sie nun mal mit ihren Kindern spricht? 

Da gebe ich Ihnen Recht, es kann durchaus sein, dass Luise etwas versöhnlicher rüberkommt, weil sie es als Mama angelegt hat. Aber es wurde uns ja mal schwer vorgehalten, dass man am Nockherberg nicht mit dem Krummsäbel dreinschlagen sollte, sondern mit dem Florett fechten. Luise muss authentisch sein, dann passt es. Es ist doch das Schöne am Nockherberg, dass der Derbleckte sich denkt: So schlimm war’s ja gar nicht. Aber wenn er’s am nächsten Tag nochmal liest . . . hoppala.

Die Produktion des Singspiels ist aufwändig gewesen - am Ende waren 30 Personen auf der Bühne. Wie viel hat das gekostet? 

Da wir das mit dem BR zusammen machen, haben wir uns entschlossen, das nicht zu sagen. Es war nicht billig, aber es war okay. Die Werbewirkung ist ja auch Wahnsinn.

Man hat nach dem Singspiel sehr oft gehört: „Das war so toll - die sollten das öfter aufführen als nur einmal.“ Wäre das nicht was? 

Ja, da haben uns schon auch ein paar Gedanken gestreift. Wir wollen uns in den nächsten Wochen mal zusammensetzen und überlegen. Funktionieren kann das bestimmt.

Wie könnte die Wiederholung aussehen?

Wenn, dann muss sie am Nockherberg bleiben. Dann spielen wir’s halt genauso wie am Mittwoch und am Dienstag bei der Generalprobe. Im Saal, nicht auf Tour. Ich möchte es auch nicht inflationieren.

Der Saal wäre mit Sicherheit rappelvoll. 

Das glaube ich auch. Aber nageln Sie mich nicht drauf fest, ich möchte keine zu große Vorfreude schüren, bevor wir das nicht hausintern und mit unserer Chefin Alexandra Schörghuber besprochen haben. Aber warum nicht?

Der Wirkung des nächsten Politiker-Derbleckens würde es zumindest nichts nehmen. 

Von dem her sicherlich. Was uns unsere Künstler aber schon bestätigen, ist dieser Reiz: Ich habe eine Generalprobe, und dann gibt es nur diesen einen Abend. Es ist live, ich habe nur eine Chance. Und wenn der Andreas Steinfatt Horst Seehofers Gattin aus Versehen mit „unsere liebe Frau Karin“ begrüßt . . .

Stimmt, am Mittwoch hatten Sie den ersten Lacher auf Ihrer Seite. 

(lacht) . . . dann gehört das halt auch dazu. Deswegen ist so ein Abend spannend.

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