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Am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) soll ein Denkmal zur Erinnerung an die neun Opfer des Amoklaufs vom 22. Juli errichtet werden.

Gedenkfeier am Sonntag

Zweite Waffe bei Amoklauf? Das sagt die Polizei

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München - Über eine Woche nach dem Amoklauf im OEZ gibt es Gerüchte, dass der Täter eine zweite Waffe gehabt haben soll. Das sagt die Polizei dazu.

Diesen gemeinsamen Antrag haben am Freitag alle im Stadtrat vertretenen Fraktionen an Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) gestellt. Der OB reagierte umgehend: „Ich begrüße den gemeinsamen Antrag, die Erinnerung an den Amoklauf mit einem würdigen Denkmal im Gedächtnis der Münchner Stadtgesellschaft wachzuhalten.“ Die Tat habe unvorstellbares Leid über die Familien der Opfer gebracht.

In dem Antrag heißt es, auf dem Denkmal am OEZ solle neben den Worten des Gedenkens an die Opfer auch den eingesetzten Polizei- und Hilfskräften gedankt werden. Bei der Gestaltung des Denkmals sollen – sofern gewünscht – die Angehörigen der Opfer eingebunden werden. Das Denkmal soll am ersten Jahrestag des Amoklaufs eingeweiht werden.

Unterdessen dementiert das LKA einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“. In der aktuellen Ausgabe heißt es, dass die Ermittler Hinweisen nachgingen, wonach der Täter eine zweite Waffe besessen haben könnte. Darauf deuteten angeblich die Aussagen von Zeugen hin, die bei dem Schützen eine silberne Waffe gesehen haben wollen. Die tatsächlich benutzte Waffe ist schwarz. „Weder bei der Staatsanwaltschaft noch bei der Sonderkommission haben sich Zeugen gemeldet, die bei dem Amokläufer eine zweite Waffe gesehen haben“, erklärte Ludwig Waldinger, Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA). Nach derzeitigen Kenntnissen hatte der 18-jährige Amokschütze nur eine Waffe bei sich, eine Glock 17. Allerdings soll sich Ali S. im Internet dem Vernehmen nach auch nach Munition für eine andere Waffe erkundigt haben.

Nach Amoklauf: Münchner Polizei reagiert gelassen auf Kritik

Unterdessen reagiert die Münchner Polizei mit „Gelassenheit“ auf den Vorwurf, während des Amoklaufs schwere Fehler begangen zu haben. „Wir stehen über solcher Berichterstattung, werden aber auch nichts unter den Teppich kehren“, sagte Polizeisprecher Thomas Baumann. Mehrere Medien hatten unter anderem kritisiert, dass bewaffnete Zivilbeamte nicht als Polizisten zu erkennen gewesen waren und so möglicherweise für weitere Täter gehalten wurden. Auch dass ein Beamter den Amokschützen verfehlt hätte, wurde der Polizei vorgeworfen. „Der betreffende Schütze hätte den Täter selbst gerne gestoppt“, sagte Baumann. „Aber nicht jeder Polizist ist ein SEK-Beamter, der eine spezielle Schießausbildung hat.“

Dass nicht alle eingesetzten Beamten auch eindeutig gekennzeichnet waren, erklärte Baumann mit „Einzelfallentscheidungen“. Es ist Vorschrift, dass bei Amoklagen sich Einsatzkräfte als Polizeibeamte erkennbar machen – sobald es die Situation erlaubt. „Wo andere weglaufen, da laufen wir rein. Wir sprechen hier von Extremsituationen, bei denen es unter Umständen auch mal besser ist, sich unter Deckung und in zivil vorzutasten.“ Um den gesamten Einsatz nachzuvollziehen, sollen in den kommenden Wochen – wie immer – alle Einsatzabschnitte nachbereitet werden. Zudem würden Gutachten über die Schussabgaben erstellt.

Möglicher Mitwisser des Amokläufers weiterhin in psychiatrischer Einrichtung

Derweil ist der mögliche Mitwisser des Amokläufers weiterhin in einer psychiatrischen Einrichtung. Die Staatsanwaltschaft hatte vergeblich versucht, beim Amtsgericht einen Haftbefehl für den 16-Jährigen zu erwirken. Noch am Freitag hat die Staatsanwaltschaft eine Instanz höher – beim Landgericht – das Gesuch eingereicht. Mit einer Entscheidung rechnet ein Sprecher nicht vor Montag.

Für die Opfer des Amoklaufs finden am Sonntag zwei zentrale Gedenkfeiern statt. Ab 16 Uhr ist im Liebfrauendom ein öffentlicher Gedenkgottesdienst mit Erzbischof Reinhard Kardinal Marx und dem evangelischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Unter anderem werden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundespräsident Joachim Gauck, Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und Bundesratspräsident Stanislaw Tillich (CDU) anwesend sein. Im Anschluss findet ab 18 Uhr ein Trauerakt im Landtag statt, der nicht öffentlich zugänglich ist, aber im Bayerischen Fernsehen übertragen werden soll.

Amoklauf am OEZ: Bilder des Polizeieinsatzes

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