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Ein Kehrwagen reinigt die Gedenkstätte. Die Schwester des erschossenen Dijamant Z. nahm das Bild am Mittwoch auf.

Fünf Monate nach schrecklicher Tat am OEZ

Familie empört: Andenken an Amok-Opfer einfach weggekehrt

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München - die Familie des beim Amoklauf getöteten Dijamant Z. ist entsetzt: Die Treppe am OEZ-Haupteingang ist zu einer Gedenkstätte für sie geworden. Jetzt wurden ihre dort abgelegten Andenken einfach entfernt.

Es ist ein Ritual – um vielleicht irgendwann mit dem Unbegreiflichen leben zu können: Seit dem schrecklichen Amoklauf am 22. Juli fährt die Familie von Dijamant Z. (†20) jeden Tag zum Olympiaeinkaufszentrum. Dort legen die Eltern und Schwestern des Erschossenen Blumen nieder. Direkt unterhalb der Treppe am Haupteingang. Manchmal auch einen Brief oder ein Foto. „Viele Angehörige und Freunde der Opfer tun das“, erzählt eine Schwester der tz. Als die Familie aber am Mittwoch um ihren Dijamant trauern will, trauen sie ihren Augen kaum. Ein Kehrwagen säubert die Stelle. Alles ist geräumt – die Blumen, die Fotos. Alles weg! Und keiner weiß warum…

Genau fünf Monate ist es nun her, dass der 18-jährige David S. am OEZ neun Menschen tötete. Seit damals hat sich auch das Leben der Familie Z. völlig verändert. „Meine Mutter ist noch immer am Boden zerstört, weil Dijamant nie wieder heimkommen wird.“ Als die Mama sieht, dass die Gedenkstätte am OEZ, die jeder Passant kennt, plötzlich wie leergefegt ist, bricht sie ihn Tränen aus. „Wenn die das weghaben wollen, weil es sie stört – dann sollen sie uns das halt sagen“, stellt die Familie empört fest. „Und nicht einfach alles heimlich entfernen.“

OEZ-Chef ist ratlos

Am OEZ gibt es mehrere Stellen, wo Angehörige und Freunde den neun Opfern des Amoklaufs vom 22. Juli gedenken. So erschoss David S. auch einen Menschen vor dem Saturn-Markt. Auch dort werden regelmäßig Blumen und Kerzen aufgestellt. Diesen Gedenkort gibt es noch – er wurde bisher nicht geräumt.

Wie kam es nun zu der Reinigungsaktion? Auch der Chef vom OEZ, Christoph von Oelhafen, kann sich den Vorfall nicht erklären. „Es gab keine Anweisung von uns, die Stelle zu räumen“, sagt er auftz-Anfrage. Bei dem Kehrwagen handelt es sich aber um ein Fahrzeug des Einkaufszentrums. Vielleicht waren die persönlichen Dinge ja schon vorher entfernt worden, mutmaßt der OEZ-Chef. Das alles sei ein Rätsel für ihn.

Wer also hat die Gedenkstätte leergefegt? Die Familie von Dijamant schließt nicht aus, dass die traurigen Erinnerungsstücke so manchem Geschäftsinhaber zur Weihnachtszeit ein Dorn im Auge waren. „Das hat vielleicht viele gestört. Die Trauer, die Erinnerungen – für uns war es aber wichtig“, so die Schwester.

Jetzt hofft die Familie des Amoklauf-Opfers, dass vielleicht irgendwo die Bilder von Dijamant wieder auftauchen. In einem Müllsack. Aber irgendwie spüren sie, dass wohl alles verloren ist.

Amoklauf am OEZ: Bilder des Polizeieinsatzes

Armin Geier

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