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Seit sieben Jahren ist Luise Kinseher „Mama Bavaria“.  

Kabarettistin äußert sich zu Kritik

Kinseher: „Die Bavaria gehört noch lange nicht ins Museum“

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Nach Kritik an ihrer Rede beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg meldet sich Kabarettistin Luise Kinseher zu Wort - und verteidigt ihre Rede. 

München - Kaum war der Starkbieranstich auf dem Nockherberg vorbei, schossen Spekulationen ins Kraut, Kabarettistin Luise Kinseher könnte angesichts der Kritik und der verhaltenen Reaktion des Publikums ihren Job als „Mama Bavaria“ an den Nagel hängen. Jetzt hat die 48-Jährige mit den Gerüchten aufgeräumt – via Facebook. „Die Bavaria gehört noch lange nicht ins Museum“, postete Kinseher am Samstag – zusammen mit einem Foto von ihrem ausgedienten Bühnenkostüm, das im vergangenen Jahr Teil der Museumsausstellung zu „500 Jahre Reinheitsgebot“ in Aldersbach war.

Zu mild, brav, gnädig, harmlos: Viele Bewertungen waren in diese Richtung gegangen. Mama Bavaria habe als Reaktion auf die harsche Kritik vor allem von CSU-Seite im Vorjahr Kreide gefressen, sagten andere. Thomas Lienenlüke, Mit-Autor der Fastenrede, hatte sich verärgert gezeigt, dass das Publikum Kinseher habe auflaufen lassen. Gewundert hätte es niemanden, wenn Kinseher hingeschmissen hätte.

Lesen Sie hier: Kritik an Kinseher: „Das Publikum hat sie auflaufen lassen“

„In einer Zeit, in der alle nur laut schreien, geht derblecken genau so“

Doch weit gefehlt: „Drei Millionen Menschen haben die Nockherberg-Rede 2017 der Mama Bavaria von Anfang bis Ende gespannt verfolgt“, schrieb Kinseher. Das sei ein „voller Erfolg“. Und weiter: „Wer Ironie und feinen Humor versteht, der hat gehört, wie treffsicher und kritisch die Rede gewesen ist.“ In einer Zeit, in der alle nur laut schrien, „in der ein türkischer Präsident Deutschland ,Nazideutschland‘ nennen darf und in den USA der mächtigste Mann behauptet, der Klimawandel sei eine Erfindung der Chinesen“, gehe „bei uns in Bayern derblecken genau so“. Der Nockherberg stehe für die bayerische Lebensart: „Sich nichts gefallen lassen, aber auch dankbar sein und feiern, dass wir in Bayern leben: einem freien, demokratischen Land.“ 

Das klingt, als habe Mama Bavaria so richtig Lust, im kommenden Jahr wieder anzugreifen. Ganz nach dem Motto, das Kinseher schon vergangene Woche ausgegeben hatte: „Ich habe aufgehört, es allen recht machen zu wollen.“

Lesen Sie hier: Nockherberg 2017 - So grandios war das Singspiel

Die schönsten Bilder vom Nockherberg

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