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Stamm (r) über Mama Bavaria (l): „Die Rede war frauenfeindlich.“

Luise Kinseher in der Kritik

Zu frauenfeindlich? CSU-Politikerinnen boykottieren Nockherberg

München - Geballter Frauen-Ärger gegen „Mama Bavaria“ Luise Kinseher: Landtagspräsidentin Barbara Stamm wird in diesem Jahr dem Salvatoranstich aus Protest fern bleiben. Auch andere Frauen sparen nicht mit Kritik.

Sozialministerin Emilia Müller

Zwei prominente CSU-Politikerinnen werden das Derblecken auf dem Nockherberg in diesem Jahr boykottieren: Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Sozialministerin Emilia Müller. Der Vorwurf ausgerechnet gegen „Mama Bavaria“ und Fastenpredigerin Luise Kinseher: Frauenfeindlichkeit. „Für mich ist das kein Kabarett mehr. Die Rede von Luise Kinseher 2016 war frauenfeindlich und verletzend“, zitiert die Bild Barbara Stamm. Und: „Mit meinem Fernbleiben möchte ich zeigen, was wir Politikerinnen uns nicht mehr zumuten wollen.“ Auch Emilia Müller war der Nockherberg in den vergangenen Jahren offenbar zu derb - sie will laut Bild nicht mehr hingehen. Die Sozialministerin: „Ich wünsche mir mehr Niveau, Sensibilität und Frauen, die etwas für Frauen übrig haben.“ CSU-Kollegin Barbara Stamm hatte sich bereits unmittelbar nach der Nockherbergrede im vergangenen Februar darüber beschwert, dass Luise Kinseher besonders viele Mandatsträgerinnen aufs Korn genommen habe

Reiber: „Derblecken wird mit Beleidigen verwechselt“

Vor dem Salvatoranstich 2017 kommt deutliche Kritik auch von der langgedienten BR-Moderatorin Carolin Reiber. „Das Derblecken wird immer mehr mit Beleidigen verwechselt“, so die 76-Jährige. Dabei moniert die BR-Legende auch, dass immer mehr Gäste „aus dem Norden“ in den ersten Reihen säßen. Die Münchner würden deshalb bereits zum „genialen Maibock-Anstich“ ins Hofbräuhaus abwandern, behauptet Reiber. Dort gehe man in Tracht hin, das sei „brauchtumsstark“. 

Petra Reiter, Frau von Münchens Ob Dieter Reiter, findet die Kritik an Luise Kinseher dagegen überzogen. Sie könne mit deren Münchner Humor gut umgehen. Deutlicher wird mit dem Chef der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, dann noch ein Mann. Und zwar nicht gegen Luise Kinseher, sondern gegen Barbara Stamm. Letztere sei „nur die Hofberichterstattungen als Königin von Frankenfasching gewohnt“, ätzt Aiwanger. Könnte gut sein, dass sich auch der FW-Chef dafür bei Stamm das Prädikat „frauenfeindlich“ abholt ...

mm

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